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Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter?

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Magyaren oder Madjaren

BenutzerBeitrag

21:51
28. Juni 2008


timeslip

Member

Beiträge 335

Magyaren oder Madjaren laut Wikipedia;

http://de.wikipedia.org/wiki/Madjaren

22:11
28. Juni 2008


timeslip

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Beiträge 335

Nach jahrzehntelangen Plünderungszügen gegen das Ostfrankenreich und Großmähren überquerten schließlich 896 die Vorfahren der Magyaren als Reitervolk mit großen Viehherden (siehe Ungarisches Steppenrind) die Ostkarpaten, wo sie sich vorläufig im oberen Theiß-Gebiet niederließen, wo sie auf eine slawische Vorbevölkerung trafen.

FALSCH!

Richtig laut H.C;
Die Magyaren (türksprachige Reitervolk) ohne Viehherden überquerten die Ostkarpaten im Jahre AD 889 laut Regino, (laut H.C. n.u.Z. 1079.) die Ostkarpaten, wo sie sich vorläufig im Siebenburgen (sieben Stämme) niederliessen, wo sie hungarische (frühe hunnische Bevölkerung trafen. Der König war damals der junge Salamon.

09:07
20. Juli 2008


timeslip

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Beiträge 335

V. O. schrieb; Leider habe ich mich bislang mit der Hungarischen Geschichtsschreibung noch zu wenig auseinandergesetzt.

Schade, weil Hungaria schon ein Königreich war als die deutsche nur miteinander streitende Stammesherzogtüme waren.

Beispiel; Das Jahr 1101 u.Z. (Trad. AD 911)
Konrad konnte Macht der Stammesherzoge nicht brechen.
Koloman (genannt der Buchkundige) war der König des Hungarischen Königreichs.
Die türksprachige Magyaren lebten in Westungarn unter Herrschaft Herzog Álmos
Die Bayern (Arnulf) beauftragten die Magyaren gegen Franken Krieg zuführen.

13:16
20. Juli 2008


Vinzenz Obinger

Member

Beiträge 177

Dass ungarische Geschichtsschreibung spannend ist, ist mir allerdings nicht entgangen. Nur deren "Auswertung" hinsichtlich möglicher Fantomzeiten ist mir noch unklar, was vor allem auch daran liegt, dass ich kein ungarisch kann und leider viele Sachen nicht übersetzt vorliegen.

Was muss ich zum Beispiel von folgendem Text halten?:

VALKAI ANDRÁS: Genealogia historica. REGVMHVNGARIAE, Az Az. Az Magyar Királyoknac eredetekrõl, és nemzetségekrõl valo szép Historia. 0049

"Sánta Carolnac lõn attol egy fia,
Carolus Marcellus õ neue vala,
Marcellus fia Carobertus vala,
Kit Magyaroc Carolnac hinac vala."

10:58
16. Oktober 2008


timeslip

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Beiträge 335

Gedruckt wurde im Jahre 1576 im Kolozsvár, (Heute Cluj Rumenien)

11:10
16. Oktober 2008


timeslip

Member

Beiträge 335

Maximilian Georg Kellner

Die Ungarneinfälle im Bild der Quellen bis 1150 (München 1997)

……

Laut H.C.;

Letzte Magyareneinfall war im Jahre Anno Domini 955 oder n.u.Z. 1145!  

Damals Géza II. war der König des Hungarischen Königreichs. (1141-1162)

16:33
22. Oktober 2008


timeslip

Member

Beiträge 335

 

                    Neuschreibung der Geschichte von Hungaria

 

Nach der Lehre der herrschenden Ansicht (Kurzform: LHA) waren unsere Ahnen, das die heutige ungarische Sprache sprechende [„finnougrische“] Volk, 895/896 n.Chr. in das Karpatenbecken eingedrungen und hatten sich dort niedergelassen.

Laut etwas abweichender Ansichten, können sich einige Gruppen des ungarischen Stammesverbands auch schon sogar 892 oder 894 angesiedelt haben. Darin sind sich die werten Akademikerkreise völlig einig, dass der Ansiedlungsprozess bis 900 abgeschlossen war, und die Ungarn der siegreichen „Schlacht bei Bresalausburg“ von 907 zufolge endgültig Herren über das Karpatenbecken wurden. Manche sind der Meinung, dass ihr Einzug eine bewusste, vorgeplante Aktion gewesen sei, während andere meinen, er sei die Folge der petschenegisch-bulgarischen Niederlage gewesen. Nach der von der UAW (Ungarische Akademie der Wissenschaften) herausgegebenen offiziellen Chronologie, waren jedenfalls im Frühjahr von 895 „die am Leben gebliebenen Ungarn Hals über Kopf über die Pässe und Höhen des Karpatenbeckens nach Transsylvanien geflohen.”[1]

Sehr abweichende Akademikermeinungen sind in Umlauf auch darüber, wie viele sie an der Zahl waren. Wenn viele, dann waren sie Halbnomaden, wenn wenige, dann Nomaden. Das Wesentlichste ist, sie sprachen finnougrisch, und assimilierten geschickt Menschen und Völker, die in ihre Nähe kamen. 

 Bezüglich der Ureinwohner des Karpatenbeckens wird die Palette durch die weit verzweigten Akademikeransichten noch abwechselungsreicher. Nach der Meinung von Vielen war das Karpatenbecken eine öde, verlassene, also unbewohnte Gegend, in der Vorstellung von anderen hingegen, war dieses Gebiet am Vorabend der „Landnahme“ voll gestopft mit Slawen und Mährenslawen, die die Ungarn natürlich ausrotteten. Andere wiederum, glauben vereinzelte Awarengruppen, bulgarisch-türkische Stämme, gelegentlich auch angesiedelte bulgarisch-slawischen Völker in der nebelhaften Ferne wahrzunehmen. Eins steht fest, die Awaren konnten unmöglich Hunnen gewesen sein, denn wären sie doch welche gewesen, hatten sie sich bis zur Ankunft der Ungarin slawisiert.

 Nach der Meinung der Archäologen war das Karpatenbecken zur Zeit der Ankunft der Ungarn dicht besiedelt, und sie fanden keine Massengräber vor, die auf Völkermord durch die Ungarn hindeuten würden.

Es ist ein wichtiges Axiom, dass von einer ungarisch-hunnischen Verwandtschaft überhaupt nicht die Rede sein kann, weil die Ungarn darüber erst im 12. Jahrhundert von westlichen Völkern gehört haben können. Nach der Formulierung des Lexikons der ungarischen Frühgeschichte ist also die Theorie über die hunnisch-ungarische Verwandtschaft das Ergebnis einer von der scheinbaren Ähnlichkeit – höchstwahrscheinlich vom Ausland – ausgehenden Kombination von gekünstelter Wissenschaftlichkeit aus dem Mittelalter, und nicht das Resultat einer Theorie, die sich vom ursprünglichen Traditionsbewusstsein des Ungartums oder der Dynastie genährt hatte.”  

          Aufgrund der obigen Ausführungen ist die Geschichte und die Ansiedlung der Ungarn im Karpatenbecken zwischen 895 und 900 zu setzen, weshalb davor irgendwelche hunnische Kontinuität zu suchen, eine schleierhafte Vision sei.

Zumindest nach den akademischen Ansichten.  (LHA!)


[1] Z. H., Machtverhältnisse im Karpatenbecken, S. 8

10:31
2. Mai 2009


timeslip

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Beiträge 335

 

 "Vorwort zum Einzug der Magyaren

 

Im Bezug auf den Einzug der Magyaren (des Volks von Árpád) verfügen wir über ausreichende ausländische Quellen, aus denen feststellbar ist, woher und wann sie angekommen waren, und auch auf ihre Ethnie gibt es auch ausreichende Hinweise. Auch für das 14. Jahrhundert traf zu, dass die Geschichte immer von den Siegern geschrieben, beziehungsweise die Besiegten geschrieben lassen wird. Nachdem im Verlauf eines Jahrhunderts die herrschende Ideologie – das Christentum – und auch die hungarischen Sprache die militärischen Sieger in sich verschmolzen hatte, kam die mit einander verflochtene Urgeschichte der beiden Völker (der Hunnen und der Magyaren) zustande.  

  Zum 13. Jahrhundert bildete sich die homogene, hungarsprachige, sich selbst jedoch als stolze freie Magyaren begreifende führende Schicht (der Adel), der, wie aus der Goldenen Bulle ersichtlich, von Anfang an ein großes Mitsprachrecht in die Angelegenheiten des Landes hatten. 

  Bis Mitte des 12. Jahrhunderts hatten die Könige von Hungaria wenig Einfluss selbst auf ihre Aktionen im Ausland. Von Anfang des 13. Jahrhunderts, als Innozenz III. mit eiserner Hand die christliche Welt seiner Herrschaft unterzog, vergrößerte sich die Macht der Kirche und des jeweiligen Königs.

  Auf die Geschichtsschreibung zurückkommend, konnten es sich erlauben weder Márk Kálti, noch andere konnten erlauben, über die Kämpfe und Zusammenstöße zwischen den Magyaren und den Hunnen (Hungarn) zu schreiben. Trotz dessen konnte er die Ereignisse aus der Geschichte der Könige nicht weglassen, die zur Symbiose der beiden Völker geführt hatten. In solch einer Geschichte kann man nicht darüber schreiben, dass sie von den Petschenegen aus dem  Etelköz vertrieben wurden, aber auch darüber nicht, dass der Mädchenentführer bei der Schlacht von Cserhalm kein Kumaner, sondern ein Magyar war.    

 Es war erlaubt, den Kumanen, aber selbst den niederträchtigen Petschenegen fortwährend als Heiden zu beschimpfen, auch wenn es auf den letztendlich siegreichen, seit Langem christlichen Ungarn (auf uns selbst) bezogen, Missfallen hervorgerufen hätte.

 Wie es bei vielen Lesern auch heute Missfallen hervorrufen wird, die es sich nicht vorstellen können, dass Árpáds Volk eine turkomanische Sprache gesprochen hatte.

 Gäbe es das Hungarische Kalender, die Entdeckung der Zeitverschiebung von 200 Jahren nicht, so hätte bis in alle Ewigkeit niemand merken können, dass Stephan (der Heilige) früher geboren war als Fürst Árpád, und dass unser erster gekrönter König nicht  Árpáds Urenkel ist!  

 Hiernach brauchen sich weder Károly Szabó, noch andere nicht zu verteidigen in der Frage, 

 Ist es wahr, dass nicht Árpád, sondern Stephan der Heilige das Hochland vom Karpatenvorland erobert hatte?  ( SZÁZADOK=JAHRHUNDERTE 1868)

 Mit einem Schlag wurde der finnougrischen Hanti-Manysi Theorie ein Ende gesetzt, denn nicht Árpád und sein Volk brachten dann unsere damals 2000 Jahre alte Sprache mit sich, sondern sie war hier im Karpatenbecken.

  Die Forschungsrichtung macht kehrt, und die Hanti-Manysi müssen die Frage beantworten, wo sie unsere Sprache kennen gelernt hatten, vorausgesetzt, dass es welche geben wird, die sich dafür noch interessieren… "

 

10:19
3. August 2009


TURUL

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Beiträge 81

"Nach Fischer-Fabian waren die Ungarn „grausam, aber nicht  grausamer als die Deutschen, die bei ihren gegen die Slawen regelmäßig geführten Vergeltungsfeldzügen zehntausende von Menschen niedergemetzelt hatten.

Die Sachsen brauchten keine Leute, weil sie ja expandieren wollten, sie brauchten die guten, bereits aufgebrochenen Felder, die Slawen waren nur eine überflüssige Last. Ähnlich wie die Indianen in den USA im 19. Jahrhundert. Dort war die Skalpjagd ihre unverzeihliche Sünde, wofür sie sterben mussten, die Felder waren lediglich Nebenerträge aus der Ideologie.

Zur wahrscheinlich größten Sünde der Ungarn wurde, dass sie sich später durch die Deutschen nicht unterjochen ließen. Deshalb wurden wir zu Menschenbluttrinkern und Herzensfressern.

Ihre Pläne waren jedoch von Anfang an bekannt.

Aber lassen wir das, wir sind einstweilen noch beim Jahr 954 n.Chr. wenn Bulcsú ein die europäischen politischen Verhältnisse bestimmender Feldherr ist. 

 

·       Das Jahr 1145 u.Z. (Trad. AD 955)

 

955 n.Chr. beginnt die Abrechnung mit den Bayern. Heinrichs jüngerer Bruder zog in Regensburg ein, und überfiel zuerst Arnulfs ungarfreundliche Verwandtschaft, die Grafen von Scheiern. Im Frühjahr von 955 ließ er die Augen des Salzburger Erzbischofs, Herold ausstechen, der 954 mit den Ungarn sympathisiert hatte.

Das führte wohl dazu, dass Arnulfs Sohn, Bertold und der Graf von  Scheiern, Otto, sich erneut um Hilfe an die Ungarn wandten.

955 bereiteten sich die Ungarn auf keinen Krieg vor, denn im  Jahr zuvor hatte sich alles geregelt. Das Bündnis mit Konrad kann als sehr beständig erschienen sein, nicht einmal im Traum konnte Bulcsú daran denken, dass sich Otto aus seiner Asche und dem Slawenkrieg auferstehen würde.

Die Vorfälle in Bayern bewogen ihn jedoch, zu Otto Erkundschaftungsgesandte zu schicken. Da Otto das Schwierigste bereits hinter sich und fast alle seiner Feinde beseitigt hatte, fertigte er die Ungarn mit einem nichts sagenden Geschenk ab, das den Bräuchen und Sitten der Ära unpassend war. Die Ungarn begriffen die dahinter steckende Absicht.

Nach der Rückkehr der Gesandten, zogen sie noch im Juli unter der Führung des Grafen von Scheiern über Bayern zur Einnahme von Augsburg los, wo Bischof Ulrich, einer der Hauptstützen Ottos, seinen Sitzt hatte.

Ich bin kein Kriegshistoriker, und will auch gar nicht die am 10. August geführte Schlacht erklären, eins steht aber fest, die Ungarn gerieten in eine aussichtslose Lage und erlitten eine katastrophale Niederlage.

Die aussichtslose Lage stellte sich deshalb ein, weil die bayrische Hilfe ausgeblieben war. Konrad, der Verbündete vom Vorjahr, kämpfte mit seinen ausgeruhten Streitkräften an der Seite von Otto, und diesmal unterstützten ihn auch die Schwaben. Vergebens ergaben sich die Hauptstreitkräfte mit Bulcsú, Lél und Súr an ihrer Spitze, alle wurden niedergemetzelt.

Selbst Boten blieben kaum am Leben, die zu Hause über die Einzelheiten aus unserer Sicht hätten berichten können.

Deshalb sollten wir aus ungarischer Sicht untersuchen, was eigentlich über die Schlacht in unseren Chroniken geschrieben wird:

 

10:46
30. August 2009


TURUL

Member

Beiträge 81

 

"ÜBER DEN TOD DER KAPITÄNE LÉL UND BULCSÚ

 

Als ehemals Konrad I. in Deutschland herrschte, kamen die Ungarn im Jahre achtzehn herangestürmt, vernichteten einige Teile von Deutschland, und erreichten die Stadt Augsburg. Zusammen mit den Bürgern und dem schwäbischen Hochadel wehrte sich Bischof Ulrich, die Ungarn bestürmten aber die Stadt unerbittert, und wollten nicht von ihr lassen; daraufhin entsandten die Verteidiger Gesandte zum erwähnten Kaiser, er solle alsbald der Stadt zur Hilfe kommen; der Kaiser versäumte es auch nicht.”

 

Diese Nachricht enthält zwei sehr wichtige Informationen: die erste, dass Konrad der Herrscher und die zweite, dass es das 18. Jahr seiner Herrschaft ist. Von Otto ist gar nicht die Rede. Die Chronik stammt aus dem 14.  Jahrhundert, so stimmt natürlich die Erwähnung des Kaisers, aber auch die von Deutschland nicht. Wir wissen auch, dass die Geschichte von den Siegern immer im Nachhinein geschrieben wird, so müssen wir also ernsthafter über die Rolle Konrads nachdenken.

Wir können uns daran erinnern, dass im Jahr zuvor Bulcsú mit seinem Gefolge und seiner Armee in Konrads Hof in Worms zu Gast war und im Gegenzug für das Bündnis beträchtliche Geschenke bekam. Es stimmt aber auch, dass Widukinds sächsische Geschichtsabhandlung Konrad als durchschnittlichen Herzog dahinstellt, der heldenhaft kämpft.

Von Otto kann all das nicht behauptet werden, er richtet inmitten der Schlacht eine erfundene Rede an seine Soldaten, ergreift sodann seinen Schild und seine „heilige Lanze”, um auf den Feind loszustürzen.

Vom Kampffieber und der brennenden Sonne erhitzt, löste Konrad seinen Harnisch, um mehr Luft zu bekommen, und da bohrte sich ein verirrter Pfeil in seine Kehle. Er starb auf der Stelle, und wurde auf Ottos Befehl nach Worms gebracht. Laut unserer Geschichte ist Tatsache also, dass ein nach Widukind fränkischer Feldherr einer Schlacht zufolge stirbt. Heinrich, Herzog von Bayern nimmt an der Schlacht nicht teil, weil seinen Körper eine Krankheit plagte, an der er auch starb. Dem entgegen lässt er die gefangen  genommenen drei Ungarn vor Heinrich führen, der sie mit einem schändlichen Tode bestraft, „sie endeten nämlich auf dem Galgen.“

Otto ist nirgends…

Beziehungsweise, „durch diesen ruhmreichen Triumph glorifiziert, wurde König Oddo von der Armee (den Legionen) Vater der Heimat und ihr Oberbefehlshaber genannt.” (MEH, S. 255)

Dieser letztere Satz wurde nicht mehr in die „Schriftlichen Quellen der Landnahmeperiode“ mit aufgenommen, so augenscheinlich war die Erfindung.

Fahren wir aber mit der ungarischen Chronik fort, und schauen wir uns an, was für Kunde eigentlich der Bote der verlierenden Partei der Nachwelt hinterlassen hatte.

Die Ungarn gingen unvorsichtig im Gefecht um die Stadt vor, sie wurden von der deutschen und der italienischen Armee unerwartet überfallen.

Die Situation ist gänzlich unbegreiflich, denn es ist unmöglich, die mit leichter Kavallerie kämpfenden, umherstreifenden Ungarn unerwartet zu überfallen.

Es ist nur in dem Falle vorstellbar, wenn beim Erblicken des anrückenden Heers von Konrad, die Ungarn das Eintreffen ihrer Verbündeten bestätigt sahen.

Wir wissen bereits, dass es sich Konrad im Vergleich zum Vorjahr anders überlegt hatte und auf Ottos Seite übergegangen war. Er benachrichtigte darüber Bulcsú freilich nicht.

„Der Feind nahm sie also in die Zange, einen Teil von ihnen nahm er gefangen, die anderen metzelte er erbarmungslos nieder. An dieser Stelle wurden die ruhmvollen Kapitäne, Lél und Bulcsú gefangen genommen und vor den Kaiser geführt.”

Das ungarische Motiv ist der Beschreibung von Widukind ähnlich, es gibt jedoch ein Durcheinander hinsichtlich der Personen. Hier Konrad, dort Heinrich. Konrad, aber auch Heinrich überleben das Jahr 955 nicht. Konrad, der Verbündete vom Vorjahr kann die gefangen genommenen Leutnante nicht freilassen, denn das hätte unabsehbare Folgen für die Zukunft. Vor ihrem Todesurteil gab es sicherlich Feilschen und Bedrohungen, denn die Lage war überaus kompliziert.

Schließlich bot ihnen Konrad an „Wählt euch einen Tod, den ihr wollt! Daraufhin erwiderte Lél: Gebt mir mein Horn! Lasst mich es zuerst blasen, dann werde ich antworten. Man gab ihm sein Horn, und als er sich ans Hornbalsen machte, trat er an den Kaiser heran, und er soll ihm mit einer solchen Wucht an die Stirn geschlagen haben, dass das Horn zerbrach, und der Kaiser an diesem einzigen Schlag starb. Da sagte ihm Lél: ’Du gehst mir vor und wirst mein Knecht im Jenseits!”

Man muss nicht an den Geschichten glauben, aber eins steht fest, Lél und Bulcsú gerieten in Gefangenschaft und wurden am Galgen hingerichtet. Heinrich und Konrad starben ebenfalls um jene Zeit, auch wenn die deutschen Historiker andere Todesarten für sie erfanden. Das Königtum von Hungaria wurde durch die Niederlage nicht erschüttert, es ist anzunehmen, dass sich die Macht von Géza II. dadurch erst recht festigte."

 

12:01
18. März 2011


TURUL

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Beiträge 81


UNGVARY JENŐ; Anonymus kora 2010 ACTA PAPENSIA X (2010) 1-2  

Zusammenfassung


Die Entstehungszeit der Gesta Hungarorum des anonymen Notars und das Lexicon latinitatis

medii aevi Hungariae

Die überwiegende Mehrheit der Gelehrten, die sich mit der Gesta des ungarischen

Anonymus befasst hatten, ist zu der Überzeugung gelangt, dass das vieldiskutierte Werk um

1200 verfasst wurde. Der Autor verrät von sich selbst nur, dass er als Notar unter dem verstorbenen

(bone memorie) König Bela seine Dienste tat. Unglüchlicherweise ist dieser Hinweis

aber nicht besonders hilfreich in Bezug auf die Entstehungszeit der Gesta; in Ungarn regierten

nämlich vier Könige mit dem Namen Bela: Bela I. (1060–1063), Bela II. (1131–1141), Bela III.

(1172–1196) und Bela IV. (1235–1270). In den letzten Jahrhunderten seit Erscheinen der Gesta

(1746) wurde jeder dieser Könige als der vom Autor erwähnte Herrscher in Verdacht gezogen.

Die meisten Wissenschaftler sind sich zwar im Klaren darüber, dass der Anonymus in seinen

Geschichten über die Landnahme der Ungarn vielfach Lügen erzählt (aus Ortsnamen werden

bei ihm z. B. die Gegner der landnehmenden Ungarn kreiert), auf der Person eines Belas

beharrt man aber unverständlicherweise weiter.

Im vorliegenden Aufsatz wird ein neuer Weg eingeschlagen. Mit Hilfe des Lexicon

latinitatis medii aevi Hungariae wird aufgezeigt, dass der Autor der Gesta in relativ grosser

Zahl Wörter und Ausdrücke verwendet (13,64 %), die im mittelalterlichen Latein Ungarns erst

später, teilweise sogar viel später wieder auftauchen, als die vermutete Verfassungszeit des

Werkes von Anonymus (s. Diagramm auf S. 24). Das kann ein Zeichen dafür sein, dass die

Gesta nicht um 1200, sondern erst in späterer Zeit entstand.

bone memorie) König Bela seine Dienste tat. Unglücklicherweise ist dieser Hinweis

08:06
5. Oktober 2011


TURUL

Member

Beiträge 81

Historisches Atlas Hungaria ISBN 978-963-87864-8-7 (2011)  I., II. pdf.;  

http://www.hungariancalendar.e….._at_01.pdf 

http://www.hungariancalendar.e….._at_02.pdf

10:09
1. Juni 2012


TURUL

Member

Beiträge 81

 Historischer Atlas Österreich im Spiegel der Quellen von 550 n. Chr. bis 1300 u.Z.

(Auszug)

Hungaria und das Bulgarische Reich um 810 n. Chr./ 1000 u.Z.
(Kartenskizze)

Die Geschichte ist Chronologie!

 Die bis heute
verwendete „christliche Zeitrechnung neuen Typs” wurde von Papst Innozenz
III. eingeführt.

 Für uns
bedeutet das:  „das Jahr 800 n.Chr. in der alten Zeitrechnung”
entspricht „dem Jahr 990 u.Z. in der christlichen Zeitrechnung neuen Typs
”!  

990 u.Z./800 n. Chr.

Mit diesem
astronomischen Jahr ist auch die Kaiserkrönung von „Karl dem Großen“ durch
Papst Leo zu verbinden.    

 (Nach einigen Quellen war die Mutter Karls des
Großen eine ungarische Prinzessin.)

  993 u.Z./803 n. Chr.

Die Franken schlagen den
Awarenaufstand nieder; der Tudun kommt zu Kaiser Karl nach Regensburg und
unterwirft sich abermals. Der Tudun war meiner Meinung nach der Fürst über das
Gebiet zwischen Enns und Morua (Mur). Die Ethnizität des größeren Teils der
Bevölkerung war slawisch. Der Amtssprache war hungarisch.     

Die Slawen lebten in den zu den
Alpen führenden Flusstälern und erweiterten ihr bewohnbares Gebiet durch Rodung
der Wälder.    Viele wissen nicht, dass die Quellen bezüglich
der Ethnizität und Sprache der Awaren betonen, dass sie Hunnen sind!

 
Im Jahre 796, sprach der Franke Alkuin in einem Brief an Karl von den
„gentes populique Hunorum“ die nun überwunden seien.

Das Volk, das von den Hunnen
und Slawen zurückblieb“,
so nennt die „Conversio…“ die Bewohner Pannoniens
um 870. Das hungarische Volk besitzt noch heute ein stures hunnisches Bewusstsein. Es grenzt ans Unwahrscheinliche über das 230 Jahre
aufrechterhaltene Awarenreich zu behaupten, dass es keine eigene Amtssprache gehabt haben soll.

 Die Ethnogenese vom Awarenreich im
Karpatenbecken war natürlich genauso kompliziert wie in anderen Gebieten
Europas. Von Beginn auf war ein protobulgarischer Teil nachweisbar, die als Hunnen identifiziert wurden. (Nach der
Lehre der herrschenden Ansicht (LHA) sprachen die Awaren  mongolisch, oder türkisch…)

In diesem Jahre (993/803)
erschien ein „Zodan princeps Pannoniorum“ und bestätigte gegenüber Karl seine
Treue. Er war niemand anders als der „Zörén/Zerind tarkhan“  der Führer  der östlich vom Wienerwald gelegenen Hun-awaria/Hung(v)aria. (Szerénd der
Kahlköpfige = ung. Tar Zerind) Großvater
von Stephan I. dem Heiligen…

 Thronkämpfe im Awarenreich/Hunnenreich -
östlich von der Donau in der Tiefebene – zwischen Kagan und einem
pannon-bulgarischen Kandidaten. Diesmal siegte Karom (Slawisch Krum) der
Anführer der bulgarischen Mehrheit, endgültig, und nannte sich ab diesen Zeitpunkt
„canizauci“ (Isazugi kán/Izsa kán/Kanizsa), Später Groß-Khane.   

 995 u.Z./805 n. Chr.

Das Diedenhofener Capitulare legt
Lorsch als Zollstelle zu Slaven und Awaren fest. Laut J. Deér kann „Stärker
wohl kaum der Misserfolg der Awarenkriegen beleuchtet werden.“   

996 u.Z./806 n.Chr.

„Die Vernichtung des
Awarenreiches durch Karl der Großen 
hatte auch die pannonischen Bulgaren (Hunnen) von dem avarischen Joch
befreit. Den bulgarischen Thron in Pliska besteig Krum, ein Häuptling
(canizauci=Khan) der pannonischen Bulgaren, ein urwüchsiger kampf- und
eroberungslustiger Krieger, der bald der Schrecken der Byzantiner wurde." (Georg
Ostrogorsky)  

999 u.Z./809 n.Chr.

„Nun wurde Serdika im Frühjahr
809 von Krum (Karom) überrannt, die Festung zerstört und die Besatzung
niedergemacht.“ (Georg Ostrogorsky)   

 

Das Frankenreich n. Chr. 817

(Kartenskizze)

 

1000 u.Z./810 n. Chr.

Nach meinen Berechnungen ist auf dieses Jahr die
Geburt von König Stephan dem Heiligen zu setzen. Nach der LHA ist es
erheblich früher anzu-setzen. 

1001 u.Z./811 n.Chr.

  Der Bulgaren
Groß-Kahn Karom/Krum besiegt und tötet Kaiser Nikephoros I.  Sein Nachfolger wurde Michael I. Rangabe, der
die Schlacht unverletzt überlebt hatte und mit Prokopia, einer Tochter von
Nikephoros I. verheiratet war.

 Nach dem Tod seiner beiden Brüder ist Ludwig
der einzige überlebende Erbe Karls des Großen.  

 1004 u.Z./814 n.Chr.  

 In diesem astronomischen Jahr, am 28. Januar
stirbt Karulu (Karl der Große), der König der Franken. Ludwig der Fromme folgt
ihm auf dem Kaiserthron, bis 1033 u.Z./843 n. Chr.    

 Während Karom/Krum Konstantinopel belagert, erleidet er am 13 April einen
Blutsturz und stirbt.

Mit dem Tod von Karom ändern sich
die Machtverhältnisse im Karpatenbecken zu Gunsten von Zerind. (Nachricht über
den Tod Kaiser Karl – endet  der Vertrag
von Zerind mit Franken.) 

Nach meinen Berechnungen ist in
diesem Jahr Zerind Tarkans Sohn Géza 27 Jahre alt und im nächsten Jahr zum
Großfürst (König?) der Hungarn (Pannonien) wird.

(Hun-gar=Hunnische Menschen/und
oder Vár-Hunnen/Warchoniten. Die Awaren und die Pannonbulgaren waren Hunnen.
Für fränkische Schreibers geblieben Bulgaren=Hunnen)    

Beginn der Zerfall des
Frankenreichs;



 
"Die karolingische Fundsituation Aachens unterscheidet sich insofern von der römischen, als in beiden Fällen zwar die monumentalen Ortskerne noch recht gut nachgewiesen werden können, aber der römische vicus wenigstens mit einigen Befunden aufwartet, während sich die vermeintlichen karolingischen vicus-Reste bei genauerem Hinsehen zu nichts verflüchtigen." [Mann, Vicus Aquensis]