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Jahwe – Pipin

BenutzerBeitrag

12:09
3. September 2008


zam

Member

Beiträge 12

Von IAO über Iahwe zu den Pipiniden

Die „altisraelitischen Götternamen“ der Thora stammen aus dem griechischen Priesterwesen: Die Verfasser der Thora nannten die Göttin der Kanaaniter As-chera, weil sie dieses Wort für die Schlachtopfer-„Pfähle mit Kopf“ aus den hellenistischen Mysterienkulten kannten. Den Namen für den Gott ihres Brandopfers und ihres Bundes bezogen sie ebenfalls aus dem Griechischen: die Forschung vertritt die Ansicht, dass aus dem ursprünglichen „Trigrammaton IAO“ erst durch hebräische Transskription das „Tetragrammaton JHWH“ wurde [Dassmann]. Diese Wandlung ist leicht nachvollziehbar durch den Laut des sechsten hebräischen Buchstabens ו  (w/o). Erst diese Transkription von IAO wurde dann in der  Aussprache zu “Jahwe”. 

Mit Folgerungen, was diese Erklärung bedeutet, tut sich die Forschung schwer, weshalb es meistens nur heißt, Jahwe sei von den Griechen als IAO ausgesprochen worden  [Merkelbach 176]. Tatsächlich bedeutet es, dass JHWH durch hellenistische griechisch sprechende Hebräer in die Thora gelangt sein muss. Möglich ist somit, dass die ersten Texte noch auf griechisch geschrieben waren und erst in der Folge hebräisiert wurden.

Dann ist neu über den Umstand nachzudenken, dass die altgriechische Fassung der hebräischen heiligen Schriften (Septuaginta) für den Rache- und Gesetzesgott des Pentateuch gar nicht „Jahwe“ schreibt sondern Kyrios („Herr“), worauf u. a. Brommes Idee zurückgeht, darin überhaupt eine Vergottung des persischen Herrschers Kyros d. Gr. zu sehen [vgl. Müller 2000]. (Die Bedeutung des Wortes kyros ist umstritten.) Somit ergibt sich die Frage, ob die „mosaischen Gesetze“ von Kyros stammen, der im Kyros-Zylinder  u. a. „Herr über das gesamte All“ genannt wird.

Sofern Kyros selbst keine Gestalt  z. B. aus später historisierter persischer Göttermythologie ist, sondern ein realexistenter Herrscher, wurde dieser literarisch unter mythologischen Elementen einerseits verschüttet, andererseits heroisch-kriegerisch heraus stilisiert. Bei seiner Eroberung Palästinas kommt es zur Befreiung der jüdischen Oberschicht (vor allem Leviten) aus der „babylonischen Gefangenschaft“ und sie werden in Palästina als persische Verwalter eingesetzt.

Mit dem griechischen Ausruf Kýrie eléison „Herr, erbarme dich“ wurde im Altertum Göttern und Herrschern gehuldigt. Die hellenistischen Juden bezogen ihn auf den Gott Israels (an Stelle von adonai) und die Christen auf Christus, „das Licht der Welt“. Der Titel des Kyros und des Christus  gehören zur antiken Lichtmythologie.

 

Darüber, wann und durch wen IAO zu iHWH bzw. Jahwe wurde, lässt sich gewiss streiten. Deshalb ist in vieler Hinsicht ebenfalls leicht nachvollziehbar, jedoch ungleich spannender für Geschichts- und Chronologiekritiker eine weitere Wandlung des IHWH:

Der Name erscheint – offenbar auf Grund einer bereits zuvor erfolgten Transkription ins Hebräische    in den Hexapla des Origenes, sowie bei Aquila und Symmachos als IHWH. Als solcher wird er dann in der griechischen Wiedergabe älterer Texte mit griechischen Buchstaben geschrieben als  Π Ι Π Ι  , als eine ´Wiedergabe` der hebräischen Buchstaben  ה ה ו י , „was ‚Ungebildete’ als ‚pipi’ aussprachen.“ [Dassmann, 3].

Manifestierte sich wirklich ein sprachlicher Irrtum der Ungebildeten bei den gebildeten Leuten der Schrift? Schwer vorstellbar. Da Griechisch noch bis ins 13.Jh. europäische Handelssprache war, vermute ich eher, dass man in diesen Kreisen sehr wohl wusste, was diese griech. Buchstaben bedeuteten, dass aber die sich unter Justinian gegen Byzanz erhebenden Franken, welche das Latein als römische Amtssprache und –Schrift beibehielten und auf den religiösen Bereich ausdehnten (während Justinian sein neues Recht, angeblich erstmals, in Griechisch verfassen ließ), statt  Π Ι Π Ι schließlich PIPI schrieben.

Das ist der Ursprung der rätselhaften „Pipiniden“, die als Hausmajore den Aufstieg der Karolinger im 7. Jh. ermöglicht haben sollen. Vermutlich begann erst mit der lateinischen Verschriftlichung des Wortes auch dessen „falsche“ lateinische Aussprache, was vielleicht sogar beabsichtigt war, – denn es ist zugleich sichtbare Neuerung, Abgrenzung und Tarnung eines judenchristlichen Programms.

Genauer zu untersuchen wäre, wo dieses lateinisch geschriebene Wort erstmals erscheint – auf Münzen? Diese tragen gar nicht den Namen eines irdischen Regenten, sondern den Namen ihrer höchsten Rechtsinstanz, was sie als christliche Jahwisten, das heißt, als messianische Judenchristen ausweist, weshalb ihre Münzen den Messiasstern (Hexagramm) zeigen [Bsp. in Heinsohn 2001, 644 u. 656]. Eine der Münzen [ebd.] trägt den Namen PIPI und darunter vielleicht NYS, also PIPINYS ? Eher ist es ein HYS, also entweder die lateinische Abkürzung des griechischen Wortes (h)yios „Sohn“ oder – wahrscheinlicher – hieros (h)yios soter „heiliger Sohn Retter“. Auch hier hätten wir dann lateinische Umschrift griechischer Wörter.

 

Auf diese Herkunft der „Pipiniden“ habe ich erstmals in der Festschrift für Heribert Illig hingewiesen [Kap.5, S. 95-97], dort unter dem Aspekt seiner Bedeutung für Pipins „Sohn“ Karl (der als „der Große“ gilt). Dessen Monogramm KRLS wurde von Herwig Brätz bereits vor acht Jahren als Kýrie eléison gedeutet.

Es gibt offenbar eine Weigerung, diese Herleitungen ernst zu nehmen, was sicher nicht nur an meiner humorigen Darstellung in der Festschrift liegt. Darüber, dass Karl dem Großen keine Realexistenz zukommt, sind sich Chronologiekritiker weitgehend einig, bemühen sich aber nach Kräften, wenigstens die Genealogie der Karolinger nicht ganz vom Fleisch fallen zu lassen. Sollte die hier vertretene Deutung von Pipin zutreffen, so wird sehr viel scheinwissenschaftliches Palaver überflüssig und neue Forschung notwendig. Man hat dann sozusagen erstmal nichts mehr in der Hand, aber viel vor sich. Selbstverständlich bleibt immer noch zu prüfen, ob Pipi(n) eine Realgestalt mit bisher unbekannter Identität sein könnte (was ebenso gilt für die Herrscher „namens Karl“).

Eine solche Personalisierung und Genealogisierung religiöser Begrifflichkeiten halte ich für keinen Einzelfall. Ich verweise dazu auf meine Vermutung, dass es sich auch bei dem angeblich ersten merowingischen König Faramundes um ein später personal erschaffenes, falsch gedeutetes „Licht der Welt“ (vermutlich Christus), „herrschend in Franken“, handelt [2007: 659f, 674]. In meinem Text über die Franken behielt ich Pipin und Arnulf als Initiatoren einer Ablösung der Herrschaft der Merowinger bei [672]; bisher nehme ich an, dass diese tatsächlich stattgefunden hat, doch durch wen, ist offen; sicher scheint mir nur, dass die Betreffenden Judenchristen waren und im Rheinland unter ihrer Führung eine neue „römische“ Rechts-Religion entstand.

 

Es ist müßig, weiter über die Etymologie von pipin nachzusinnen: es gibt keine. Im fantomzeit-Forum / Thema: „Karlmann“, einigte man sich immerhin darauf, dass „Pippin […] nicht ein Vorname, sondern ein Beiname ist“ [V.O. am 23.7.07]. Wenn pipin auch nicht ´der Kurze` sei, so bezeichne er doch stets „etwas Kleines“ [hek am 23.7.07]. Dies mag sein oder nicht; nachdem das Wort einmal entstanden war, wird es jeder in seiner eigenen Sprache verstanden und sich darunter etwas vorgestellt haben.

Ob das fehlgelesene Wort PIPI tatsächlich unter „fränkischen Karolingern“ zum Beinamen einer noch unbekannten realen Person wurde, oder ob und wann die lateinische Schreibung (die z.B. von Münzen bekannt war) genealogisch in Dokumenten aufbereitet und damit personalisiert wurde, ob dann – gestützt auf solche Aufbereitung – das Ganze für chronologisch relevant gehalten und im 16. Jh. auf der Zeitachse verankert wurde… mag offen bleiben, bis neue Informationen zur Verfügung stehen.

 

Das Judenchristentum führte das Schrifttum und die Lehre des älteren hellenistischen Judentums weiter, nachdem dieses vom nachfolgenden talmudisch-rabbinischen Judentum abgelehnt wurde. Seitdem gab es Feindschaft einerseits zwischen dem älteren mosaischen Judentum (Karäer) und dem jüngeren Talmudjudentum, so wie zwischen Talmudjuden und Judenchristen. In beiden Lagern fanden sich zahlreiche Leviten ein, das heißt: gebildete Priesterschaft ohne Tempel, die aber Erfahrung hatte im Umgang mit Kapitalien und Wertgeschäften so wie mit der Herstellung von Dokumenten.

Als „Juden“ wurden lange Zeit sowohl hellenistische Juden wie Judenchristen bezeichnet; sie waren die „Kirche des Alten Bundes“, die mehr oder weniger strikt am Pentateuch bzw. der Thora orientiert blieb. Dieser Bund zerfiel, als ein großer Teil des Judenchristentums den Jahwe-Glauben ausbaute zu einem messianischen Zionismus (himmlisches Jerusalem, Tochter Zion…..), der einen neuen Tempel erstrebte und sich „Kirche des Neuen Bundes“ nannte (gestützt auf Jeremia 31:31). (Bitte nicht verwechseln mit dem von der Kirche deklarierten „neuen Bund“ durch Jesus in den Evangelien!).

Vielleicht sorgte diese judenchristliche Richtung erst für Jahwes Verschriftlichung, so wie es zu Psalmen und anderen „alttestamentlichen“ Schriften und Textinterpolationen beitrug.

 

Hier ein Szenario, wie es vermutlich weiterging:

Verschiedene judenchristliche Fraktionen fassen in Europa Fuß und versuchen in Fortsetzung der antiken Tradition „heiliger Kriege“ als Mittel zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen [vgl. Müller 2007, 678], mit sogenannten „bewaffneten Wallfahrten“ (später Kreuzzüge genannt) und durch Einnahme Jerusalems und (Wieder-)Errichtung des Tempels ihre (vor allem: wirtschaftliche) Macht- und Kontrollstellung im Orient zu sichern oder zurück zu gewinnen.

Zu diesem Zweck wurde die Göttinnenreligion – regional unterschiedlich –  assimiliert („schwarze Madonnen“) oder eliminiert (Steinigung der „Diana v. Trier), im Rheinland kommt vermutlich eine Union mit den Heroenkulten zustande und in verschiedenen Regionen mit Teilen der manichäischen Kirche, die beide nicht zu den (wirtschaftlichen) Verlierern gehören wollen. In vielen Kirchen Burgunds findet sich die Darstellung der Bundeslade oft auffällig zentral platziert, die Reliquienbehälter werden nun oftmals als Bundeslade (heiliger Schrein) gestaltet und in ganz Europa entstehen die Stätten des himmlischen Jerusalem. Die in den Evangelien ursprünglich abgeschaffte Endzeiterwartung wird durch die Gleichung Christus = Jesus mitgenommen.

Wer nicht mitmachte bei der Errichtung einer starken, religiös fundierten Wirtschaftsunion wurde beseitigt, was z.B. bei den Kartharern gelang, bei den Lombarden nicht. Dieser machtpolitische Hintergrund scheint mir auch im Kampf zwischen Welfen und Staufern eine Rolle zu spielen. Im Orient führt der gleiche Prozess zum Kampf zwischen „schiitischen“ Glaubensrichtungen und der judenchristlich dominierten „sunnitischen“ Orthodoxie. Daraus resultierten meiner Ansicht nach jeweils bisher wenig untersuchte Koalitionen und dynastische Verbindungen zwischen europäischen und orientalischen Herrscherhäusern seit dem frühen 9.Jh. bis gegen Ende der Kreuzzüge.

Wie sich in dieser Kirchenunion das römische Kreuz gegen das byzantinische durchsetzt (letzteres ziert noch karolingische Münzen in seiner Form als Tatzen- und Krückenkreuz), und schließlich das Kruzifix, ist ein angrenzendes Thema, welches in die Konkurrenz der nun entstandenen religiösen Richtungen dieses Christentums, ihren Kampf um das Papsttum, so wie um Kaiser und Papst, gehört.

 

Diese Entwicklung und das Scheitern der Kreuzzüge bewirkte in Europa bei etlichen Judenchristen eine Abwendung von der christlichen Kirche und Hinwendung zum talmudischen Judentum, welches sich durch Integration seiner einst abgestoßenen Elemente erneut veränderte (Erst seit Ende des 14. Jh. wird der Messiasstern zum „Judenstern“ und die griechisch-hebräische Kabala gilt als „jüdisch“.)

Das alttestamentliche Christentum des „alten Bundes“ verschwindet weitgehend während der Reformation aus der Kirche, jenes des „neuen Bundes“ breitet sich mit den Puritanern in Nordamerika aus.

Der hebräische Gottesname des Pentateuch lebt in der katholischen Kirche bis heute fort im „Lobet Jahwe“, welches eigentlich ein halal = „Jauchzen“ für IaHWe ist (halalujah) und das Kyrie eleison gilt inzwischen Jesus Christus. 

Weltweit agieren heute aus den obersten Etagen von Wirtschaft, Politik, Religionen und Logen aller Art – teilweise konkurrierend – unterschiedliche messianisch-chiliastische Gruppen, und plagen die Welt mit ihrem unverschämten Glaubenseifer.

 

Literatur:
Brätz, Herwig (2000): Das Karlsmonogramm. ZS, 116

Dassmann, Ernst (Hg.) (1996): Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. XVIII, Stuttgart

Heinsohn, Gunnar (2001): Karl der Einfältige- Imitator oder Urmuster? ZS 4, 631-661

Merkelbach, Reinhold (2001): Isis-regina, Zeus-Sarapis. Leipzig

Müller, Zainab Angelika (2000): Die Wiedererweckung Jesu – einige Streiflichter. ZS 3, 519-531 (http://www.carotta.de/subseite/echo/zs-am.html)

-          (2007): „Der Illig“ oder: Warum eine Festschrift? In: Andreas Otte (Hg.): Zeitenspringer. Heribert Illig zum 60. Geburtstag. Oerlinghausen

-          (2007): Die Franken sind kein „Stamm“. ZS 3, 657-681

 

 

02:23
5. September 2008


zam

Member

Beiträge 12

Vorab die Bitte um Nachsicht für die Tücken der Technik, welche die Umschrift hebräischer Buchstaben schwierig machte und deshalb zu einem Fehler führte: oben muss es heißen   י ה ו ה .

In Ergänzung zu meinem obigen Text hier weitere Indizien:

Der Hinweis, dass unwissende griechische Christen die hebräischen Buchstaben für Jahve verkehrt herum „als griechisches P I P I  lasen und Pipi aussprachen“, findet sich schon bei Dornseiff. Ihm zufolge stammt diese Behauptung von Hieronymus, Ps. Euagrius und Syrohexaplass [111, Anm.1]. (Zugleich bringt er hier weitere Beispiele für solche Vorgänge.)

Er stellt diese Vorgänge in einen engen Zusammenhang mit gematrischen Verfahren, einer besonderen Form der Buchstabenmystik, welche mit der Umsetzung von Worten in Zahlen arbeitet.  So findet er eine Erklärung für „die Seltsamkeit [im Alten Testament / zam], daß eine mit solch unglaublicher Akribie durchgeführte Textfixierung es nicht einmal zu einer konsequenten Rechtschreibung gebracht hat. Die fortwährende wechselnde Auslassung und Einschaltung der [hebräischen Buchstaben] mit den Zahlwerten 1, 10, 6, 5 dient der Erzielung von Psephen, die zu 26 = י ה ו ה  in Beziehung stehen. Den masoretischen Pflegern des heiligen Textes [...] tritt man mit dieser Vermutung nicht zu nahe.”  [110]

Nochmals: Die hebräischen Buchstaben für IHWH (genauer: Y-H-W/O-H) haben den Zahlenwert 10, 5, 6, 5 = 26.  „Von der Möglichkeit, den Gottesnamen durch die Psephos auszudrücken, hat man oft in frommer Absicht Gebrauch gemacht. Man […] ersetzte ihn durch eine mathematische Hypostase.” [110] Dornseiff genügt diese Erklärung zur Zahl 26. Wenn der Ursprung des Namens jedoch in IAO liegt, bedarf es weiterer Erklärungen, denn IAO steht ursprünglich für das abnehmende und ansteigende Licht des Mondes und hat deshalb in einem älteren Stellenwertsystem der griechischen Buchstaben den Zahlenwert 27 [vgl. Müller 2007].  Diesen Zahlenwert hat IHWH nur, wenn tatsächlich auch die bei Dornseiff genannte 1 ins Spiel kommt, die dem Laut „a“ entspricht, so dass aus I(A)HWH überhaupt Jahwe werden konnte.

Damit wird die Behauptung der Kirchenväter, es liege eine dumme „Fehllesung“ zwischen (hebr.) I(A)HWH und (griech.) PIPI vor, zunehmend fraglich.

Deshalb muss auch nach dem Zahlenwert des ‚falsch herum’ gelesenen P I P I  gefragt werden. Nach dem meistverwendeten und jüngeren milesischen System [vgl. Müller 2007] beträgt dieser  80 + 10 + 80 + 10 = 180.

Die Buchstabenmystik begann in der Antike und pflanzte sich in allen Religionen – besonders stark unter messianischen Kreisen – durch die Spätantike in die frühe Neuzeit hinein fort. Nur katholisch-lateinische Kirchenlehrer eiferten dagegen, weil sie es kaum noch verstanden; ein solcher (angeblicher) Verlust gematrischer Kenntnisse fand aber noch nicht im 4. Jh. statt sondern m.E. erst (und zunächst nur) in dem Maße, wie das fränkisch-lateinische Christentum sich durchsetzte.

Im lateinischen Pipi vermag ich keine gematrische Bedeutung mehr zu erkennen. Dennoch wäre es unvorsichtig, nur bedeutungsfreie  lateinische Umschrift anzunehmen, womöglich auf Grund von Unverständnis über die Bedeutung der griech. Schreibung. Zumindest ikonographisch hat man sich offenbar etwas mehr dabei gedacht: Die auf Münzen zu sehenden “P” von PIPI ähneln in all zu auffälliger Weise der (vermutlich fälschlich) sogen. “P”-Schlaufe am “Christusmonogramm”, welches in der katholischen Kirche als PAX Christi  bezeichnet wird.

 Da dieses Zeichen auf den Münzen der Merowinger erscheint, deutet dies evtl. auf eine fränkische Verbindung zwischen Judenchristentum und römisch-konstantinischem Heroen-Christuskult. Es bleibt weiter zu untersuchen,  wie sich der angebliche Sturz der Merowinger bzw. die fränkische Revolution abspielte und wie hier verschiedene religiöse Kulte des Reiches beseitigt oder vereint wurden.

 

 Literatur:

Franz Dornseiff : Das Alphabet in Mystik und Magie. Berlin 1925 

Z.A.Müller: Apokalypto – Zahlencodes und Finsternisse. Berlin 2007 (Typoskript)

15:26
10. September 2008


zam

Member

Beiträge 12

Per mail wurde mir mitgeteilt, ich hätte Dassmann nicht korrekt wiedergegeben. Dies sei nachgeholt:

Ich beziehe mich auf Dassmanns Text über „Iao (’Iaw)“, in Bd.XVII, Stuttgart 1996.

Obwohl Iao als Haupttitel erscheint, schreibt Dassmann im Text stets ’Iaw. Bereits dies zeigt, dass der Unterschied zwischen Omega und Omikron in der bisherigen Forschung keine Rolle spielt. Für jene, die den Begriff bildeten und benutzten, war der Buchstabenzahlenwert aber mit Sicherheit relevant [s.o.].

(Falls in magischen Texten tatsächlich ’Iaw steht, liegt m.E. entweder ein Verlust der Kenntnis der wahren Bedeutung vor, oder seine kosmologische Bedeutung wird durch Einbindung in andere Wortzahlen verborgen.)

Laut Dassmann war das Tetragrammaton (vier Konsonanten: JHWH) „ursprünglich ein Trigrammaton“, welches durch die „phonetische Transkription ’Iaw“ wiedergegeben wird.

Das heißt, „’Iaw [ist] eine bisyllabische Transkription einer verkürzten Form des traditionellen hebr. Gottesnamens JHWH, ausgehend von der kürzeren Form jh oder jhw, vokalisiert als Jâ (h) oder Jâ(w).“  Mit anderen Worten: Zuerst war da der hebräische Gottesname in einer einfachen Form (oder in mehreren?), und daraus wurde das griech. ’Iaw, welches somit nichts anderes meine als eben den hebräischen Gottesnamen.

Dies erklärt weder, woher der hebräische Gottesname stammt, noch wieso die Griechen unter IAO offenbar was ganz anderes (s.o.) verstanden als der Pentateuch.

Selbstverständlich ist diese Auffassung (über die Genese) des Namens JHWH eng verknüpft mit der herrschenden Chronologie und Lehre über die Entstehung der Bibel und der Datierung der entspr. Textquellen.

Darin ist die Entstehung der Septuaginta ein eigenes Kapitel:

„Die Septuaginta (lateinisch für 70) leitet ihren Namen von der Aristeaslegende ab, nach der im ägyptischen Alexandria im 3. vorchristlichen Jahrhundert 72 jüdische Gelehrte [je 6 aus den 12 Stämmen Israels] die Tora (5 Bücher Mose) in 72 Tagen aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt hätten. Die Zahl 72 wurde auf 70 abgerundet und wird oft in abkürzender Schreibweise als LXX notiert (= siebzig). Septuaginta“ oder „LXX“ bezeichnet aber nicht lediglich die Übersetzung der Tora, sondern bezieht sich stets auf das gesamte griechische Alte Testament.“ [wikipedia]

Bei Dassmann heißt es: "In der Hexapla des Origenes geben die griech. Versionen der LXX, des Aquila u. des Symmachus alle JHWH mit  Π I Π I wieder."

Abhanden gekommen ist mir leider ein Text, dem ich entnahm, nach Rydberg seien es 72 Übersetzer gewesen wegen der 72 Namen Gottes, die in der hebr. Fassung des 2. Buches Mose, Kap14:19-21 verborgen seien. Sollte diese Zahl von Gottesnamen (6 x 12 und 4 x ein Saros ?) sich bestätigen, so bekäme Folgendes seinen Sinn:

Die 72 spielt in der Spätantike eine ganz besondere Rolle: bereits vor Augustinus sollen aus der Völkertafel im AT 72 Völker abgeleitet worden sein; in der frühen syrischen und byzantinischen Kirche gab es eine Tradition, 72 Sprachen als Resultat des gescheiterten Turmbaus zu Babel anzunehmen, und eine apokryphe syrische Schrift zum AT erwähnt 72 Sprachen und 72 Stammhäupter. Diese 72 Sprachen finden sich auch in der Weltchronik des Hippolyt von Rom. Sie finden sich bei Beda und Heimo von Auxerrre, und seit 11. Jh. in der  mittelalterlichen Weltchronistik [nach Simek, 215 ff].

Bisher lautet die Bibelgenese: ein hebräischer Text (Pentateuch) wird in verschiedenen Etappen seit -250 bis ca. -130 ins Griech. übersetzt. Diese “Septuaginta” erlebt um die Zeitenwende verschiedene lateinische Übersetzungen, bis Hieronymus im 4. Jh. direkt aus dem hebräischen Urtext eine lateinische Übersetzung herstellt.

Nach Lage der Dinge könnte die Genese anders lauten: ein anfangs griechischer Urtext hebräischer Mythologie wird übersetzt (und verändert) in Hebräisch und die erste Fassung später als “Septuaginta” bezeichnet. Zunächst aus dem griech., dann durch Hieronymus aus dem hebr. Text entstehen lateinische Übersetzungen.

 Nach Lage des Dargestellten halte ich das griech. IAO (und eben nicht ’Iaw) mit seiner „Mondzahl“ (27) für älter als JHWH. Die hellenistischen griechisch sprechenden Hebräer, die unter Führung der Leviten das Judentum konstituierten, bilden ihren IHWH lautlich dem griech IAO nach. Die Abschaffung des „kyrios“ und die Hebräisierung des IAO gehören zur Schaffung einer eigenen kulturellen und religiösen Identität dieser kosmologisch bewanderten, semitisch sprechenden Hebräer innerhalb der hellenistischen Kultur.

Die verschiedenen Vorstellungen darüber, wie die Bibel entstand, ändern nichts an der Entstehung des Pipi(n), geben dieser aber einen jeweils anderen Hintergrund.

Literatur:

Rydberg, Victor:  Middelalderens magi. Kobenhagen 1873     

Simek, Rudolf: Altnordische Kosmographie. Studien und Quellen zu Weltbild und Weltbeschreibung in Norwegen und Island vom 12. Bis zum 14. Jahrhundert. Walter de Gruyter, 1990 [Auszüge im Internet]

 

18:28
10. September 2008


zam

Member

Beiträge 12

Was Pipi(n) betrifft, jenen Hausmayer, der zusammen mit Bischof Arnulf von Metz die Merowinger gestürzt haben soll, gibt es einen interessanten Hinweis in Anwanders Text über Faußner betr.Wibald:

Um zu verhindern, dass dem König von einem aufmüpfigen Majordomusgeschlecht zukünftig ähnliches widerfahre, wie dem Merowingerkönig, wurde von Pipin die Erblichkeit des Maiordominats ausgeschlossen, indem nun jeweils ein hochangesehener Prälat berufen wurde, der den Titel archipellanus führte. Bei der Wahl eines neuen Königs führte dieser Erzkapellan als erster Repräsentant das regnum und war später so etwas wie der zweite Mann im Reich nach dem König.

Ich bin nicht sicher, ob dies so gemeint ist, dass Pipin das Amt des Erzbischofs einführt…. Wie auch immer, wer wurde dann der von ihm ausgewählte archipellanus? Etwa Arnulf von Metz? Mag sein, dass mir entgangen ist, dass er am Ende seines Lebens Erzbischof war. Aber wieso hätte Pipin ihm, seinem Partner,  die Regentenwahl überlassen und derart viel Macht geben sollen? Warum hätte Pipi überhaupt so etwas tun sollen? Die Logik, das, wovon er gerade selbst profitiert hat, für später ausschließen zu wollen, überzeugt mich nicht. Es stellt eine Entmachtung des Majordomusamtes dar, die m.E. nicht von einem solchen selbst ausgegangen sein kann.

Solange es den Majordomus gab, bestand eine Dualität von Herrschaft und Königtum, und Urkunden kamen nur aus der Herrschaft, weshalb es keine echten Königsurkunden aus dieser Zeit gibt. Wann und wie endet also das Amt des Majordomus? Und Seit wann gibt es wirklich Erzbischöfe? Und seit wann sind sie derart mächtig?

Mir scheint, hier geht es um die mit Urkunden erkämpfte Übernahme des römischen Rechts durch das Kirchenrecht gegen das alte Königsrecht.

Das von Faußner beschriebene (und aus den Quellen abgeleitete) Szenario macht m.E. nur Sinn, wenn es später, als die Kirche bereits über den entsprechenden Einfluss im Reich verfügte, in Texten nachträglich so hinfrisiert wurde.

Wahr an der Sache ist m.E. nur eins: die Kirche (über)nimmt die Macht des Majordomus….und insofern ist Pipi(n) auch hierfür der “richtige Vater”.

21:23
11. Oktober 2008


jb

Member

Beiträge 477

In der Abteilung "Kritik", im Thread "Erweiterte PIPI-Gematrie und kompustistische Interpretation", antwortet Volker Dübbers mit gematrischen Überlegungen zum Thema.

02:14
20. Oktober 2008


zam

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Beiträge 12

Ich möchte hier zu den Ausführungen von Volker Dübbers Stellung nehmen, weil ich ihm einige wichtige Hinweise verdanke, aber ihm nicht in allen Punkten zustimme. Außerdem sieht er zahlreiche gematrische Bedeutungen im Wort PIPI, ohne zu sagen, welche Schlüsse er daraus zieht. (VD im Folg. kursiv)

1. )

Die Wortzahl für PIPI ist „im Neugriechischen (ab ca. + 600) und im Hebräischen identisch: 80, 10, 80, 10. Bei mir gibt das übrigens eine Summe von 180 oder 90 und 90. Diese Teilung erscheint mir wichtig für die weiteren griechischen Gematrien. Multipliziert erhalten wir bei dieser Zweiteilung 8100, den Kehrwert.“

Verwendet wurde hier das milesische  (Zahlwert-)System. Das „übrigens“ bezieht sich vermutlich auf einen Schreibfehler in meinem Text vom 5.9.08 (dort stand 100 statt 180), aus dem ich entsprechend falsche Schlüsse zog; inzwischen wurde dies korrigiert.

Die Quersumme der Wortzahl  P I P I  ist neun. Wer will, kann darin noch die Bewahrung des Bezugs zum Mond sehen.

Dankbar bin ich VD für die Annahme, dass die „Teilung“ bzw. Doppelung im griech. Wort  Π I Π I  und damit im Zahlwert, bei der gematrischen Bedeutung eine Rolle spiele. VD sagt dazu weiter nichts. Dies kann jedoch nur der Fall sein unter der Voraussetzung, dass das hebr. IHWH im Griechischen absichtlich als Π I Π I  geschrieben wurde. Als Indiz muss dann eine besondere Bedeutung der 90 bzw. 180 gefordert werden.

In meiner Broschüre „Apokalypto- Zahlencodes und Finsternisse“ liste ich u. a. die wichtigsten Saros-Zyklen (Sonne-Mond-Finsterniszyklen) auf. Während ich darin noch schrieb, die 90 für 5 Saren tauche in der Literatur vielleicht deshalb nicht auf, um Wortzahl-Verwechslungen mit der Venuszahl 5 zu vermeiden, erweist sich nun durch die Doppelung die Wortzahl  P I P I  als ein zentraler Begriff innerhalb der Finsternis­berechnungen:

In rund 90 Jahre ereignen sich fünf Saren, gut 180 Jahre entsprechen 10 Saren. Im Zusammenhang mit den Saren weist die Zehn nicht auf ein Dezimalsystem, sondern auf das System der Saroszählung mit den fünf Fingern (3+2) beider Hände, also ebenfalls einer Doppelung [nähere Erklärungen ebd.]. Diese Methode umfasst jeweils einen 60-jährigen Zyklus (Sossos), der in  Π I Π I  bzw. 180 dreimal enthalten ist.

Es besteht eine Analogie zwischen Π I -  Π I (90-90) und den beiden Händen, welch letztere als 3, 2  und 5 sowohl bei den „Pythagoräern“ wie in der magischen Schrift des hebräischen Sefer Jezirah eine besondere Bedeutung zukommt: 3 + 2 oder 32 meint dort die ganze Offenbarung, die ganze Welt als Eines. In meiner oben gen. Broschüre schreibe ich, dass mit diesen Zahlen „von judenchristlichen Priestern, Kalendermachern und Chiliasten aller Art zahlreiche Kunststücke produziert wurden, die nur noch nicht allgemein als solche (an)erkannt sind.“ Der dort zusammengestellten Liste lässt sich nun  Π I Π I  als Produkt der Spätantike hinzufügen.

 2.)

Am Rande: „JHVH wechselt ständig seine Planetenzuordnung…Jahwe wird üblicherweise mit Saturn identifiziert“. Inwiefern und Wo?“

Worauf stützt sich die Identifikation von IHWH als  „Ja-Ve“, und schließlich als  Ju-piter? 

Dann ist Jupiter logischerweise „eigentlich“ auch Saturn !?

VD bleibt bei der konventionellen Erklärung der Herkunft des Aton-kultes von Echnaton als  „Sonnenabetung“ und meint, die Juden hätten zwar die Sonne, aber keine Planeten mehr anbeten dürfen (also auch nicht IHWH) und deshalb aus Aton Adonai „Herr“ gemacht. Ich finde das wenig plausibel, halte das mit der „Sonnenanbetung“ ohnehin für ein Missverständnis und weise hier der Kürze halber nur drauf hin, dass ich in meiner oben gen. Broschüre andere Zusammenhänge zwischen jüdischem Kalender und Aton-Kult zeige.

 3.)

Weiter gibt VD eine „Altgriechische Gematrie von PIPI: 70, 9, 70, 9 oder 2 x 79 = 2 x Elementarzahl von Gold.“

Auch hier geht VD wieder von der Teilung aus, doch die Werte werden diesmal nicht addiert, sondern multipliziert. (Vielleicht, weil gematrisch aus 2 x 79 nichts zu machen ist?) Allerdings nur die Werte der beiden „Teile“; diese werden dann wieder addiert. VD begründet dieses Vorgehen nicht; er bekommt jedoch auf die Art Zahlen, die ihm die Richtigkeit seiner Operation zu bestätigen scheinen: „In der Multiplikation haben wir 630 und 630 = 1260 : 3,5 = 360 bzw. 1260 : 7 = 180, siehe oben. Die Zahlen 3,5 und 1260 spielen in der Apokalypse eine wichtige Rolle.

Der Autor sagt nicht, für wie alt er Π I Π I  hält; da es jedoch kein altgriechisches Wort ist, unterliegt es auch keiner „altgriech. Gematrie“. Hier wird das griech. Alphabet mit Zahlwerten verwendet ohne die drei Zusatzbuchstaben (Vau, Qoppa, Sampi); so etwas ist mir bisher nur bei Papke begegnet: dies Alphabet hätte nur Zahlen bis 600 umfasst. Mir ist in der Literatur nie begegnet, dass es so etwas gab. Außerdem hätten bereits vor Einführung der Zusatzzeichen die Buchstaben neben ihrem jeweiligen Stellenwert einen Zahlwert gehabt, der dann aber mit den Zusatzzeichen geändert wurde (und die ganze alte Gematrie mit einem Schlag vernichtet hätte!)?  Das ist schwer vorstellbar und wäre zu belegen. Mir erscheint es derzeit wahrscheinlicher, dass die Zahlwerte (in drei Gruppen: Einer, Zehner, Hunderter – bis 9, 90, 900) überhaupt erst mit den Zusatzbuchstaben eingeführt wurden.

Es müsste also zunächst belegt werden, dass dies Zahlenwertsystem überhaupt existiert hat. Andernfalls lässt sich ein gematrischer Zusammenhang zwischen Pipi und der Apokalypse des Johannes nicht behaupten. Dann wäre dies ein Beispiel dafür, dass nicht jede „bedeutsame“ Zahl schon gematrisch beabsichtigt sein muss. Irrtümer sind immer möglich, deshalb müssen die Prämissen ebenso wie der Kontext gut geprüft sein.

(Gerade bei der Gematrie dreht man sonst in Gefilde ab, in denen die große Göttin Ahmaz lauert: Alles hängt mit allem zusammen => Zahlwert: 1-8-40-1-7 = 57 / 12 / 3   oder Stellenwert: 1-7-12-1-6 = 27 / 9 …… so steht sie wohl für den Mond und herrscht trinitarisch über den Tierkreis?).

4.)

Im altgriechisch-pythagoräischen System bei dem die Buchstaben von 1 bis 24 gezählt werden, ist die Gematrie von PIPI: 16, 9, 16, 9 = 50. Übertragen auf Neugriechisch und Hebräisch ist 50 = N, der Fisch und ebenfalls Gotteszahl von JHWH.“

Wieso letzteres, bleibt mir rätselhaft. Mir ist nicht bekannt, dass Jahwe irgendwo „Fisch“ wäre, oder mit dem „NUN“ des AT gemeint sei.

Bei dem hier angewendeten System handelt es sich schlicht um den Stellenwert der griech. Buchstaben (ohne die drei Zusatzzeichen).  Falls dieser Wert 50 für PIPI überhaupt eine gematrische Bedeutung hat, muss sie anders erschlossen werden.

VD nennt selbst eine zweite Spur, und zwar wieder über die Methode der „Teilung“(s. o.): „16 und 9 multipliziert ergibt 144“. Das ist 12 x 12 und könnte genügen.

Ob das hebräische Wort EMET = Wahrheit“ bemüht werden muss mit den Buchstaben  AMT  1, 40, 400, => 441 oder (!?) 144, (bestehend aus erstem, mittlerem und letztem Buchstabenzeichen des hebr. Alphabets), kann offen bleiben.

Dass 144 x 1000 die Zahl der von Jahwe Geretteten der Apokalypse ist, weist nicht auf einen Zusammenhang zwischen PIPI und Apokalypse, sondern liegt daran, dass sie auf dieses Wort Bezug nimmt (die Gerechten sind Anfang , Mitte und Ende => 144).

Weiter erwähnt VD, dass der tausendste Teil des Platonischen Jahres „25920 : 144 = 180, womit wir wieder beim ersten gematrischen Wert wären.“

5.)

Die Teilung oder Doppelung bei der Wortbildung PIPI könnte tatsächlich gewollt sein als Analogie zu den beiden “Sonnenkreisen” Ekliptik und Horizont, die als zwei sich schneidende Kreise oder zwei Hälften eines Kreisbogens dargestellt werden. Im Mittelalter erscheint die Zusammenfügung der Kreise als geometrische Darstellung eines “himmlischesn Räderwerks”, die der kreisbögen als “Mandorla”. Letztere wird wegen affektiver und formaler Ähnlichkeiten mit dem heiligen Fisch identifiziert.

Wenn im Rahmen einer judenchristlich-hellenistischen Kosmologie der Gesetzesgott der Thora von einem Weltengott der Himmelskreise abgelöst werden sollte, wäre PIPI eine geeignete Wort-Zahl gewesen. Die Erkenntnis der Möglichkeiten des Wort-Zahl-Gebildes erforderte lediglich die Kenntnis der Zahlwerte der griech. Buchstaben von 1 bis 900 und ihrem Stellenwert.

 

 

21:46
23. Oktober 2008


jb

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zam schrieb: Weiter gibt VD eine „Altgriechische Gematrie von PIPI: 70, 9, 70, 9 oder 2 x 79 = 2 x Elementarzahl von Gold.“

Wenn wir dann doch in diesem Thread über Gematrie diskutieren wollen, stellt sich mir folgende Frage: Die 79 als Elementarzahl des Goldes gibt es erst seit dem von Mendelejew aufgestellten Periodensystem. Wird nicht damit die Aussagekraft der Feststellung, dass der Ausdruck "PIPI" gematrisch zweimal die Elementarzahl von Gold ergibt, gleich Null?

08:33
26. Oktober 2008


jb

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jb schrieb:

Wenn wir dann doch in diesem Thread über Gematrie diskutieren wollen, stellt sich mir folgende Frage: Die 79 als Elementarzahl des Goldes gibt es erst seit dem von Mendelejew aufgestellten Periodensystem. Wird nicht damit die Aussagekraft der Feststellung, dass der Ausdruck “PIPI” gematrisch zweimal die Elementarzahl von Gold ergibt, gleich Null?


Hinweis: VD hat meine Frage im Thread Erweiterte PIPI-Gematrie und kompustistische Interpretation beantwortet.



 
"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." [Goethe zu Johann Peter Eckermann]