Fantomzeit

Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter?

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Aktuelle Hauptbeiträge:

2. April 2016                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Urkunden fälschen. Resultate des einschlägigen Kongresses

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2015)

In memoriam Prof. Dr. Hans-Ulrich Niemitz, der sich als erster von uns mit dem abschließenden Vortrag Horst Fuhrmanns „Von der Wahrheit der Fälscher“ beschäftigt und mir das Rätsel der Fälschungen „mit antizipatorischem Charakter“ zur Auflösung überlassen hat [I:89, 97 f.].

Es wird höchste Zeit, den Schatz zu sichten, den die professionellen Fälschungsjäger, also Diplomatiker und Paläographen, vor fast 30 Jahren ausgebreitet haben. Zwar habe ich gelegentlich auf diese Fülle hingewiesen, aber sie nicht konkret ausgeschöpft. Dies soll nun mit einigen Zitaten aus den fast 4.000 Seiten der fünfbändigen Edition der Kongress-Akten geschehen. Die Veranstaltung selbst hatte 544 Teilnehmer, die ihre über 150 Beiträge nur zum kleineren Teil an den vier Tagen vorgetragen, sondern in den darauf folgenden zwei Jahren erstellt oder zur Druckreife gebracht haben. So ziemlich alle in den Zeitensprüngen kritisierten Mediävisten waren vertreten: Gert Althoff, Bernhard Bischoff, Michael Borgolte, Karl Bosl, Carlrichard Brühl, (der Semiotiker und Roman-Autor Umberto Eco als Festredner), Johannes Fried, Max Kerner, Theo Kölzer oder Rudolf Schieffer (doch Fried und Schieffer nicht als Autoren). Der uns ebenfalls bekannte Horst Fuhrmann als damaliger Präsident der MGH hat die Tagung geleitet, den Abschlussvortrag gehalten und die Bände herausgegeben. Weiter … »

14. Juni 2015                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Fiktive Hammaburg im Riesenformat

Eine Klarstellung von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 01/2015)

Weiss, Rainer-Maria / Klammt, Anne (2014): Mythos Hammaburg. Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs; Veröffentlichung des Helms-Museums, Archäologisches Museum Hamburg; Hamburg, 508 großformatige Seiten, zahlreiche Abbildungen [= WK]

‘Top secret’: Das Buch zur Hammaburg-Ausstellung ist kein Katalog, sondern ein schwergewichtiger, weitausgreifender, auch redundanter Aufsatzband und wird nur an der Museumskasse ausgehändigt. Trotzdem ist es einem ‘Südlicht’ gelungen, ihn einsehen und so feststellen zu können: Der Aufsatz von Museumsdirektor Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss „Mythos Hammaburg – Fakten und Fiktionen zur Frühgeschichte Hamburgs“ [WK 17-53] gibt den Rahmen vor; die weiteren Artikel von 37 Autoren bringen dazu zahllose Details und Weiterungen.
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31. März 2015                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Aachens Marienkirche: Archäologie und Schriftquellen

Eine weitere Sichtung von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2014)

Müller, Harald / Bayer, Clemens M. M. / Kerner, Max (2014): Die Aachener Marienkirche: Aspekte ihrer Archäologie und frühen Geschichte. Der Aachener Dom in seiner Geschichte · Quellen und Forschungen Band 1. Herausgegeben im Auftrag der Europäischen Stiftung Aachener Dom; Schnell & Steiner, Regensburg, ca. 320 S., 60 schwarz-weiße und 64 farb. Abb. = MBK

Kaum war im letzten Heft die Baugeschichte der Aachener Pfalz zusammengestellt und in den Druck gegangen, erschien bereits das nächste einschlägige Buch, nun konzentriert auf die Pfalzkirche selbst. Und es wird nicht das letzte bleiben, firmiert es doch als erster Band einer vielleicht langen Reihe. Da sich das vorliegende Buch auf die Quellen, ansonsten auf Untergrund und Fundament der Kirche beschränkt, bleiben noch etliche Möglichkeiten: ein Buch für das Sechzehneck, eines für das Achteck, eines für das Äußere etc. etc. Schlussendlich wird der Aachener Dom die bestdokumentierte und -ergrabene Kirche Deutschlands sein!
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28. Oktober 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Keine Lehnspyramide für Karl den Großen!

Frischer Wind in akademischen Mittelalterstuben

von Marianne Koch (aus Zeitensprünge 2/2014)

Nach dem Aachener Dom [Illig 2011] fällt nun auch die Lehnspyramide zur Manifestation der Karolingerreiche aus. Sie hat als westeuropäisches ständisches Verfassungsmodell der früh- und hochmittelalterlichen Reiche ausgedient. Wann, wo und warum können wir noch vom Lehnswesen als grundsätzliches staatliches Strukturelement sprechen?

Das Lehnswesen in der Kritik

Bisher galt das eiserne Dogma:

„Die Karolinger haben aber nicht nur die tatsächliche Verbindung von Vasallität und Benefizium gefördert, sondern haben auch das daraus entstandene Lehnswesen für den Staatsaufbau nutzbar gemacht.“ [Spieß HRG 1978, / Lehn(s)recht/Lehnswesen, Sp. 1729].

So können wir es noch in Lehrbüchern nachschlagen, bekommen es in phantasievollen historischen Biografien wie jüngst in Frieds Karl [s. Illig 2014] und den beliebten History-Serien des Fernsehens serviert. Man hat dem Autor des Sachsenspiegels – Eike von Repkow (ca. 1230) – geglaubt, der uns die Lehnspyramide in der heute gängigen Form der „Heerschildordnung“ präsentiert und als „altes Recht“ Karl d. Gr. überliefert. Nach bisher herrschender Meinung erreicht diese Gesellschaftsordnung, genannt Lehnswesen, unter Ottonen und Saliern einen qualitativen Höhepunkt als königlich-kaiserliches Machtinstrument. Den Staufern wird besonders seit Barbarossa unterstellt, durch Reformen die herrschaftliche Wirksamkeit verwässert zu haben und so den Landesherrschaftsausbau niederer Stände befördert zu haben. Seine wesentlichen Institute bleiben aber bis zum Ende des alten Reichs 1806 erhalten.
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7. September 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Neues zu Aachens Pfalz, aus örtlichen Quellen destilliert

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 2/2014)

Bauforschung

Über Aachens kulturelle Schätze wird ein voluminöses Buch nach dem anderen publiziert. Besonderes Gewicht hat der 611 Seiten starke Band des großen, von Stadtarchivar Dr. Thomas R. Kraus herausgegebenen Werks: Aachen · Von den Anfängen bis zur Gegenwart 2. Band: Karolinger – Ottonen – Salier · 765–1137. Als Autoren waren, in alphabetischer Reihenfolge, die Wissenschaftler Franz-Reiner Erkens, Judith Ley, Dietrich Lohrmann, Harald Müller, Frank Pohle, Sebastian Ristow und Stadtarchäologe Andreas Schaub beteiligt. Mit den im Juni erschienenen drei Ausstellungskatalogen tritt eine zweite Publikation mit 1.104 Seiten neben ihn [AA1-3]. Nachdem Prof. Dr. Frank Pohle wie etliche seiner Autoren bereits bei dem ersten, ‘zielgenaueren’ Buch beteiligt waren – dort als Autor übergangen [Kraus, 611] –, wird primär auf dieses zurückgegriffen, aber die Weiterungen aus seitdem sechs Monaten Forschung werden beachtet.
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10. Mai 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Bischof Gregor von Tours über die Gestirnsbewegungen

von Zsolt Németh (aus Zeitensprünge 1/2014)

Mitte der 1980er Jahre wurde eine heftige Diskussion in Nature, der wohl bedeutendsten naturwissenschaftlichen Zeitschrift der Welt, entfacht über etwas, das eigentlich gar nicht so richtig in diese Zeitschrift passt. Wolfhard Schlosser und Werner Bergmann (nachfolgend SB [1985]), Professoren an der Ruhr-Universität Bochum, haben beim Studieren des Werkes De cursu stellarum ratio, qualiter ad officium implendium debeat observari (eine Abhandlung über die Beobachtung der Gestirnsbewegungen zum Zweck der Bestimmung der Gebetszeiten, nachfolgend: DCS) von Bischof Gregor von Tours (ca. 538–593 [SB 1985, 46; Wood]) eine überraschende Hypothese aufgestellt. Der Bischof erwähnt einen Stern namens Robeola, der dem Namen nach zu urteilen eine rötliche Farbe haben soll, und den er als splendida, also prächtig leuchtend bezeichnet [DCS 870]. SB [46] identifizieren Robeola als Sirius, obwohl der Sirius heute weiß leuchtet. Sie begründen ihre Hypothese folgendermaßen:
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Basileus : 4. September : Die Beschreibungen zum Sternhimmel sind bei Gregor zu ungenau, um daraus irgendwelche belastbaren Schlußfolgerungen zu ziehen. Etablierten Astronomen gefällt es,… Weiter ...
admin : 5. September : Zu diesem Thema sei an einen Abschnitt in „Wer hat an der Uhr gedreht?“ von 1999 erinnert:… Weiter ...
Basileus : 16. September : "Es ist zwangsläufig so, dass sich jeder die ihm passende Finsternis heraussucht. " Um das zu vermeiden,… Weiter ...

26. April 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Frieds Karl

Eine Rezension von Heribert Illig (geringfügig überarbeitet aus Zeitensprünge 1/2014)

(Seitenzahlen in runden Klammern beziehen sich auf das Zeitensprünge-Heft Nr. 1/2014.)

Fried, Johannes (2013): Karl der Große · Gewalt und Glaube; Verlag C.H. Beck, München, geb., 736 S., 60 Abb. und 8 Farbtafeln [= F.]

Wer dem Karl begegnen will, den der beste deutsch schreibende Mediävist vor Augen hat, der muss Johannes Fried lesen. Ein erstrangiger Wissenschaftler und unter diesen der beste Schriftsteller. Nach seiner Emeritierung im Jahr 2009 hat er sich eine alles umspannende Karls-Biographie vorgenommen, als 71-Jähriger abgeschlossen und so rechtzeitig auf den Markt gebracht, dass ein Gutteil der anderen Arbeiten über den Jubiläums-Kaiser noch von ihr profitieren konnte.
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5. Januar 2014                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Kommentar zur Graz-Diskussion vom 14. Mai 2013

von Heribert Illig (zusammengeführt und überarbeitet aus Zeitensprünge 2/2013 und 3/2013)

Die Universität Graz, genauer die „7. fakultät“ und damit ihr Zentrum für Gesellschaft, Wissen und Kommunikation, lud am 14.05.2013 zur Podiumsdiskussion in ihr Meerscheinschlössl. Dort drängten sich 160 Zuhörer, die Mehrzahl Studenten, um im überfüllten Saal zuzuhören und Fragen zu stellen. Auf dem Podium nahmen Platz: der Mediävist Prof. Johannes Gießauf und mit Prof. Manfred Lehner der erste Archäologe, der öffentlich mit mir, dem dritten Teilnehmer, diskutierte. Als Moderatoren fungierten Dr. Elisabeth Holzer und der im ‘Nebenberuf’ Archäologie studierende Oliver Pink. Ein Aufnahmeteam hielt den historischen Moment in Bild und Ton fest, damit ihn die Universität ins Internet stellen könne. Leider war der Tonmeister mit seiner Arbeit nicht zufrieden, so dass es bislang dazu nicht kam. Lediglich eine 3-Minuten-Zusammenfassung konnte produziert werden [uni graz].

Zumindest erhielt ich selbst einen Mitschnitt. Insofern konnte erstmals eine derartige Diskussion als Mitschrift wiedergegeben werden. Die Qualität wird sich kontrollieren lassen, sollte die Aufzeichnung doch noch ins Netz gestellt werden.
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25. Juli 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Die fränkische Herrscherliste des Bischof Godmar von Gerona, 939/40

von Volker Friedrich (aus Zeitensprünge 01/2013)

Zusammenfassung

Die Frankenchronik des nachgewiesenen Bischofs Godmar dokumentiert eine Berichtslücke von 135 Jahren in der christlichen Geschichtsschreibung (s. Anhang, S. 91). Eine Überprüfung der Godmarschen Angaben bei Gregor von Tours (Chronik bis 592) und sog. Fredegar zeigt, dass der Kernteil der Fredegar-Chronik (= Liber generationis resp. Chronik cuisdam sapientis bis ca. 658) chronistisch um 67 Jahre zu weit in Richtung Gegenwart eingeordnet ist und nur Ereignisse aus dem 6. Jh. beschreibt.
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5. Mai 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Kölner Geklüngel anno 2013

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2013)

[S/G =] Schütte, Sven / Gechter, Marianne (2012): Von der Ausgrabung zum Museum – Kölner Archäologie zwischen Rathaus und Praetorium · Ergebnisse und Materialien 2006–2012; Köln, 330 S., 402 Abb., mit Beiträgen von zwölf weiteren AutorInnen; wohlfeil

 „Ich beobachte die Tätigkeiten von Sven Schütte nolens volens seit inzwischen weit über fünfzehn Jahren. Er stellt sich grundsätzlich nicht der Wissenschaft, sondern hat sich vielmehr darauf verlegt, das, was er meint erforscht und an angeblich Neuem und Sensationellem herausgefunden zu haben, immer und immer wieder über die Presse in die Welt zu setzen und zu verstetigen.“

Prof. Dr. Heinz Günter Horn [2008; vgl. Illig 1/2009, 226]

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22. Februar 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Trierische Spätantike

Noch unchristlich oder schon Phantomzeit? (Trier III)

von Karl-Heinz Lewin (überarbeitet aus Zeitensprünge 1/2012)

In „2.000 Jahre Trier – was blieb übrig?“ [L. 2006] zählte ich die Nennungen von Baudaten und Grabungsbefunden in der Denk­mal­topo­­graphie der Trierer Altstadt [STA]. Funde, die dem 7. bis 9. Jh. zugeschrieben wurden, sind äußerst rar.

Fortschreibung der Baudatennennungen

Ende 2010 konnte ich endlich den zweiten Band der Trierer Denk­mal­topo­graphie [STS] erwerben, der den übrigen Teil des heutigen Stadt­kreises Trier behandelt, in dem sich zwei Drittel des ehemaligen römischen Stadtgebietes befanden. Doppelnennungen ignorierte ich nur dann, wenn sie unmittelbar hintereinander standen, und urkundliche Nennungen erfasste ich genauso wie solche, die durch Münzfunde oder dendro­chronologisch datiert wurden oder bei denen die zu Grunde liegende Datierungs­methode nicht erkennbar war. Das Ergebnis beider Auswertungen ist in dem abgebil­deten Diagramm wiedergegeben.
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20. Januar 2013                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Einhard und der konstruierte Tod Karls des Großen

von Detlef Suhr (überarbeitet aus Zeitensprünge 3/2012)

Wie und woran starb Karl der Große? Was geschah in jenem schicksalhaften Januar anno domini 814? Scheinbar eine simple Frage, denn es herrscht allgemeiner Konsens: Die zum Tod des größten Kaisers führende Erkrankung war eine Rippenfellentzündung, eine Pleuritis.

1. Die berühmteste Pleuritis der Geschichte

Es ist beinahe unglaublich, aber dennoch wahr: Es gibt für die schicksalhafte Erkrankung, die dem Leben des ersten und größten Kaisers des europäischen Mittelalters ein Ende setzte, nur eine einzige Quelle. Diese Quelle ist Einhard, der über die letzte Erkrankung Karls des Großen in Aachen berichtet:

„Im Januar wurde er dort während seines Winteraufenthaltes von hohem Fieber befallen und musste das Bett hüten. Er beschloss zu fasten, wie er es bei Fieber immer getan hatte, denn er glaubte, durch Enthaltsamkeit die Krankheit zu vertreiben oder wenigstens zu mildern.

Zu dem Fieber stellten sich Schmerzen in der Seite ein, die von den Griechen mit Pleuritis bezeichnet werden. Trotzdem bestand er darauf, weiterhin zu fasten, und stärkte sich nur ab und zu durch wenig Trinken. Er starb, nachdem er die heilige Kommunion erhalten hatte, am achtundzwanzigsten Januar in der dritten Stunde des Tages, sieben Tage nach seiner Erkrankung, im zweiundsiebzigsten Lebensjahre und seinem siebenundvierzigsten Regierungsjahr.“ [Einhard, 57]

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altfrid II. : 17. Februar : Vorbemerkung: Nachdem ich vom vorzeitigen Ableben Detlef Suhrs erfahren hatte, habe ich überlegt, ob es vertretbar sei, zu seiner These… Weiter ...
Pantaleone : 6. April : Altfrid II. demonstriert, wie Mediävisten noch über den Tod eines Gegners hinaus darüber wachen, dass nichts in Umlauf gerät, was… Weiter ...
altfrid II. : 10. April : Sehr geehrter Pantaleone, ich bin nicht sicher, ob ich Ihnen antworten soll, da Sie ja feststellten, dass… Weiter ...

15. November 2012                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Zur Phantomzeit in Thüringen. Schriftquellen und archäologischer Befund

von Klaus Weissgerber (aus Zeitensprünge 3/99 und 4/99)

1. Vorbemerkung

Seit 1991 vertreten Illig und zunehmend mehr Autoren die These, daß die Berichte über Ereignisse, die im 7., 8. und 9. Jh. stattgefunden haben sollen, spätere Fälschungen sind und daß der Zeitraum, der konventionell auf etwa 614 bis 911 datiert wird, in Wirklichkeit eine “Phantomzeit” gewesen ist. Diese These wurde zunächst darauf gestützt, daß bei der Gregorianischen Kalenderreform 1582 nur 10 Leertage angesetzt wurden (13 Tage waren zu erwarten). In der Folgezeit wurde sie vor allem durch Illig in architektonischen Analysen und in grundsätzlichen Publikationen [“Das erfundene Mittelalter”; “Wer hat an der Uhr gedreht?”] weiter ausgebaut. Natürlich handelt es sich um ein weltweites Problem. Auch andere Autoren des Bulletins Zeitensprünge, wie Heinsohn, A. Müller, Rade und Zeller haben in Analysen zur Geschichte die ‘Randgebiete’ Europas und verschiedener Regionen Asiens recht überzeugende Lösungsvorschläge unterbreitet. (Nicht akzeptieren kann ich allerdings Toppers China-Thesen; die Fomenko-Konzeption lehne ich grundsätzlich als unwissenschaftlich ab.)
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15. September 2012                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Rein in die Karolinger – raus aus den Karolingern

Ibbenbüren – Saint-Maurice d’Agaune – Quedlinburg

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 2/2012)

Ibbenbüren

Ibbenbüren ist ein Bergwerksort in Nordrhein-Westfalen, der einen Anker im Wappen führt, obwohl die Aa kein schiffbarer Fluss ist. Für die gehobene Gestimmtheit ist gegenwärtig aber nicht Schiffszubehör verantwortlich, sondern der Umstand, dass sich die eigentlichen Wurzeln zu zeigen scheinen.

Ibbenbüren sieht seine Geburtsstunde am 14. 04. 1164, als laut einer damaligen Urkunde Bischof Katzenelnbogen die Steuereinnahmen von Hibbenburen zum Teil seinem Osnabrücker Gertrudenkloster überlässt. Aber es gibt auch eine Urkunde von 1348, die ‘zweifelsfrei’ belegt, dass hier bereits 799 eine Kirche gegründet worden ist [wiki / Ibbenbüren]. 550 Jahre konnten hier wohl die ‘Karlswahrheit’ nicht unterdrücken.
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12. Mai 2012                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Aachens Baudatum im Einklang mit allen Indizien

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2012)

Die „nouvelle histoire“ war Ergebnis von französischen Mediävisten, die sich dem alten Thema Mittelalter auf neue Weise widmeten, indem sie weniger Regenten und Kriege bejubelten, sondern Wirtschaft und Gesellschaft stärker gewichteten. Aus der Tradition der Annales kommend, lag ihnen Strukturgeschichte stärker am Herzen, wie sie auch langfristige Entwicklungen stärker herausarbeiteten und Geschichte von unten, gerade im ländlichen Raum betrieben. Für das Jahrzehnt nach dem ersten Weltkrieg stehen folgende Koryphäen: Georges Duby 1919–1996; Jacques Le Goff *1924; Robert Fossier *1927 und Emmanuel Le Roy Ladurie *1929.

Gerade Duby erforschte die wirtschaftliche Entwicklung und die dahinter stehende Gesellschaft, insbesondere in seinem Buch Krieger und Bauern von 1973 [übersetzt 1984 = D.], das die Veränderungen vom 7. bis zum 12. Jh. unter die Lupe nimmt. Da geht es um die Produktivkräfte, die Sozialstruktur, um Feudalzeit, Bauern und Herren. Und es geht ums Detail: Welche Werkzeuge waren verfügbar, welche Ernährungsgewohnheiten gab es, welche Krankheiten dominierten, wie funktionierte damals Geldwirtschaft. So erfährt man etwa, dass das Verschwinden der Totenbeigaben in einer christlich werdenden Gesellschaft keineswegs die Hinterbliebenen bereicherte:

„Nun war es nämlich die Kirche, die den »Totenanteil« forderte, die all das in Anspruch nahm, was ihm [dem Toten; HI] die Erben für sein Leben nach dem Tode überlassen hatten. Wurden die Schätze früher in den Gräbern gehortet, so geschah dies nun in den heiligen Stätten des Christentums“ [D. 72].

Oder es wird auf die schwierigen klimatischen Bedingungen hingewiesen. So ereignete sich 1033 gemäß Radulfus Glaber eine Hungersnot, die bis zum Kannibalismus geführt habe:

„Permanente Regenfälle hatten den ganzen Boden so durchnäßt, daß es drei Jahre lang unmöglich war, Furchen zu ziehen, die Samen aufgenommen hätten“ [D. 207].

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16. Januar 2012                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Das Reich Karls des Großen

Eine Kritik von Heribert Illig
(aus Zeitensprünge 3/2011)

Becher, Matthias / Ehlers, Caspar / Hageneier, Lars / Hartmann, Wilfried / Schieffer, Rudolf / Schneidmüller, Bernd / Weidinger, Ulrich (2011): Das Reich Karls des Großen; Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 128 S., 105 Abb. [= RK]

Über den großen Karl ist ja schon dies und jenes geschrieben worden, über sein Reich durchaus weniger. Deshalb erhofft sich der Leser Aufschlüsse zum Beispiel über Fläche und Bevölkerungszahl, über Heer und seine Bewaffnung, über Städte und Pfalzen, über Infrastruktur wie Straßen oder Schiffsverkehr, über Handelszentren und etliches anderes mehr. Doch es bleibt bei der Hoffnung. Der Titel ist nur ein Verkaufstrick, um ein weiteres Karls-Buch auf den Markt zu bringen. Bringt es wenigstens zu seiner Titelfigur neue Einsichten? Wir wollen sehen.

Da erfahren wir zu Einhard und seiner Vita Karoli: „Etwas Vergleichbares hatte es bis dahin nicht gegeben“, doch noch auf derselben Seite werden als längst bekanntes, direktes Vorbild die Kaiserbiographien von Sueton genannt [RK 21].

Einmal mehr werden die Sachsenkriege nacherzählt. Hier ist neu, dass Becher zunächst die traditionelle Zahl von 4.500 hingerichteten Sachsen nennt, aber bei Betrachtung der Quellen nur noch von 3.000 spricht, als kenne er noch eine nur ihm bekannte Zweitquelle [RK 37, 110].

Der Ostrand des Reiches ist auf der Europakarte ausgefranst wie eh und je. Derzeit hätte sein Einfluss bis ins ostkroatische Osijek (Esseg) und ins bosnische Mostar gereicht und Korsika umfasst, das ihm allein die gefälschte Konstantinische Fälschung zuspricht [RK Karte 38 f.].
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Friedrich : 24. Januar : Es ist schon ganz witzig, wenn die Autoren schreiben: „… seine angebliche Erfindung war ein bloßer Gag …“. Es… Weiter ...

20. November 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Mondfinsternisse und Jupiterbedeckungen. Ein Querverweis zur Phantomzeitdauer?

von Norbert Giesinger (aus Zeitensprünge 2/2011)

Joseph Ashbrook erwähnt im August 1972 in Sky and Telescope einen Bericht des Simeon (Symeon) von Durham (um 1060–1130) und seine Zuordnung auf das rückgerechnete Ereignis von 755 AD – Mondfinsternis mit gleichzeitiger oder unmittelbar anschließender Jupiterbedeckung.

Der belgische Meteorologe und Astronom Jean Meeus hat, neben der Erstellung des Fundamentalwerkes Kanon der Sonnenfinsternisse / Kanon der Mondfinsternisse, zusammen mit Hermann Mucke, die weitbekannten Astronomical Algorithms und einige Bücher zu Finsternissen und Bedeckungen geschrieben.

Im seinem Buch Mathematical Astronomy Morsels von 1997 gibt Meeus auch eine Darstellung von Planetenbedeckungen bei Mondfinsternissen, mit deren Berechnung er sich mit Co-Autoren schon 1977 beschäftigt hat [Meeus/Maanen/Können]. Aus zahlreichen Arbeiten, Veröffentlichungen und Korrespondenzen ist Seriosität und tiefgreifende Kenntnis von Meeus zu derartigen Fragen zu ersehen.
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20. September 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil IV

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 2/2002)

Was gelesen werden kann, muss zuvor geschrieben worden sein. Dabei muss es sich bei dem Geschriebenen um Texte handeln, die im Abendland in der Zeit „um 800“ in Form von Schriftrollen, Kodizes oder Einzelblättern vorhanden gewesen sein müssen. Als Material kam Papyrus oder Pergament in Frage.

Theo Kölzer hat uns mit seiner Edition der Merowinger-Urkunden bemerkenswerte Einsichten in das schriftliche Schaffen der vorkarolingischen Periode ermöglicht [Kölzer 2001].

Von 196 Merowinger-Urkunden, die er ediert, sind für ihn 129 gefälscht, interpoliert oder zweifelhaft, was nebenbei die „mit Abstand höchste Fälschungsquote unter den mittelalterlichen Herrscherurkunden“ [ibid. XII] darstellt. Kölzer landet schließlich bei 38 „Originalen“ des Zeitraums von 625 bis 717, was natürlich die Frage aufwirft, wie viele Urkunden aus dieser „dunklen Zeit“ überhaupt auf uns gekommen sind. Kölzer schätzt nach Ganz/Goffart [1990, 912 f.] den Anteil des Erhaltenen auf weniger als 0,001 % und meint, dass

„selbst einfache Überlegungen [zeigen], daß bezüglich der Königsurkunden mit Sicherheit nur Bruchteile von Prozent überliefert sind“ [Kölzer 2001, XV],

wobei er seinen Lehrer Brühl und sich selbst als Autorität angibt.
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5. August 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil III

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 2/2001)

Karl der Große kannte das Phänomen „Schrift“ bestens. Er hat zahlreiche Urkunden, die das „Karlsmonogramm“ zeigen, mit seinem berühmten „Vollziehungshäkchen“ rechtskräftig gemacht. Es ist ganz unvorstellbar, dass ihm seine Notare nicht mitgeteilt haben, was es mit den Pergamenten, die sie ihm vorlegten, auf sich hatte, zumal es um – in heutiger Kaufkraft gerechnet – milliardenschwere Transaktionen ging.

Der große Kaiser kannte auch das Phänomen „Buch“, also jene Kodizes, die – ebenfalls aus Pergament – aus der „Karolingerzeit“ zu Tausenden überliefert sind, zumindest in Bruchstücken.
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3. Juli 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil II

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 4/2000)

Zu den größten Rätseln der Bücher- und Bibliotheksgeschichte gehört der Übergang von jenen Texten, die angeblich schon im Altertum und im Mittelalter, dabei vor allem in der uns interessierenden Zeit „um 800“ existiert haben sollen, in die Gegenwart. Seit langem schon geht der Verdacht um, dass ein Großteil dieser Texte (wenn nicht gar alle) ein Fabrikat des späteren Mittelalters bzw. der frühen Neuzeit gewesen sein könnten.
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13. Juni 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil I

von Paul C. Martin (aus Zeitensprünge 3/2000)

Die Zeit „um 800“ gilt der traditionellen Historiographie als Periode einer kulturellen Hochblüte. Dies bestätigten uns eben erst die grandiose Karolinger-Ausstellung in Paderborn und die umfangreiche Karls-Biographie des Bremer Ordinarius Dieter Hägermann, die als aktuellstes Standardwerk der Zeit „um 800“ zu gelten hat.

Grundlage jeder kulturellen Hochblüte ist die Schrift. Muss diese nicht in einem langwierigen Prozess ex nihilo entwickelt werden, sondern kann sie auf bereits vorhandene Kenntnisse des Schreibens aufbauen, dann setzt dieses Schreiben zunächst einmal ein Lesen voraus. Nur wer des Lesens und sei es nur des Ablesens mächtig ist, kann auch Schreiben bzw. Abschreiben. Das Lesen muss natürlich vor allem in Bibliotheken gepflegt und auch tradiert worden sein. Dabei lässt allerdings stutzen, wenn aus dem von alter Bibliothekstradition gesättigten Frankreich berichtet wird [Histoire 1989, XXI, Fettungen in allen folgenden Zitaten von PCM]:

„Les bibliothèques médiévales sont une création ex nihilo.“

Wenn schon die Bibliotheken aus dem Nichts heraus entstanden, was ist mit der Schrift?
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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Zeitensprünge 2000/03 : 13. Juni : [...] Paul C. Martin: Was las man denn zur Karolingerzeit? Teil I [...] Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Was las man denn zur Karolingerzeit? – Teil II : 3. Juli : [...] Literatur (Ergänzung der Liste von Teil I) [...] Weiter ...

11. Mai 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Aktuelle Kontroversen

wiedergegeben von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2011)

Wikipedias Gegnerschaft

Im letzten Heft wurde der Wikipedia-Eintrag zu meiner Person angeprangert, weil er auf einen elf Jahre alten, schon immer falschen Sektenvorwurf reduziert worden war. Dagegen ist insbesondere „bormia“ Sturm gelaufen. So ergab es sich, dass nach Redaktionsschluss fürs letzte Heft, aber vor dessen Auslieferung um den 12.12. die Beurteilung meiner Arbeiten mit 16 Kritiken viel ausführlicher und vordergründig objektiver wurde, während die rufschädigende Sektenunterstellung in eine Fußnote abwanderte. Dies war eine Aktion von dem im letzten Heft kritisierten Matthias Müller-Götz (mmg), allerdings nur halbherzig durchgeführt. Denn die Liste suggeriert, dass sich alle 16 Kritiker einhellig mit guten Argumenten gegen das erfundene Mittelalter gewendet hätten. Davon stimmt nur, dass die mediävistische Phalanx von Anfang an geschlossen auftrat, ging es doch um den aus ihrer Sicht ungeheuerlichen Vorwurf, nicht bemerkt zu haben, dass sie seit fast zwei Jahrhunderten ein Trugbild für wahr und erforschbar hält. Aber ihre Argumente waren häufig schwach, etliche schlicht falsch.
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5. Mai 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte, Zeitensprünge

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20 Jahre These vom erfundenen Mittelalter

Ein Rück- und Ausblick von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 1/2011)

Ursprünglich war diese Zeitschrift [Zeitensprünge vorm. Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart] ganz auf die Antike ausgerichtet – mit dem Blick aus unserer Gegenwart. Aber zu Anfang des 3. Jahrgangs, in der ersten Ausgabe des Jahres 1991 von Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart standen in einem schmalen Heft von 62 Seiten erstmals Argumente für überzählige Zeit im frühen Mittelalter:

Illig, Heribert: Die christliche Zeitrechnung ist zu lang [1/1991, 4-20]
Niemitz, Hans-Ulrich: Fälschungen im Mittelalter [1/1991, 21-35]
Illig/Niemitz: Hat das dunkle Mittelalter nie existiert? [1/1991, 36-49]

Schon einige Zeit hatte es bei den Chronologie-Kritikern wegen der Dunkelheiten im Mittelalter verbal rumort; nun war innerhalb der Gregorianischen Kalenderreform ein Hebel gefunden, mit dem sich eine ungefähre Zeitspanne angeben ließ, und dazu die Jahrhunderte abschätzbar, in denen allein gravierende Verwerfungen zu erwarten waren.
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4. April 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Byzantinistik und Phantomzeit

von Hans-Ulrich Niemitz (aus Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart 1/1994)

Feudalismus und Themenreform

Viele Historiker teilen bekanntlich die Geschichte in drei große Epochen ein: das Sklavenhaltertum, den Feudalismus und den Kapitalismus. Für mich war der Feudalismus fest verbunden mit der Vorstellung, daß nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches die Anarchie ausbrach und individualistisch geprägte gewalttätige Ritter – die späteren Adligen – allmählich die Macht übernahmen. Sie kämpften gegeneinander und preßten die schutzlosen Bauern bzw. Leibeigenen wie eine Mafia aus und “schützten” sie natürlich gleichzeitig auch vor der Ausbeutung durch andere Ritter.
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25. Februar 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Zweifel. Gab es Karl den Großen wirklich?

Ein Buchhinweis von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2010)

Mit Detlef Suhr [= S.] unterstützt ein geschichtskundiger Arzt aus Gotha, der gar nicht unserem Kreis angehört, die These vom erfundenen Mittelalter: Zweifel. Gab es Karl den Großen wirklich? 2010, Jena, 193 S., 17 Farbabb.

Nachdem Suhr die Leser in seiner locker-saloppen Weise eingestimmt hat, stellt er die These anhand der Zweifel vor, die sich mit all den vorgetragenen Argumenten verbinden [S. 29-35]. Weil er auf ein breiteres Publikum zielt, verzichtet er auf exakte Quellenangaben; bevor er seine Leser mit Kalenderproblemen vergrault, „ziehen wir eilig das Fazit: Unsere Zeit(rechnung) ist relativ. Sie wurde von Menschen gemacht und von Menschen immer wieder verändert“ [S. 35]. Ab da beschränkt er sich auf Karl, seine Leiden und seine Leiche. Einhards in sich widersprüchliche Angaben zu Krankheit (Pleuritis) und Sterben bringen den Arzt zu dem Schluss:
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Sina : 27. Februar : Es hat mich bei der Lektüre dieses Artikels -- Rezension würde ich das nicht nennen (dazu gleich noch etwas) --… Weiter ...
Friedrich : 2. März : Sina schaffte es, mit einer ( nach eigenen Angaben ) Lektüre von fünf Minuten, zu einer von Fachkenntnis unbelasteten Einschätzung… Weiter ...
Sina : 3. März : Ich hatte gestern schon mal versucht zu antworten, das ist aber irgendwie schiefgegangen. Nun heute Anlauf 2:… Weiter ...

16. Februar 2011                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Frühmittelalter, Zeitensprünge

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Logik und Ökonomie der Fälscher

Primat des Papstes · Heiraten und Kinder bei Merowingern und Karolingern · Photios I.

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 3/2010)

Die Vita eines erfundenen Potentaten mag aufregend oder auch langweilig sein, auf jeden Fall wird sie ihn als Fiktion nicht der Realität näher bringen. Aber sie kann aufzeigen, was der Auftraggeber eines solchen Textes seiner Mit- und Nachwelt nahelegen wollte. Beim dynastischen Ende der Merowinger und der ‘Erschaffung’ der Karolinger – ihr Name leitet sich ab von Karl Martell – ist dies unübersehbar. Aber auch bei ihrer Heiratspolitik wird mehr deutlich, als eigentlich lieb sein konnte. Und Patriarchat Photios I. verfügt im 9. Jh. über eine umfangreiche Bibliothek, in der allerdings die Bücher der letzten 230 Jahre fast nicht vertreten sind.
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2. Dezember 2010                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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2000 Jahre Trier – was blieb übrig?

Eine Untersuchung der Baudenkmäler (Teil II)

von Karl-Heinz Lewin
(überarbeitet aus Zeitensprünge 2/2006)

Ante Romam Treviris Stetit
Annis Mille Trecentis
Perstet Et
Æternam Pacem Fruatur
Amen
Vor Rom stand Trier
Eintausenddreihundert Jahr
Möge es ferner bestehen
Und ewigen Friedens sich freuen
Amen

So stand es weithin sichtbar in güldenen Lettern während meiner Schulzeit in den 1960er Jahren an der ‚roten Wand’ des Café Bley an der Südwestecke des Trierer Hauptmarkts. Seit dem Wiederaufbau der 1944 durch Bomben zerstörten ‚Steipe’ in den Jahren 1968-70 (Abb. 1) ist nur noch der linke (lateinische) Text an der Hauswand des ebenfalls in diesen Jahren rekonstruierten ‚Roten Hauses’ in der vom Hauptmarkt im Südwesten westlich abzweigenden Dietrichstraße (Haus Nr. 54) in nunmehr nur noch drei Zeilen zu lesen. (Die so genannte ‚Steipe’ wurde „1430 als Fest- und Empfangsgebäude der Bürgerschaft […] erstellt, 1481-83 weitgehend umgebaut und seitdem bis ins 18. Jh. auch als Rathaus genutzt“ [Trier 248].)
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22. November 2010                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Fantomzeit, Zeitensprünge

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Dom und Liebfrauen zu Trier

1.690 Jahre Architekturgeschichte? (Teil I)

von Karl-Heinz Lewin
(leicht gekürzt aus Zeitensprünge 3/2005)

Die Trierer Doppelkirchenanlage Dom (Nordkirche: Domkirche St. Peter) und Liebfrauen (Südkirche) bezeugt eine ehrwürdig lange Architekturgeschichte. Ursprünglich erbaut in der Römerzeit, mit romanischen, gotischen und barocken Erweiterungen und Umbauten, mussten die beiden Kirchen im Laufe der vielen Jahrhunderte auch immer wieder instand gesetzt werden. Daher sollten sich an oder in ihnen auch Spuren der Bautätigkeit des (laut Heribert Illig „erfundenen“) frühen Mittelalters finden, wenn diese Zeit tatsächlich existierte und deshalb in ihr auch gebaut und instand gesetzt wurde.
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28. Oktober 2010                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Planet UnWissen: Wie man mit Hilfe Karls des Großen das Fernsehpublikum weiter verdummen kann

Subjektives von Gerhard Anwander

(geringfügig gekürzte Version aus Zeitensprünge 2/2010)

Sendung vom 26. Februar 2009 [im wdr]

Karl der Große – Ein Kaiser und sein Riesenreich

Karl der Große, der erste Kaiser des Mittelalters, schuf ein Reich, das von der Nordsee bis nach Mittelitalien, von den Pyrenäen bis ins heutige Ungarn reichte. Planet Wissen macht sich mit seinen beiden Gästen: der Romanautorin Martina Kempff und dem Historiker Johannes Fried, auf die Spuren des Frankenkönigs. Außerdem wird geklärt, was die beiden weißen Pferde in den Flaggen von Nord-Rhein-Westfalen und Niedersachsen, die Nationalhymne von Andorra und der erste Präsident der USA, George Washington, eigentlich mit Karl dem Großen zu tun haben.

Es gibt eine Fernsehserie namens Planet Wissen, die der WDR herstellt und die des öfteren recht interessant klingt. Eine ganze Stunde wird einem Thema gewidmet, meist mit einem Hauptgast. Derartige Sendungen schätzt man aber nur so lange, bis ein Thema kommt, in dem man sich selber gut auskennt, nicht zuletzt dank der Zeitensprünge. Danach denkt man weniger günstig über Planet Wissen, weil sich der Verdacht aufdrängt, dass in anderen Fachgebieten ähnlich (schlecht) verfahren wird. So geschehen bei einer Sendung am 26. 2. 2009, von der hier berichtet sei.
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Nachrichten zur Stadt Paderborn : 28. Oktober : News zu Paderborn... Fantomzeit - Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Planet <b>...</b>... Weiter ...
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15. Oktober 2010                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Zeitensprünge

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Johannes Fried widerlegt eigene Memorik und missachtet Prioritäten

Auch Max Kerner beginnt zu fiktionalisieren

von Heribert Illig (aus Zeitensprünge 2/2010)

Manchmal geschehen Dinge zur Unzeit. Etwa wenn gerade während der Druckzeit eines Zeitensprünge-Heftes alle Welt mit einem sensationellen Statement beglückt wird, das eigentlich längst bekannt ist und einen anderen Urheber hat.

Diesmal war es Prof. Johannes Fried, der sich ohne direkten Widerspruch mit fremden Federn schmücken konnte. Am 15. April vertraute er der Zeit an: „Benedikt gab es nicht.“ Eine angestaubte, 16 Jahre alte Sensationsmeldung! Warum gerade jetzt? Wollte Fried auf seine eigene Existenz als nunmehriger Emeritus aufmerksam machen? Niemand weiß es, denn er selbst bezieht sich auf die Lektüre eines Buches von Francis Clark, das er vor 15 Jahren gelesen habe. Die Lösung hat also sehr lange in ihm gereift; noch in seiner Memorik von 2004 war er sich über Benedikts Wesenheit nicht sicher. Doch zunächst will auf etwas von Fried Verdrängtes hingewiesen sein.
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"Um 550 wird vom gotischen Geschichtsschreiber Iordanes der antike Name Wiens zum letzten Mal erwähnt. Danach schweigen die schriftlichen Quellen über 300 Jahre." [Schausammlung Historisches Museum der Stadt Wien, Beschreibung o.J., S. 20]