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Die Systeme der Namen der römisch-deutschen und französischen Könige des Hochmittelalters

BenutzerBeitrag

15:09
20. November 2010


Basileus

Member

Beiträge 50

1) Das römisch-deutsche System

Viele Fälschungen kann man an Auffälligkeiten erkennen, z.B. Regelmäßigkeiten und Mustern, die es bei zufällig ablaufender Geschichte nicht geben dürfte. Ein solches Muster ist das der Namen der römisch-deutschen Könige im Hochmittelalter, das im Folgenden beschrieben wird. Auf numerologische und andere Interpretationen wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

Die Namen der römisch-deutschen Könige des Hochmittelalters von 911 bis 1313 folgen folgendem Muster:

1. Konrad
2. Heinrich
3. Liste beliebiger (und dynastietypischer) Namen
4. Heinrich

Dieses Muster wiederholt sich in der genannten Zeit insgesamt viermal.

Der einzige König aller 31 Könige dieser Zeit, der nicht in das System paßt, ist Lothar III.. Er steht zwischen dem 2. Abschnitt, der mit Konrad II. beginnt, und dem 3. Abschnitt, der mit Konrad III. beginnt.

Das System der Reihenfolge aller Könige, geordnet nach Krönungs- bzw. Wahljahr, sieht also wie folgt aus:

Ludwig IV.

Anno Domini 911:
Konrad I.
Heinrich I.
Otto I. -> Otto II. -> Otto III.
Heinrich II.

+ 113 (+/- 1) Jahre (A.D. 1024):
Konrad II.
Heinrich III.
Heinrich IV. -> Konrad (III.) -> Rudolf von Rheinfelden -> Hermann von Salm
Heinrich V.

(Lothar III.)

+ 113 (+/- 1) Jahre (A.D. 1138):
Konrad III.
Heinrich (VI.)
Friedrich I. -> Heinrich VI. -> Philipp von Schwaben -> Otto IV. -> Friedrich II.. (Tod 1250)

Heinrich (VII.)

1250 (Ablauf von 3 x 113 Jahren)

sowie:
Konrad IV.
Heinrich Raspe
Wilhelm von Holland -> Richard von Cornwall -> Alfons von Kastilien -> Rudolf I. -> Adolf von Nassau -> Albrecht I.

Heinrich VII.


1313


Ludwig IV.

 

 

2) Weiteres zur inneren Struktur des Systems

a)

Die Differenz der Anzahl der Könige von Abschnitt x zu Abschnitt x+1 ist immer 1, d.h. die Anzahl der Könige steigt in jedem der vier Abschnitte jeweils um 1.

b)

Außerdem gibt es eine Unterteilung der Zeit von 911 bis 1250 (339 Jahre) in drei gleich lange Abschnitte mit jeweils 113 Jahren (+/- 1), die jeweils die gekrönten Könige dieser Zeit umfassen. Diese drei Abschnitte beginnen jeweils mit einem allein herrschenden König Konrad , dem Königsnamen nach dem beschriebenben Muster folgen und dessen zuletzt gekröntem König ein König Konrad des Folge-Abschnitts folgt.

Den Übergang vom dritten zum vierten Abschnitt (ab Konrad IV.) erläutere ich kurz. Die Reihe der Königskrönungen im dritten 113-Jahres-Abschnitt (1138-1250) ist gemäß Muster endgültig mit dem Staufer Heinrich (VII.) abgeschlossen, Krönung 1222 in Aachen. Er starb aber vor Friedrich II., so daß Friedrichs Tod 1250 hier das Ende aller gekrönten Könige dieses Abschnitts markiert.

Nach System folgt dann dem letzten gekrönten König des dritten Abschnitts mit Namen Heinrich ein Konrad des Folgeabschnitts, Konrad IV., der zwar gewählt, aber nicht gekrönt wird, und zwar im Jahre 1237. Nach ihm folgt nach dem Muster wieder ein Heinrich, Heinrich Raspe, gewählt 1247, aber auch nicht gekrönt. Danach folgen nach 1250 sechs Könige mit beliebigen Namen. Am Ende folgt dann wieder ein Heinrich, Heinrich VII., der bis 1313 herrscht.

c)

Beginnend vom Ende des 3. Abschnitts 1250 (Tod von Friedrich II.) stirbt exakt alle 113 Jahre zuvor der König, der vor einem allein herrschenden König Konrad regierte, das insgesamt dreimal.
Lothar III. (1137) -> Heinrich II. (1024) -> Ludwig IV. (911)

 

3) Die Könige vor und nach dem System

Das System umfaßt 403 Jahre von 911 bis 1313.
So wie der letzte König vor dem System ein Ludwig IV. war (900-911), so ist auch ein Ludwig IV. der erste König nach dem System (1314-1347).

Aber diese Könige haben noch mehr erstaunliche Gemeinsamkeiten außer dem gleichen Namen und der gleichen Nummerierung:
1) Beide waren Herzöge von Bayern.
2) Zudem stammen beide auch noch aus Oberbayern – die offiziellen Geburtsorte München und Altötting liegen 90 Kilometer auseinander.
3) Der Wittelsbacher Ludwig IV. starb ca. 25 km westlich von München, der Todesort des letzten karolingischen Ostfrankenkönigs Ludwig IV., genannt "das Kind", ist unbekannt.

403 Jahre nach dem Tod des letzten Königs Ludwig IV. vor dem System im Jahre 911 beginnt also König Ludwig IV. nach dem System im Jahre 1314 seine Herrschaft.

Übrigens hieß auch der erste König des Ostfrankenreiches nach der Teilung von Verdun 843 Ludwig, Ludwig II. (Ludovicus II "Germanicus"), der sich selbst "König der Bayern" nannte. Dieser hatte Bayern bereits bei der Reichsteilung von 817 (Ordonatio Imperii) erhalten.

Bei der Teilung von Verdun 843 erhielten Ludwig II. das Ostfrankenreich, Lothar I. das Mittelreich, und Karl der Kahle das Westfrankenreich. Die Position Ludwigs im System der Könige des Hochmittelalters haben wir oben gesehen. Lothar war die einzige Ausnahme, genau in der Mitte zwischen dem 1. und 2. sowie dem 3. und 4. Abschnitt. Und Karl werden wir noch im System der Könige Frankreichs wiederbegegnen, wo er dieselbe Rolle spielt wie Ludwig im System der römisch-deutschen Könige.

Interessant ist weiterhin, daß weder der Name Konrad noch der Name Heinrich vor oder nach dieser Zeit als ostfränkische oder römisch-deutsche Königsnamen auftauchen – gewissermaßen genau im Gegensatz zum Namen Karl, bei dem es genau umgekehrt ist, wie in dem anderen Thread zum Namen "Karl" beschrieben.

16:40
20. November 2010


Basileus

Member

Beiträge 50

1) Ein paar Zahlen, aber keine Mystik

Bleibt noch anzumerken:

In den 403 Jahren von 911-1313 hatten die 31 Könige 13 verschiedene Namen.

Da überrascht es fast gar nicht, wenn man feststellt, daß auch 31 x 13 = 403 ist.

Die 113, die Dauer der drei Abschnitte der gekrönten römisch-deutschen Könige in Jahren (insgesamt 339 Jahre), ist die 31. Primzahl (die 1 nach Zählung der frühen Neuzeit mitgezählt).

Bei so vielen 1en und 3en und ihren vielfältigen Kombinationen (13, 31, 113, 339, 1313) ist man fast schon beim nächsten System, dem Frankreichs.

Vorab sei deswegen gesagt: 131, die Länge der drei Abschnitte in Frankreich in Jahren, ist die 33. Primzahl (wieder die 1 nach Zählung der frühen Neuzeit mitgezählt).

Und 3 x 131 = 393, die gesamte Dauer des Systems in Jahren.

 

2) Das französische System der Königsnamen

Den Schwerpunkt bildet eindeutig das römisch-deutsche System, da die Struktur des französischen nicht so deutlich ausgeprägt ist, aber trotzdem erkennbar. Die Geschichte der Könige Frankreichs des Hochmittelalters von 929 bis 1322 kann man in 3 Abschnitte zu je 131 Jahren unterteilen (3 x 131 = 393 Jahre).

Was in Deutschland Ludwig IV. ist, also der König, der direkt vor und nach dem konstruierten Hochmittelalter herrscht, ist in Frankreich offensichtlich Karl III./IV..Der Beginn ist also im Jahre 929, dem Todesjahr des letzten Karl vor dem System, von König Karl III., dem Einfältigen.
393 Jahre später ist das Ende, im Jahre 1322. In diesem Jahr beginnt der erste Karl nach dem System, Karl IV., seine Herrschaft.

Interessanterweise wird der Karolinger Karl III. genau 6 Jahre vor seinem Tod abgesetzt, und der Kapetinger Karl IV. wird genau 6 Jahre vor seinem Tod König.
Und wie auch bei den römisch-deutschen Königen ist der erste König nach dem System zugleich auch der letzte seiner Dynastie.

 

Innerhalb der 393 Jahre sind die letzten 2 Abschnitte von zusammen 2 x 131 Jahren ab dem Jahre 1060 deutlich vom ersten 131-Jahres-Abschnitt getrennt. In Frankreich herrschen von 1060-1322 als Könige nur Philipps und Ludwigs, natürlich abwechselnd. Und wenn mal zwei Ludwigs nacheinander dran sind, folgen prompt auch zwei Philipps.
Einzige Ausnahme 1316: König Postumus (le Posthume), 1050 Jahre nach dem gleichnamigen Kaiser des Imperium Galliarum im "3. Jh.".

In den ersten 131 Jahren habe ich bislang noch keine innere Struktur erkennen können.

Dies ist also das französische System der Königsnamen:

 

Tod Karls III.

Anno Domini 929:

(Rudolf v.Burgund -> Ludwig IV. -> Lothar -> Ludwig V. -> Hugo Capet -> Robert II. -> Hugo -> Heinrich I.)

 


+ 131 Jahre (A.D. 1060):

Philipp I.

 

Ludwig VI.

Philipp

Ludwig VII.

Philipp II.

Ludwig VIII.

Ludwig IX.

Philipp III.

Philipp IV.

Ludwig X.

(Johann I. le Posthume/Postumus)

Philipp V.


1322 (Ablauf von 3 x 131 Jahren)

Karl IV.

23:33
28. November 2010


Basileus

Member

Beiträge 50

Einige Eigenschaften des beschriebenen römisch-deutschen Systems von 911-1313, eingerahmt von einem Ludwig IV. direkt davor und direkt danach, lassen sich recht einfach formalisieren, so daß zumindest für diesen Teil eine Wahrscheinlichkeit konkret berechnet werden kann. Dies betrifft jeweils den ersten, zweiten und letzten Namen der 4 aufeinanderfolgenden Abschnitte, in denen die Differenz der Anzahl der Mitglieder aufeinanderfolgender Abschnitte jeweils 1 ist:

- Konrad
- Heinrich
- Liste beliebiger Namen der Länge x, wobei x-1 die Länge des vorherigen Abschnitts ist, mit x1=3.
- Heinrich

Der leichteren Verständlichkeit wegen wird auf eine Gewichtung der einzelnen Namen verzichtet. Es werden nur drei Gruppen gebildet, wobei sich bei einer genauen Gewichtung die Größenordnung des Ergebnisses nicht verändert:

K – Konrad (insgesamt 5mal)

H – Heinrich (insgesamt 10mal)

A – Alle anderen Namen außer Lothar (insgesamt 15mal)

Das sieht dann für die 4 Abschnitte von 911-1313 so aus:

1) KH(3)H

2) KH(4)H

3) KH(5)H

4) KH(6)H

 

Je Abschnitt gibt es drei Positionen, die jeweils von einer der drei Namensgruppen belegt werden können. Insgesamt gibt es daher 3³ = 27 Möglichkeiten je Abschnitt, z.B.:

KK()K, HA()K, AH()H usw.

Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sich ein gegebenes beliebiges Muster des 1. Abschnitts im 2. Abschnitt wiederholt (d.h. zufällig genauso ist), ist:

1 : 3³ = 1 : 27.

Die Wahrscheinlichkeit, daß sich ein gegebenes beliebiges Muster des 1. Abschnitts sowohl im 2., 3. als auch im 4. Abschnitt genauso wiederholt ist somit

1 : 3³ x 3³ x 3³ = 1 : 19683

Also ca. 1 : 20000, d.h. 0.005 %.

Da es darüber hinaus noch weitere Regelmäßigkeiten gibt, verringert sich die Wahrscheinlichkeit noch wesentlich weiter.

11:10
29. November 2010


Basileus

Member

Beiträge 50

Die Erweiterung auf 768 bis 1493 und darüber hinaus

 
1) 

Die kompakte Darstellung des Systems der Königsnamen von 911-1313 in ostfränkischen und römisch-deutschen Landen

1) KH(3)H

2) KH(4)H

3) KH(5)H

4) KH(6)H

schreit ja förmlich nach nach einer Erweiterung um 2 und 1 bei den Königen des mittleren Teils in die Vergangenheit, und um 7 in die Zukunft. Wir werden sehen, daß das System noch wesentlich größer ist als bisher erkannt, und werden feststellen, daß die einzige Ausnahme, König Lothar (auch Luther geschrieben), exakt in der Mitte angeordnet ist.

Dazu ist eine weitere Abstraktion nötig. Da es außerhalb von 911-1313 keine Könige mit Namen Konrad oder Heinrich mehr gibt, wird die Eigenschaft Heinrichs wichtig, immer der jeweils zweite und der jeweils letzte Name eines in seiner Länge genau definierten Abschnitts zu sein. Die Funktion der Namen Konrad und Heinrich übernehmen also andere Namen.

Nach dem letzten König des 4. Abschnitt (Heinrich VII., 1313) ist der erste König Ludwig IV., der den bisherigen Part des Konrad übernimmt. Zweiter gewählter und gekrönter König ist Friedrich der Schöne (Gegenkönig). Da der 4. Abschnitt insgesamt 9 Könige umfaßte (davon 6 im Mittelteil), muß der 5. Abschnitt 10 Könige umfassen (davon 7 im Mittelteil). Die Reihenfolge der 10 Könige nach 1313 ist wie folgt:

Ludwig IV.
Friedrich der Schöne
Karl IV.
Günther von Schwarzburg
Wenzel von Luxemburg
Ruprecht von der Pfalz
Jobst von Mähren
Sigismund
Albrecht II
Friedrich III.

Der 10. und letzte König hat dann auch tatsächlich den Namen Friedrich, Friedrich III.. Somit ist das System bis 1493, dem Jahr seines Todes, erweitert worden.

 

2)

Im Jahre 911, dem bisherigen Beginn des Systems, starb der andere Ludwig IV., vor Konrad I.. Der Name Ludwig übernimmt also vor 911 die Rolle des Heinrichs danach. Da der Abschnitt mit Konrad I. bis Heinrich II. 6 Könige umfaßte (davon 3 im Mittelteil), muß der Abschnitt davor 5 umfassen (davon 2 im Mittelteil). Und wir sehen:

Karlmann (ab 876 König)
Ludwig III.
Karl III. der Dicke
Arnulf von Kärnten
Ludwig IV.

Und tatsächlich, der Name Ludwig taucht wieder als zweiter Name des 5 Namen umfassenden Abschnittes von 876-911 auf, mit dem Namen Karl als erster Position anstelle des Konrad.

Geht man noch einen Schritt weiter zurück – Abschnitt mit insgesamt 4 Königen, davon 1 im Mittelteil, so muß man Folgendes beachten: Da der Herrschaftsbereich von fränkischen Königen (rex) außer Karl dem Großen vor der Teilung des Reiches 843 (Vertrag von Verdun) regional begrenzt war, muß die Person genommen werden, die Herrscher des Gesamtreiches war. Das war in dieser Zeit der Kaiser (imperator). Da die späteren ostfränkischen und römisch-deutschen Könige, auch die Gegenkönige, immer Herrscher des Gesamtreiches waren (jedenfalls dem Anspruch nach), ist das die einzig sinnvolle Vorgehensweise – sonst müßte man ja z.B. auch die Könige von Böhmen innerhalb des HRR mitzählen.

Wir sehen also:

Karl I.,der Große…………….(ab 768 König)
Ludwig I………………………(ab 813/14 Kaiser)
Lothar I…………………………(ab 817/40 Kaiser)
Ludwig II., "der Deutsche"(ab 843 König des Ostfränkischen Reiches) 

Auch hier ist wieder der Name Karl der erste, und der Name Ludwig der zweite und letzte des in der Länge genau definierten Abschnitts.

 

3)

Das gesamte System mit insgesamt 7 Abschnitten beginnt also im Jahre 768 (Karl der Große wird König), und endet 1493 (Friedrich III. stirbt).

Rein formal geschrieben: Bezeichnet man mit A den Namen des jeweils ersten Königs eines Abschnitts, und mit B den Namen des jeweils zweiten und letzten, so sieht das gesamte System so aus:

Karl Martell -> Pippin der Kleine ->

AB(1)B AB(2)B AB(3)B AB(4)B AB(5)B AB(6)B AB(7)B

-> Maximilian -> Karl V.

Kurz eine Bemerkung zu den "Karlmanns" vor der Reichsteilung 843. Es gibt jeweils einen Karlmann als Bruder von Pippin dem Kleinen, dem Vater Karls des Großen, und einen Karlmann als Bruder Karls des Großen. Beide werden am selben Tag wie ihre Brüder gekrönt, und sterben wenige Jahre später. Auch Karl der Große hat einen Sohn namens Karlmann in Italien. Dieser wird später unter dem Namen Pippin König von Italien. Wir lassen daher die seltsamen Brüder Karls des Großen und Pippins des Kleinen namens "Karlmann" außen vor.

Beginnend von der Krönung Karls des Großen, 768, sind es 356 Jahre bis Lothar III. 1125 König wird. Er stirbt im Jahre 1137, genau 356 Jahre vor dem Tod des letzten Königs des Systems, Friedrich III. im Jahre 1493. Somit wurde die einzige Ausnahme exakt in der Mitte platziert.

 

4)

Vor Karl dem Großen (768) herrschte im Frankenreich sein Vater Pippin der Kleine, davor war faktisch seit 717 Karl Martell als "dux et princeps Francorum" der politische Führer des Landes. Karl Martell gilt als der 1. Karolinger.

Nach 1493 (Tod Friedrichs III.) herrschte im HRR Maximilian I.. Der Name Maximilian(der Größte) ist ein Antonym zu Pippin dem Kleinen, der vor 768 König war. Nach diesem Gegensatz klein/groß kommt vor Pippin Karl Martell, der 1. Karolinger, und nach Maximilian Karl V.. Es ist daher anzunehmen, daß das ganze System entweder frühestens während seiner Herrschaft (1520-1556) entworfen wurde, oder zumindest in wesentlichen Teilen erweitert wurde.

Die Geschlossenheit des Systems von 768-1493 zeigt sich daran, daß
1) Lothar III., die einzige Ausnahme, genau in der Mitte angeordnet ist, und daß
2) der erste und der letzte König, Karl der Große und Friedrich III., auch der erste und letzte König waren, die vom Papst in Rom zum Kaiser gekrönt wurden. Sie bedurften daher offensichtlich einer anderen Herrschaftslegitimation als die Herrscher der Antike und die Herrscher der Neuzeit.

Nach Friedrich III. hatten die römisch-deutschen Könige alle den Titel "Erwählter Römischer Kaiser" (außer Ferdinand IV., der vorher starb), ohne Legitimation durch den Papst. Auch Karl V. trug diesen Titel bereits seit 10 Jahren, als er sich 1530 in Bologna noch einmal, als letzter römisch-deutscher Kaiser überhaupt, die Krone vom Papst aufsetzen ließ.

Zählte man also ab Maximilian I. nur die Kaiser, so würde sich folgender 8. Abschnitt nach dem beschriebenen System ergeben (gleichsam ein Neubeginn nach den 7 Tagen der Schöpfung), der insgesamt 11 Herrscher umfassen muß, und dann bis zum Jahre 1740 reicht:

Maximilian I.
Karl V.
-> 8 Kaiser
Karl VI. (bis 1740)

 

Zusammen mit dem System der Namen der Merowinger-Könige ergibt sich insgesamt ein Zeitraum von 428-1740. Das sind 1312 Jahre.

1312 v.Chr.: Errettung/Erlösung aus der Knechtschaft in Ägypten

1312 : Heinrich VII. wird der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Von den Merowingern bis zu Karl V. und darüber hinaus – die Systeme der Königsnamen

23:22
14. März 2012


Basileus

Member

Beiträge 50

Das römisch-deutsche System unterteilt sich ja von 911-1250 in 3 Teile à 113 Jahren = 339 Jahre.

Das französische System der Königsnamen von 929-1322 umfasst 3 x 131 Jahre = 393 Jahre.

Man sieht sehr schön die Permutationen 113/131 und 339/393. Beide Systeme gehören natürlich zusammen, da sie mit Karl dem Großen, den Karolingern und Merowingern eine gemeinsame konstruierte Geschichte haben. Da liegt natürlich die Frage nahe, ob beide irgendwo einen gemeinsamen nahen Ankerpunkt haben.

Genau das ist der Fall.

Geht man von 911 113 Jahre zurück, so landet man im Jahre 798 (Das habe ich in meinem Buch "Das wohlstrukturierte Mittelalter" bereits auf S.82 erwähnt).

Und von 929 131 Jahre zurück, ist man ebenfalls im Jahre 798 !
Da gibt es eine Differenz von zwei Jahren zum Jahr 800, der Kaiserkrönung des großen Karls in Rom, mit der das Ganze begann.

In einem anderen Forum machte V.Dübbers daraufhin darauf aufmerksam, daß im Jahre 798 auch die Ostertafel von "Karl dem Großen" begann, metonzyklisch im selben Jahr wie auch 0 AD.

05:31
5. Juli 2012


Basileus

Member

Beiträge 50

Mir ist da noch ein weiteres Detail aufgefallen. In Deutschland gab es ja, wie beschrieben, 31 Könige mit 13 verschiedenen Namen in den 403 Jahren von 911-1313, und 31 x 13 = 403. So etwas gibt es auch in anderen Ländern.

1) Norwegen: 27 Könige mit 12 verschiedenen Namen von 870-1204, außer den 10 unregelmäßigen Jahren zwischen 1093-1103 (=324 Jahre). Und 27 x 12 = 324. Das entspricht auch genau der Länge der Westgoten-Könige und der Merowinger-Könige von der Nennung des ersten bis zur Absetzung des letzten Königs.

2) Dänemark: 27 Könige mit 11 verschiedenen Namen. 27 x 11 = 297. Vom Anfang bis zum Ende des wohlstrukturierten Mittelalters in Dänemark sind es mit 397 Jahren genau 100 Jahre mehr. Ob sich da jemand mit den ollen römischen Zahlen verrechnet hat ?

Andere Variante: Streicht man die 45 unregelmäßigen Jahre mit Waldemar I. und Knut VI. heraus, so sind es 351 Jahre, was 13 verschiedenen Namen entspricht. 27 x 13 = 351. Da könnte dann ein König nachträglich umbenannt worden sein.

3) Ungarn: 27 Könige mit 15 verschiedenen Namen von ca. 858-1272. 27 x 15 = 405. Das ist fast identisch mit den römisch-deutschen 403 Jahren. Da der Beginn der Herrschaft des ersten Großfürsten Almos nicht genau bekannt ist, paßt es auch hier (Tod 895). 1272 – 405 = 867.

4) Polen: 27 Herzöge mit 14 verschiedenen Namen (ohne die Ausnahme Zbigniew) bzw. 28 Herzöge mit 15 verschiedenen Namen (mit der Ausnahme Zbigniew). Die ersten sechs Herzöge sind allerdings laut offizieller Geschichte fragwürdig. Der erste, Lech, taucht z.B. erstmals in einer Chronik vom Ende des 12. Jh. auf, zusammen mit seinen Brüdern Čech und Rus, deren Rolle in der Geschichte man sich wohl denken kann. Mieszko I. (ab ca. 960) ist nach offizieller Geschichte der Schöpfer des polnischen Staates und läßt sich taufen. Von 1290, dem Ende des wohlstrukturierten Mittelalters, 405 Jahre zurück (27 x 15) sind wir am Ende des 9.Jh. Genug Zeit für sechs Herzöge bis 960.

5) Schottland: 27 Könige mit 17 verschiedenen Namen von ca. 841-1286. 27 x 17 = 459. 1286 – 459 = 827. Das ist nur 14 Jahre von dem ca.-Wert des ersten Königs Kenneth I. entfernt.

Man kann also als erkannte übereinstimmende Gesetzmäßigkeit der mittelalterlichen Geschichte im HRR, Ungarn, Polen, Dänemark, Norwegen und Schottland festhalten (wobei geringfügige Abweichungen erklärbar sind):

Anzahl der Könige x Anzahl der verschiedenen Namen = Dauer des wohlstrukturierten Mittelalters

Solche Gesetzmäßigkeiten dürfte es aber nach Ansicht der offiziellen Geschichte gar nicht geben. Als Ursache kommt nur eine Abweichung der Geschichtsschreibung vom tatsächlichen Ablauf der Geschichte in Frage.

 

In England mag man runde Zahlen. Der Zeitraum des wohlstrukturierten Mittelalters umfaßt 600 Jahre von 774-1461 abzüglich der 88 Jahre der normannischen Dynastie (wie schon im Buch beschrieben). In dieser Zeit herrschen 35 Könige mit 20 verschiedenen Namen. Dies sind 35 x 20 = 700, also genau 100 mehr.

 

In Rußland und Schweden gibt es eine andere Regel. Dort gilt:

Anzahl der Könige x Anzahl der verschiedenen Namen = Endjahr des wohlstrukturierten Mittelalters – 2

1) Rußland: Von 862-1682 herrschen 60 (Groß-)Fürsten und Zaren mit 28 unterschiedlichen Namen. 60 x 28 = 1680. Das ist genau zwei Jahre vor dem Ende im Jahre 1682 (Peter I.).

2) Schweden: Von 971-1521 herrschen 49 Könige/Regenten mit 31 unterschiedlichen Namen (außer die drei unregelmäßigen Hakon VI., Albrecht und Margarethe I. von 1362-1412, das sind dann exakt 500 Jahre). 49 x 31 = 1519. Das ist genau zwei Jahre vor dem Ende im Jahre 1521 (Gustav Eriksson Wasa).

Übrigens:
Wer das Buch nicht kaufen möchte und bei google-books nicht alles lesen kann, der findet möglicherweise bei http://www.libri.de die fehlenden Seiten. Dort kann man über "Blick ins Buch" gezielt einzelne Seiten auswählen, z.B. zu den oben genannten mittelalterlichen Herrschernamen in den einzelnen Ländern. Allerdings sind dort auch nicht alle Seiten verfügbar.

"http://www.libri.de/shop/action/productDetails/18545433/mario_arndt_das_wohlstrukturierte_mittelalter_3842348770.html?searchId=0"



 
"Dennoch bleibt eine Spanne von drei Jahrhunderten zwischen den einzelnen Datierungshypothesen bestehen, und drei verschiedene Interpretationen versuchen das künstlerische Phänomen zu verstehen, das dieses große Werk entstehen ließ". [J.P. Bognetti in ‘Castelseprio – Historisch-Kunstgseschichtlicher Führer’,1968, Neri Pozza Ed., p. 60]