Fantomzeit

Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter?

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Aktuelle Hauptbeiträge:

2. April 2016                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Urkunden fälschen. Resultate des einschlägigen Kongresses

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2015)

In memoriam Prof. Dr. Hans-Ulrich Niemitz, der sich als erster von uns mit dem abschließenden Vortrag Horst Fuhrmanns „Von der Wahrheit der Fälscher“ beschäftigt und mir das Rätsel der Fälschungen „mit antizipatorischem Charakter“ zur Auflösung überlassen hat [I:89, 97 f.].

Es wird höchste Zeit, den Schatz zu sichten, den die professionellen Fälschungsjäger, also Diplomatiker und Paläographen, vor fast 30 Jahren ausgebreitet haben. Zwar habe ich gelegentlich auf diese Fülle hingewiesen, aber sie nicht konkret ausgeschöpft. Dies soll nun mit einigen Zitaten aus den fast 4.000 Seiten der fünfbändigen Edition der Kongress-Akten geschehen. Die Veranstaltung selbst hatte 544 Teilnehmer, die ihre über 150 Beiträge nur zum kleineren Teil an den vier Tagen vorgetragen, sondern in den darauf folgenden zwei Jahren erstellt oder zur Druckreife gebracht haben. So ziemlich alle in den Zeitensprüngen kritisierten Mediävisten waren vertreten: Gert Althoff, Bernhard Bischoff, Michael Borgolte, Karl Bosl, Carlrichard Brühl, (der Semiotiker und Roman-Autor Umberto Eco als Festredner), Johannes Fried, Max Kerner, Theo Kölzer oder Rudolf Schieffer (doch Fried und Schieffer nicht als Autoren). Der uns ebenfalls bekannte Horst Fuhrmann als damaliger Präsident der MGH hat die Tagung geleitet, den Abschlussvortrag gehalten und die Bände herausgegeben. Weiter … »

14. Juni 2015                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Fiktive Hammaburg im Riesenformat

Eine Klarstellung von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 01/2015)

Weiss, Rainer-Maria / Klammt, Anne (2014): Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs; Veröffentlichung des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg; Hamburg, 508 großformatige Seiten, zahlreiche Abbildungen [= WK]

‘Top secret’: Das Buch zur Hammaburg-Ausstellung ist kein Katalog, sondern ein schwergewichtiger, weitausgreifender, auch redundanter Aufsatzband und wird nur an der Museumskasse ausgehändigt. Trotzdem ist es einem ‘Südlicht’ gelungen, ihn einsehen und so feststellen zu können: Der Aufsatz von Museumsdirektor Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss „Mythos Hammaburg – Fakten und Fiktionen zur Frühgeschichte Hamburgs“ [WK 17-53] gibt den Rahmen vor; die weiteren Artikel von 37 Autoren bringen dazu zahllose Details und Weiterungen.
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28. Oktober 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Keine Lehnspyramide für Karl den Großen!

Frischer Wind in akademischen Mittelalterstuben

von Marianne Koch (aus Zeitensprünge 2/2014)

Nach dem Aachener Dom [Illig 2011] fällt nun auch die Lehnspyramide zur Manifestation der Karolingerreiche aus. Sie hat als westeuropäisches ständisches Verfassungsmodell der früh- und hochmittelalterlichen Reiche ausgedient. Wann, wo und warum können wir noch vom Lehnswesen als grundsätzliches staatliches Strukturelement sprechen?

Das Lehnswesen in der Kritik

Bisher galt das eiserne Dogma:

„Die Karolinger haben aber nicht nur die tatsächliche Verbindung von Vasallität und Benefizium gefördert, sondern haben auch das daraus entstandene Lehnswesen für den Staatsaufbau nutzbar gemacht.“ [Spieß HRG 1978, / Lehn(s)recht/Lehnswesen, Sp. 1729].

So können wir es noch in Lehrbüchern nachschlagen, bekommen es in phantasievollen historischen Biografien wie jüngst in Frieds Karl [s. Illig 2014] und den beliebten History-Serien des Fernsehens serviert. Man hat dem Autor des Sachsenspiegels – Eike von Repkow (ca. 1230) – geglaubt, der uns die Lehnspyramide in der heute gängigen Form der „Heerschildordnung“ präsentiert und als „altes Recht“ Karl d. Gr. überliefert. Nach bisher herrschender Meinung erreicht diese Gesellschaftsordnung, genannt Lehnswesen, unter Ottonen und Saliern einen qualitativen Höhepunkt als königlich-kaiserliches Machtinstrument. Den Staufern wird besonders seit Barbarossa unterstellt, durch Reformen die herrschaftliche Wirksamkeit verwässert zu haben und so den Landesherrschaftsausbau niederer Stände befördert zu haben. Seine wesentlichen Institute bleiben aber bis zum Ende des alten Reichs 1806 erhalten.
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26. Januar 2014                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

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Macht hoch die Tür – für Karl den Großen, den Fiktiven

von Heribert Illig

Es ist mehr als erhebend: Das ganze christliche Abendland verneigt sich vor Karl dem Großen, aus Anlass seines Todestages am 28.01., vor 1200 Jahren. Nun gut, vielleicht machen das nicht alle Christen, aber doch viele Katholiken aus Deutschland und benachbarten Städten wie Zürich oder Lüttich. Primär sind es wohl Gläubige in Frankfurt, Hamburg und vor allem Aachen.

Hier sind die Feierlichkeiten am 25.01., einem Samstag, mit einer Pontifikalvesper im Dom begonnen worden.

„Heute, am Sonntag, feiert das Volk, serviert wird unter anderem eine »Karlswurst« nach mittelalterlichem Rezept. Und das ist noch lange nicht der Höhepunkt. Den werden drei Ausstellungen bilden“ [Austilat 2014].

Rund 100 Veranstaltungen werden heuer noch allein in Aachen folgen. Wir lesen auch bereits davon, dass der „Quadrigastoff, ein Grabtuch Karls des Großen“, demnächst gezeigt wird [KNA]. Doch das weckt Erinnerungen. Bei der Paderborner Ausstellung rings um Karl den Großen und Leo III. wurde zwar das Tuch gezeigt, aber ausdrücklich nicht als Leichentuch, weil die entsprechenden Spuren im Gewebe fehlen [Stiegemann, Wemhoff, I:64]. Wir stocken auch, wenn wir pünktlich zum großen Anlass aus Hamburg hören, dass die Hammaburg der Karlszeit im Jahr 2006 doch gefunden worden sei, auch wenn das während der Grabung niemand gemerkt hat [Gretzschel/Kummereincke 2014].
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5. Januar 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Kommentar zur Graz-Diskussion vom 14. Mai 2013

von Heribert Illig (zusammengeführt und überarbeitet aus Zeitensprünge 2/2013 und 3/2013)

Die Universität Graz, genauer die „7. fakultät“ und damit ihr Zentrum für Gesellschaft, Wissen und Kommunikation, lud am 14.05.2013 zur Podiumsdiskussion in ihr Meerscheinschlössl. Dort drängten sich 160 Zuhörer, die Mehrzahl Studenten, um im überfüllten Saal zuzuhören und Fragen zu stellen. Auf dem Podium nahmen Platz: der Mediävist Prof. Johannes Gießauf und mit Prof. Manfred Lehner der erste Archäologe, der öffentlich mit mir, dem dritten Teilnehmer, diskutierte. Als Moderatoren fungierten Dr. Elisabeth Holzer und der im ‘Nebenberuf’ Archäologie studierende Oliver Pink. Ein Aufnahmeteam hielt den historischen Moment in Bild und Ton fest, damit ihn die Universität ins Internet stellen könne. Leider war der Tonmeister mit seiner Arbeit nicht zufrieden, so dass es bislang dazu nicht kam. Lediglich eine 3-Minuten-Zusammenfassung konnte produziert werden [uni graz].

Zumindest erhielt ich selbst einen Mitschnitt. Insofern konnte erstmals eine derartige Diskussion als Mitschrift wiedergegeben werden. Die Qualität wird sich kontrollieren lassen, sollte die Aufzeichnung doch noch ins Netz gestellt werden.
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1. September 2013                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

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Protokoll der Podiumsdiskussion am 14. Mai 2013 im Meerscheinschlösschen der Karl-Franzens-Universität in Graz

Festsaal mit ca. 160 Zuhörern, einem Team aus Kamera- und Tontechnikern sowie fünf Personen auf dem – nicht vorhandenen – Podium. Da die Teilnehmer keine Statements abgelesen, sondern aus dem Stegreif formuliert haben, wurden bei der Verschriftlichung reine Füllworte, nicht weitergeführte Satzteile und Wiederholungen weggelassen, Dialekteinsprengsel ‘übersetzt’ sowie kleine grammatikalische Fehler stillschweigend korrigiert. Korrekturen stehen in eckigen Klammern. Außerdem wurde das eine oder andere „und“ durch einen Punkt ersetzt. Eigentlich notwendige Wortumstellungen wurden nicht durchgeführt.

Pink: Einen wunderschönen guten Abend, meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich begrüße Sie recht herzlich zu einem hoffentlich unterhaltsamen und spannenden Abend im Rahmen der Coverstory. Ich darf meine Kollegin vorstellen: [Dr.] Elisabeth Holzer.

Holzer: Und ich darf meinen Kollegen vorstellen: Oliver Pink.

Pink: Bevor wir starten, wie immer das Obligatorische. Wir bedanken uns bei der 7. fakultät, vor allem beim Magister Andreas Schweiger, dass er uns wieder die Möglichkeit gibt, hier eine Veranstaltung im Rahmen der Coverstory zu machen, und auch bei der Bank Austria, die das heute finanziert oder mitfinanziert hat.

Holzer: Ihnen allen erstens herzlichen Dank fürs Kommen, für Ihr Interesse. Ich wünsche uns und Ihnen eine spannende Diskussion heute Abend. Wenn Sie Fragen haben, einfach melden. Wir werden auch Zwischenrufe in den Diskussionsrunden mit den Diskutanten auf dem Podium, Fragerunden einschieben. Vor allem aus einem Grund: Nach der ersten Runde hier am Podium, die eine knappe Viertelstunde dauern wird, werden wir schon die Fragen ans Publikum geben, weil ein Teil von Ihnen relativ bald weg muss zu einer anderen Veranstaltung. Den Kolleginnen und Kollegen möchten wir auch die Chance geben, Fragen stellen zu können.

Pink: Deshalb haben wir das Programm ein bisschen umgestellt. Wie gesagt, Sie können trotzdem zwischendurch, wenn es passt, Hände heben. Wir versuchen das irgendwie einzuschieben.

Wir schreiben heute den 14. Mai 1716 – oder doch nicht? Das behauptet zumindest unser Gast aus Deutschland heute, Dr. Heribert Illig, der vor 17  Jahren ein Aufsehen erregendes Buch veröffentlicht hat, das sich mit dem Thema Zeitfälschung, der Kritik an der Datierung und der Archäologie und überhaupt in der uns bekannten Geschichtsschreibung befasst.
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25. Juli 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Die fränkische Herrscherliste des Bischof Godmar von Gerona, 939/40

von Volker Friedrich (aus Zeitensprünge 01/2013)

Zusammenfassung

Die Frankenchronik des nachgewiesenen Bischofs Godmar dokumentiert eine Berichtslücke von 135 Jahren in der christlichen Geschichtsschreibung (s. Anhang, S. 91). Eine Überprüfung der Godmarschen Angaben bei Gregor von Tours (Chronik bis 592) und sog. Fredegar zeigt, dass der Kernteil der Fredegar-Chronik (= Liber generationis resp. Chronik cuisdam sapientis bis ca. 658) chronistisch um 67 Jahre zu weit in Richtung Gegenwart eingeordnet ist und nur Ereignisse aus dem 6. Jh. beschreibt.
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1. Juni 2013                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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Gräfelfing & Pasing 1250 Jahre ? – Ein neues Buch von Heribert Illig

Gräfelfing & Pasing 1250 Jahre ? Ein kritischer Streifzug durch Bayerns frühe Geschichte

von Heribert Illig

Gräfelfing & Pasing 1250 Jahre

Zwei benachbarte Ortschaften werden vor 1.250 Jahren in derselben Schenkungsurkunde erwähnt und feiern deshalb zeitgleich ihr Ortsjubiläum. Feiern sie zu Recht?

Dr. Heribert Illig, der als Kritiker unserer herkömmlichen Zeitachse auch das Mittelalter geprüft hat, vertritt seit über 20 Jahren die lebhaft umkämpfte These, rund 300 Jahre des frühen Mittelalters seien erfunden worden. Was alles für sie spricht, lässt sich gerade am Beispiel von Gräfelfing und Pasing gut demonstrieren.

109 Seiten, 16 Abb., Paperback
1. Auflage, Juni 2013
ISBN 978-3-928852-47-0
8,90 € + Versand
Mantis-Verlag

15. Mai 2013                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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The “Missing” Dark Ages

by Steven O. Guth (shortened version of an article in final draft state, now also published in New Dawn Magazine)

(Addendum by Andreas Otte)

Have 300 years been added to our Calendar? Are we really in the 1700’s? Quite possibly.

What evidence is there to support this claim? Who fiddled with the Calendar and why does it matter?

Later in the article I’ll line up the evidence for you; most of it has come of the web from the headings ‘Phantom History’ and ‘The Missing Middle Ages’. There is a group of German scholars who have searched for evidence and explanations for the Calendar adjustments. Their recent discussions are on their German web site http://www.fantomzeit.de/. I’m convinced – almost.
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5. Mai 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Kölner Geklüngel anno 2013

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2013)

[S/G =] Schütte, Sven / Gechter, Marianne (2012): Von der Ausgrabung zum Museum – Kölner Archäologie zwischen Rathaus und Praetorium · Ergebnisse und Materialien 2006–2012; Köln, 330 S., 402 Abb., mit Beiträgen von zwölf weiteren AutorInnen; wohlfeil

 „Ich beobachte die Tätigkeiten von Sven Schütte nolens volens seit inzwischen weit über fünfzehn Jahren. Er stellt sich grundsätzlich nicht der Wissenschaft, sondern hat sich vielmehr darauf verlegt, das, was er meint erforscht und an angeblich Neuem und Sensationellem herausgefunden zu haben, immer und immer wieder über die Presse in die Welt zu setzen und zu verstetigen.“

Prof. Dr. Heinz Günter Horn [2008; vgl. Illig 1/2009, 226]

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1. Mai 2013                     Kategorie(n): Frühmittelalter

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Kritische Dendrochronologie V

von Andreas Otte

Es ist schon vergleichsweise lange her, dass an dieser Stelle über das schwedische Dendrochronologie Projekt berichtet wurde. Das lag nun wahrlich nicht an mangelndem Fortschritt seitens des Projektes, daher ist es nunmehr dringend an der Zeit für ein kurzes Update und auch einen Blick zurück.

Das Projekt von Lars-Ake Larsson zur Prüfung der Frage, ob Heribert Illigs Theorie vom Erfundenen Mittelalter aus dendrochronologischer Sicht unsinnig oder doch zumindest auf dieser Basis vertretbar ist, begann bereits im Jahre 2002. Zweifel an der Funktionsfähigkeit der dendrochronologischen Methode insgesamt und/oder der 14C Methode sollen für die folgende Ergebnisdarstellung ausgeblendet werden. Wer mittels Dendrochronologie und/oder 14C gegen die Theorie vom Erfundenen Mittelalter argumentiert, wird sich jedoch mit den folgenden Ergebnissen auseinandersetzen müssen.
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20. Januar 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Einhard und der konstruierte Tod Karls des Großen

von Detlef Suhr (überarbeitet aus Zeitensprünge 3/2012)

Wie und woran starb Karl der Große? Was geschah in jenem schicksalhaften Januar anno domini 814? Scheinbar eine simple Frage, denn es herrscht allgemeiner Konsens: Die zum Tod des größten Kaisers führende Erkrankung war eine Rippenfellentzündung, eine Pleuritis.

1. Die berühmteste Pleuritis der Geschichte

Es ist beinahe unglaublich, aber dennoch wahr: Es gibt für die schicksalhafte Erkrankung, die dem Leben des ersten und größten Kaisers des europäischen Mittelalters ein Ende setzte, nur eine einzige Quelle. Diese Quelle ist Einhard, der über die letzte Erkrankung Karls des Großen in Aachen berichtet:

„Im Januar wurde er dort während seines Winteraufenthaltes von hohem Fieber befallen und musste das Bett hüten. Er beschloss zu fasten, wie er es bei Fieber immer getan hatte, denn er glaubte, durch Enthaltsamkeit die Krankheit zu vertreiben oder wenigstens zu mildern.

Zu dem Fieber stellten sich Schmerzen in der Seite ein, die von den Griechen mit Pleuritis bezeichnet werden. Trotzdem bestand er darauf, weiterhin zu fasten, und stärkte sich nur ab und zu durch wenig Trinken. Er starb, nachdem er die heilige Kommunion erhalten hatte, am achtundzwanzigsten Januar in der dritten Stunde des Tages, sieben Tage nach seiner Erkrankung, im zweiundsiebzigsten Lebensjahre und seinem siebenundvierzigsten Regierungsjahr.“ [Einhard, 57]

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altfrid II. : 17. Februar : Vorbemerkung: Nachdem ich vom vorzeitigen Ableben Detlef Suhrs erfahren hatte, habe ich überlegt, ob es vertretbar sei, zu seiner These… Weiter ...
Pantaleone : 6. April : Altfrid II. demonstriert, wie Mediävisten noch über den Tod eines Gegners hinaus darüber wachen, dass nichts in Umlauf gerät, was… Weiter ...
altfrid II. : 10. April : Sehr geehrter Pantaleone, ich bin nicht sicher, ob ich Ihnen antworten soll, da Sie ja feststellten, dass… Weiter ...

9. Juni 2012                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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Heribert Illig erneut auf Orange 94.0

Der Wiener Rundfunksender Orange 94.0 hat im April und Mai diesen Jahres erneut Interviews mit Heribert Illig innerhalb der Sendereihe Radio Dispositiv ausgestrahlt.

Inhaltsangabe:

1. Teil: Vor etwas mehr als 20 Jahren formulierte Heribert Illig erstmals den Verdacht, dass rund 300 Jahre unseres Mittelalters nachträglich in die Zeitrechnung eingefügt, sprich erfunden sein könnten. In dieser ersten von drei Sendungen erzählt er, wie die These entstand, durch immer mehr Indizien und Fakten erhärtet und schliesslich zur Phantomzeittheorie ausgebaut wurde. Weiters kommen diesmal u.a. Datierungsmethoden wie C14 oder Dendrochronologie, Fehler in der Kalenderrechnung, auffallend häufig aus dem Nichts einsetzende bzw. scheinbar grundlos plötzlich abgerissene Entwicklungen in Handwerk, Kunsthandwerk und Bautechnik zur Sprache.

http://sendungsarchiv.o94.at/listen.php/id__094pr6175/fileid__094mf12187/audio.m3u
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12. Mai 2012                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

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2. Auflage von “Aachen ohne Karl den Großen” erschienen

Aachen ohne Karl den Großen

Technik stürzt sein Reich ins Nichts

„Im Rahmen aller Untersuchungsöffnungen können wir übrigens festhalten, dass die Eisenringanker oder Eisenklammerringanker alle satt im karolingischen Mörtel lagen, also im Zusammenhang mit dem Aufmauern eingebaut worden sind.“

Soweit der Befund des Dombaumeisters. Die entscheidende Frage, ob dies für die Aachener Pfalzkapelle vor 800 oder nach 1100 der Fall war, ist nunmehr geklärt.

Ein klarer, ‘eisenharter’ Beweis durch Dr. Heribert Illig, der seit nunmehr 20 Jahren die These vom erfundenen Mittelalter vertritt und gegen alle Widerstände ständig untermauert. Sein Beweisgang beschränkt sich nicht auf die Aachener Pfalzkapelle, das Herz von Karls Residenz und von Karls Reich, sondern bezieht Aachen, Köln, Ingelheim und weitere „karolingische“ Fundorte ein.

207 Seiten, 58 Abb., Paperback
2. korrigierte und erweiterte Auflage, April 2012
Preis: 14,90 € (Inlandspreis einschl. Versand)
Mantis Verlag
ISBN 978-3-928852-44-9

Die Erweiterung gegenüber der Erstauflage besteht aus dem neuen siebenseitigen Kapitel “Römisches Britannien und Germanien” ab Seite 161 in dem es um die römische Eisenverarbeitung geht.

Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Aachens Baudatum im Einklang mit allen Indizien : 12. Mai : [...] oder Leere im frühen Mittelalter? Vorheriger/Nächster Beitrag « 2. Auflage von “Aachen ohne Karl den Großen”… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » C14-Kritik in der Archäologie : 28. September : [...] Heribert Illigs “Aachen ohne Karl den Großen” enthält eine Reihe von verdächtig obskuren C14- und [...] Weiter ...

5. August 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil III

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 2/2001)

Karl der Große kannte das Phänomen „Schrift“ bestens. Er hat zahlreiche Urkunden, die das „Karlsmonogramm“ zeigen, mit seinem berühmten „Vollziehungshäkchen“ rechtskräftig gemacht. Es ist ganz unvorstellbar, dass ihm seine Notare nicht mitgeteilt haben, was es mit den Pergamenten, die sie ihm vorlegten, auf sich hatte, zumal es um – in heutiger Kaufkraft gerechnet – milliardenschwere Transaktionen ging.

Der große Kaiser kannte auch das Phänomen „Buch“, also jene Kodizes, die – ebenfalls aus Pergament – aus der „Karolingerzeit“ zu Tausenden überliefert sind, zumindest in Bruchstücken.
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13. Juli 2011                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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Heribert Illig: Aachen ohne Karl den Großen

Aachen ohne Karl den Großen

Technik stürzt sein Reich ins Nichts

„Im Rahmen aller Untersuchungsöffnungen können wir übrigens festhalten, dass die Eisenringanker oder Eisenklammerringanker alle satt im karolingischen Mörtel lagen, also im Zusammenhang mit dem Aufmauern eingebaut worden sind.“

Soweit der Befund des Dombaumeisters. Die entscheidende Frage, ob dies für die Aachener Pfalzkapelle vor 800 oder nach 1100 der Fall war, ist nunmehr geklärt.

Ein klarer, ‘eisenharter’ Beweis durch Dr. Heribert Illig, der seit nunmehr 20 Jahren die These vom erfundenen Mittelalter vertritt und gegen alle Widerstände ständig untermauert. Sein Beweisgang beschränkt sich nicht auf die Aachener Pfalzkapelle, das Herz von Karls Residenz und von Karls Reich, sondern bezieht Aachen, Köln, Ingelheim und weitere „karolingische“ Fundorte ein.

199 Seiten, 56 Abb., Paperback
1. Auflage, Juli 2011
Preis: 14,90 € (Inlandspreis einschl. Versand)
Mantis Verlag
ISBN 978-3-928852-43-2

TURUL : 23. Juli : Die entscheidende Frage, ob dies für die Aachener Pfalzkapelle vor 800 oder nach 1100 der Fall war, ist nunmehr geklärt.… Weiter ...
emma : 4. August : Turuls Kommentar ist etwas kurz geraten! Zum Inhalt des neuen Aachenbuchs: Wer glaubt, hier werde nur ein Abklatsch aus… Weiter ...
Friedrich : 31. August : Es ist sonnenklar und bestechend logisch: Wenn der Ringanker der Pfalzkapelle homogen mit dem Mauerwerk verbunden ist und nicht vor… Weiter ...

3. Juli 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil II

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 4/2000)

Zu den größten Rätseln der Bücher- und Bibliotheksgeschichte gehört der Übergang von jenen Texten, die angeblich schon im Altertum und im Mittelalter, dabei vor allem in der uns interessierenden Zeit „um 800“ existiert haben sollen, in die Gegenwart. Seit langem schon geht der Verdacht um, dass ein Großteil dieser Texte (wenn nicht gar alle) ein Fabrikat des späteren Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit gewesen sein könnten.
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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Zeitensprünge 2000/04 : 3. Juli : [...] Paul C. Martin: Was las man denn zur Karolingerzeit? Teil II [...] Weiter ...

13. Juni 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil I

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 3/2000)

Die Zeit „um 800“ gilt der traditionellen Historiographie als Periode einer kulturellen Hochblüte. Dies bestätigten uns eben erst die grandiose Karolinger-Ausstellung in Paderborn und die umfangreiche Karls-Biographie des Bremer Ordinarius Dieter Hägermann, die als aktuellstes Standardwerk der Zeit „um 800“ zu gelten hat.

Grundlage jeder kulturellen Hochblüte ist die Schrift. Muss diese nicht in einem langwierigen Prozess ex nihilo entwickelt werden, sondern kann sie auf bereits vorhandene Kenntnisse des Schreibens aufbauen, dann setzt dieses Schreiben zunächst einmal ein Lesen voraus. Nur wer des Lesens und sei es nur des Ablesens mächtig ist, kann auch Schreiben bzw. Abschreiben. Das Lesen muss natürlich vor allem in Bibliotheken gepflegt und auch tradiert worden sein. Dabei lässt allerdings stutzen, wenn aus dem von alter Bibliothekstradition gesättigten Frankreich berichtet wird [Histoire 1989, XXI, Fettungen in allen folgenden Zitaten von PCM]:

„Les bibliothèques médiévales sont une création ex nihilo.“

Wenn schon die Bibliotheken aus dem Nichts heraus entstanden, was ist mit der Schrift?
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5. Mai 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte, Zeitensprünge

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20 Jahre These vom erfundenen Mittelalter

Ein Rück- und Ausblick von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2011)

Ursprünglich war diese Zeitschrift [Zeitensprünge vorm. Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart] ganz auf die Antike ausgerichtet – mit dem Blick aus unserer Gegenwart. Aber zu Anfang des 3. Jahrgangs, in der ersten Ausgabe des Jahres 1991 von Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart standen in einem schmalen Heft von 62 Seiten erstmals Argumente für überzählige Zeit im frühen Mittelalter:

Illig, Heribert: Die christliche Zeitrechnung ist zu lang [1/1991, 4-20]
Niemitz, Hans-Ulrich: Fälschungen im Mittelalter [1/1991, 21-35]
Illig/Niemitz: Hat das dunkle Mittelalter nie existiert? [1/1991, 36-49]

Schon einige Zeit hatte es bei den Chronologie-Kritikern wegen der Dunkelheiten im Mittelalter verbal rumort; nun war innerhalb der Gregorianischen Kalenderreform ein Hebel gefunden, mit dem sich eine ungefähre Zeitspanne angeben ließ, und dazu die Jahrhunderte abschätzbar, in denen allein gravierende Verwerfungen zu erwarten waren.
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Ursula lelarge | Yesterthings : 19. Dezember : [...] Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » 20 Jahre … [...] Weiter ...

3. April 2011                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Fundsachen, Mittelalterdebatte

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Vortrag: Das Frühmittelalter und seine Fundarmut als chronologisches Problem

Im Rahmen der Ringvorlesung Querdenker – Wissenschaft außerhalb gängiger Paradigmen an der HTWK Leipzig zum Gedenken an Prof. Dr. phil Hans-Ulrich Niemitz trägt Dr. phil. Heribert Illig am 6.4.2011 um 17:15 im Lipsiusbau Li, Hörsaal 415, Karl-Liebknecht-Straße 145 über das Thema

Das Frühmittelalter und seine Fundarmut als chronologisches Problem

vor.

Weitere Details unter http://www.htwk-leipzig.de/de/studierende/studium-generale/termine/detailseite/details/ringvorlesung-querdenker-1/.

Zur genannten Zeit kann der Vortrag hier online verfolgt werden: http://webconf.htwk-leipzig.de/bastian.

19. März 2011                     Kategorie(n): Frühmittelalter, Fundsachen

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Ausstellung “Fundgeschichten” – Der Frankenfürst im Acker

Frisch aus der Erde – sehen Sie die neuesten Entdeckungen der Archäologen aus NRW!

Die spektakulärsten Archäologie-Funde der letzten fünf Jahre sehen Sie ab dem 16.4.2011 in der Sonderausstellung „Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne.
Aus der Pressemeldung (ein Hinweis von Marianne Koch):

Im September 2008 pflügt Landwirt Karl Berekhoven mit dem Traktor ein Feld in Nettersheim bei Euskirchen. Plötzlich tut sich unter seinem Traktor ein Loch auf – ein alter Wasserleitungsschacht, denkt er zunächst. Aber unter Kartoffeln und Rüben hat Karl Berekhoven das seit über 1300 Jahren unberührte Grab eines Frankenfürsten aus dem 7. Jh. nach Chr. wiederentdeckt. Das Steinplattengrab des Frankenfürsten mit seinen reichen Grabbeigaben ist ab dem 16. April in der Ausstellung “Fundgeschichten” über neueste archäologische Entdeckungen im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen.

Der fränkische Krieger wurde in typischer Tracht und voller Bewaffnung bestattet, eine Goldmünze im Mund. Das Grab besteht aus acht massiven Sandsteinplatten, die bereits aus römischer Zeit stammen und für das Grab umgenutzt wurden. Es ist eine der ganz wenigen Gräber dieser Zeit, das nicht ausgeraubt wurde – und damit eine absolute Besonderheit.

Das LWL-Museum zeigt die spektakulärsten Archäologie-Funde aus dem Boden Nordrhein-Westfalens. Über 800 Objekte, geborgen in den vergangenen fünf Jahren, vom Urzeittier bis zum Bomber des Zweiten Weltkrieges zeigen die archäologischen “Bodenschätze” der Region. Jedes Objekt hat eine eigene Fundgeschichte, von der ersten Spurensuche und Bergung bis zur aufwendigen Restaurierung. In der Ausstellung sollen diese Geschichten hinter den Funden lebendig werden – als wäre man selbst dabei gewesen, wenn aus einem Sonntagsspaziergang eine echte Schatzsuche wird oder eine Klettertour im Steinbruch zum Sensationsfund führt.

Laufzeit der Ausstellung:
16.4. bis 20.11.2011

Adresse
LWL-Museum für Archäologie
Westfälisches Landesmuseum
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-0
Fax: 02323 94628-33

http://www.lwl-landesmuseum-herne.de

16. Februar 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Logik und Ökonomie der Fälscher

Primat des Papstes · Heiraten und Kinder bei Merowingern und Karolingern · Photios I.

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2010)

Die Vita eines erfundenen Potentaten mag aufregend oder auch langweilig sein, auf jeden Fall wird sie ihn als Fiktion nicht der Realität näher bringen. Aber sie kann aufzeigen, was der Auftraggeber eines solchen Textes seiner Mit- und Nachwelt nahelegen wollte. Beim dynastischen Ende der Merowinger und der ‘Erschaffung’ der Karolinger – ihr Name leitet sich ab von Karl Martell – ist dies unübersehbar. Aber auch bei ihrer Heiratspolitik wird mehr deutlich, als eigentlich lieb sein konnte. Und Patriarchat Photios I. verfügt im 9. Jh. über eine umfangreiche Bibliothek, in der allerdings die Bücher der letzten 230 Jahre fast nicht vertreten sind.
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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Zeitensprünge 2010/03 : 16. Februar : [...] Illig: Logik und Ökonomie der Fälscher: Primat des Papstes · Heiraten/Kinder bei Merowingern/Karolingern... [...] Weiter ...

10. Dezember 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Sonstiges

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Bücher und Beiträge zum Frühmittelalter und zur Phantomzeitthese


Fiktion Mittelalter Band 1

Das erfundene Mittelalter

von Heribert Illig

Hat Karl der Große je gelebt?
Hat es drei Jahrhunderte unseres Mittelalters gar nicht gegeben? Dieser aufregenden Frage geht Heribert Illig, Privatgelehrter und Publizist auf den Grund. Kritisch und detailliert vergleicht er schriftliche Zeugnisse mit den architektonischen Befunden der Zeit und stößt dabei auf zahllose Widersprüche.

Sein aufregender Schluß klingt unglaublich: Knapp 300 Jahre europäischer Geschichtsschreibung wurden nachträglich eingefügt. Karl der Große hat nie gelebt, seine Biographie ist erfunden! Selbiges gilt für mehrere Dutzend Kaiser und Päpste.

Der ‘Klassiker’ für die Phantomzeit im frühen Mittelalter.

10. Auflage 2009 (insgesamt 21. Auflage)
Ullstein Verlag
453 Seiten, Pb.
ISBN 978-3-548364-29-2

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15. November 2010                     Kategorie(n): Frühmittelalter

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Karl als konturenloser Krieger

Karl der Große im ZDF

Die zweite Staffel der erfolgreichen Sendereihe Die Deutschen beginnt mit einem guten Bekannten: Karl der Große und die Sachsen. Prof. Dr. Guido Knopp persönlich weist darauf hin, dass es ihm 20 Jahre nach der Wiedervereinigung um Ankerpunkte in der deutschen Geschichte gehe, die mit größtmöglicher Authentizität ins Bild gesetzt worden seien.

De facto ist es die übliche Docu-soap geworden, mittlerweile auch Histotainment genannt: Grimmige Franken überfallen wehrlose Sachsendörfer, also viel Wald, viele Kettenhemden, drei brennende Hütten; die Sachsen sprechen altsächsisch, die Franken hochdeutsch. Widukind schwört Rache und lässt sich schließlich doch taufen, worauf Karl die Aachener Pfalz baut und in Rom gekrönt wird, während die Sachsenkriege weitergehen.

Dieser Karl tritt nicht als Überkaiser auf, sondern als Ersatzmann seiner selbst, mittelgroß und unscheinbar, Barttracht und fehlende Mimik wie bei Chuck Norris; er gibt lediglich von sich, dass er die Sachsen massakrieren muss, weil sie wortbrüchig seien, und dass auf einem Pergamentblatt alles übersichtlich sein müsse.
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Herz_aus_Stahl : 16. November : Heute war auch klasse, Friederich II. und seine Ritter mit Schwert AUF DEM RÜCKEN! Gott ist das schlecht! Weiter ...
Gerhard Anwander : 19. November : Nun hat Prof. Guido Knopp also karlsmäßig im ZDF zugeschlagen. Wie hi schon treffend bemerkte, eine sehr naturnahe Sendung (wie… Weiter ...

14. November 2010                     Kategorie(n): Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

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Streit zwischen Kölner Archäologen

Sven Schütte und kein Ende

Dem mit seinem 65. Geburtstag aus seinen Ämtern scheidende Prof. Dr. Hansgerd Hellenkemper soll für seine Tätigkeit als Leiter des Römisch-Germanischen Museums in Köln (seit 1980) und der archäologischen Bodenpflege der Stadt (seit 1994) das Bundesverdienstkreuz verliehen werden. Das verbat sich Dr. Sven Schütte als Leiter der Archäologischen Zone, Köln, in einem privaten Schreiben an die nordrhein-westfälische Staatskanzlei. Darin schrieb er u.a.:

„Ich hielte es für einen Skandal, eine solche Person, die aus meiner Sicht mehr Schaden als Nutzen angerichtet hat, hierfür auch noch auszuzeichnen.“ Es habe in Hellenkempers Amtszeit „zahlreiche Skandale um den Ankauf unechter Objekte gegeben“. „Die Standards auf den Grabungen wurden bereits in den 90er Jahren so gesenkt, dass dem wissenschaftlichen Ruf der Stadt Köln ein solcher Schaden zugefügt wurde, dass das Ansehen der Kölner auf Jahre in der Fachwelt ruiniert war und noch ist“ [Hümmeler].

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10. November 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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There are only 1330 years between the calendar reforms of Caesar and Gregory XIII

Calendar studies prove that the thesis of the Invented Middle Ages is correct

by Heribert Illig

When the supposition first arose that there might be chronological problems in the early Middle Ages, too, the first cross-check was carried out with the help of the Julian-Gregorian calendar. It almost reached its goal, by a hairs breadth: when dealing with the autumnal equinox and 23rd September, the date on which the equinox falls today, it was found that there is no date for this equinox that has come down to us. This deficiency has now been rectified so that the argument can develop its full effect.
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TURUL : 10. November : Vieleicht 1429? Weiter ...
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24. Oktober 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter

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Von der Pfalz keine Spur – Ausgrabungen in Ulm

Unter dem Titel “Von der Pfalz keine Spur” berichtete die Südwestpresse (Ulm) am 21.10.2010 (ein Fund von Susanne und Gerhard Anwander) vom Misserfolg der Grabungen auf dem nördlichen Weinhof, jedenfalls wenn es um die karolingische Pfalz des 9. Jh. geht.

Spuren der karolingischen Pfalz des 9. Jahrhunderts konnten nicht nachgewiesen werden. Denn es wurde, wie Scheschkewitz und Killinger darlegten, nichts gefunden, was gesichert weiter zurückreicht als bis ins 11./12. Jahrhundert. Das ist insofern von Belang, als vor nicht allzulanger Zeit ein Archäologinnen-Team die karolingische Pfalz, die stets auf dem Weinhof vermutet wurde, in die Gegend der Spitalhofschule verlegt hat. Doch wurden, wie Scheschkewitz betonte, bei früheren Grabungen im südlichen Weinhofbereich Spuren eines merowingerzeitlichen Herrschaftshofes aus dem 6./7. Jahrhundert entdeckt. Es liege daher nahe, dass danach die Karolinger den Hof auf dem strategisch wichtigen Sporn über der Donau zur Pfalz ausbauten. Doch nachzuweisen sei die Pfalz erst seit der Stauferzeit im 12./13. Jahrhundert.

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7. Oktober 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

eingestellt von: jb

Tradition auf Abwegen

Gefunden im Wissenschaftsteil der Neuen Osnabrücker Zeitung

von Jan Beaufort

Eine in ihrer Abwegigkeit fast gespenstisch wirkende Kritik der Phantomzeitthese hat sich vor einiger Zeit die Online-Ausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung erlaubt. Der betreffende Artikel eines anonymen Autors (der sich nicht einmal mit einem Kürzel zu erkennen gibt) trägt den Titel Karl der Große nur erfunden? sowie den irreführenden Subtitel Die bizarre Phantomzeit-Theorie stellt das Mittelalter auf den Kopf. Der Beitrag erschien in der Reihe Ach So!, die vom gleichermaßen anonym bleibenden Herausgeber vorgestellt wird mit den Worten “Gibt es eigentlich eine Westsee? Kuriose Themen: Unsere Serie ‘Ach So!’ erklärt Ihnen Dinge, die Sie vielleicht schon immer wissen wollten”. Die Serie selbst findet sich im Wissenschaftsteil der Zeitung (Gut zu wissen), hat also durchaus den Anspruch, sachlich über wissenschaftliche Themen und Entwicklungen zu informieren.
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Laitein1 : 17. Oktober : Lieber JB Als ich heute hier seit einiger Zeit mal wieder vorbei schaute, entdeckte ich Ihren Artikel… Weiter ...
jb : 7. November : Wer ist eigentlich Laitein1? Nachdem er nun schon ziemlich lange auf unserer Homepage die Illig-These kritisieren konnte, gibt er vielleicht… Weiter ...
ilya : 8. November : Selbstverständlich sträuben sich einem die Haare, wenn man sieht, wie Zeitungen eine These missverstehen und wie wenig Grundwissen mancher Redakteur… Weiter ...

11. September 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte

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Zwischen den Kalenderreformen von Cäsar und Gregor XIII. liegen nur 1.330 Jahre

Kalendarisch bestätigt: die These vom erfundenen Mittelalter

von Heribert Illig

Abstract: Der vom Papst hergestellte Bezug zwischen Gregorianischer Kalenderreform und dem Konzil von Nicäa ist nicht mehr zu halten. Der Abstand zwischen beiden Kalenderreformen muss verringert werden, womit ein Gutteil der Merowinger- und Karolingerherrschaft entfällt.

Alles scheint klar und einfach: Papst Gregor XIII. hat 1582 die Kalenderzählung vom 4. Oktober nicht auf den 5., sondern auf den 15. Oktober springen, also 10 Tage überspringen lassen. Er hat damit den im Julianischen Kalender aufgelaufenen Fehler korrigiert. Es lässt sich leicht ermitteln, wie groß der Zeitraum ist, während dem dieser Fehler aufgelaufen ist:

Da die julianische Jahreslänge gegenüber dem tropischen Jahr um ca. 674 sec zu lang ist (365 d + 21.600 s contra 365 d + 20.926 s [Meeus/Savoie, 42]), summiert sich der Fehler (86.400 sec [= 1 Tag] ./. 674) in fast exakt 128,2 Jahren zu 1 Tag. Eine Korrektur um 10 Tage behebt folglich den Fehler, der binnen 1.282 Jahren (±64 Jahre) aufgelaufen ist. Von 1582 zurückgerechnet ergibt sich somit im Mittel das Jahr 300 n. Chr.
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jek : 1. Oktober : Es bleibt ja konsequent still trotz dieses schweren Geschützes. Ein anderer Aspekt - wobei ich vermutlich nicht als erster… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Tradition auf Abwegen : 7. Oktober : [...] aktuellen Beitrags von Prof. Frank sowie des hier auf fantomzeit.de veröffentlichten Artikels Zwischen den Kalenderreformen von Cäsar und Gregor… Weiter ...
ao : 7. Oktober : … wie hochgradig unwahrscheinlich es ist, dass die Institution “Konzil” im Jahre 325 den Kalender justierte.… Weiter ...

13. August 2010                     Kategorie(n): Frühmittelalter

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Multikulti in Ur-Wien

Unter dem Titel „Multikulti in Ur-Wien“ fand sich am 2.8.2010 ein Beitrag von Herbert Lackner zur Geschichte Wiens in der Zeitschrift profil (ein Fund von Peter Mikolasch). Der Untertitel des Beitrags lautet:

Archäologie. Historiker schreiben die Geschichte Wiens neu: Anders als bisher angenommen, war die Stadt zu Beginn des Mittelalters 300 Jahre lang eine menschenleere Ruinenlandschaft.

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"Um 550 wird vom gotischen Geschichtsschreiber Iordanes der antike Name Wiens zum letzten Mal erwähnt. Danach schweigen die schriftlichen Quellen über 300 Jahre." [Schausammlung Historisches Museum der Stadt Wien, Beschreibung o.J., S. 20]