Fantomzeit

Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter?

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Aktuelle Hauptbeiträge:

15. Februar 2013                     Kategorie(n): Sonstiges

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Dr. Detlef Suhr verstorben

 

Dr. Detlef Suhr

3. November 1962 – 28. Januar 2013

In memoriam

Detlef Suhr studierte nach dem Abitur in Leipzig und Erfurt Medizin. Nach Promotion und klinischer Tätigkeit eröffnete er 1995 in Gotha eine Praxis für Allgemeinmedizin, die er seit 2001 zusammen mit seiner Frau führte.

Neben der Medizin bewahrte er sich immer ein waches Interesse für Geschichte. In Verbindung beider Fächer konnte er große Krankheiten ebenso verfolgen wie die Krankheiten der Großen. Einer seiner Verlage formulierte es so: „Prominente Patienten, schicksalhafte Krankheitsverläufe und Fehldiagnosen, Infektionen, Sehfehler, Nervenleiden, Fehlbildungen – Detlef Suhr zeigt kurzweilig und amüsant jene Seiten der Mächtigen der Weltgeschichte, die uns die Geschichtsbücher oft vorenthalten und lüftet unglaubliche medizinische Geheimnisse“.

Seine einschlägigen Recherchen konnte er in fünf Büchern publizieren. Nach seinem letzten ergab sich zwanglos der Kontakt hin zu den Zeitensprüngen und zur Chronologiekritik. Ab da beschäftigten ihn auch Pläne für weitere Forschungen und zugunsten der Zeitschrift.

Warum ihn nach seinem letzten Aufsatz über den „konstruierten Tod Karls des Großen“ am 28. 01., ausgerechnet an dessen Todestag, ein Herzinfarkt hinweggerafft hat, bleibt bei einem 50-Jährigen ein unergründliches Rätsel. Er hinterlässt Frau und zwei Söhne.

 Bibliographie

2012: Einhard und der konstruierte Tod Karls des Großen; Zeitensprünge 24 (3) 634-645
2011: Die Karlsleiche Ottos III. Medizinische Wertung einer Gruselgeschichte; Zeitensprünge 23 (3) 705-714
2010: Zweifel. Gab es Karl den Großen wirklich? Jena, Neue Literatur
2007: Schicksal · Wenn Krankheiten Geschichte schreiben; Gelnhausen, Wagner
2005: Zufall oder Fluch? Der Tod des Präsidenten; Jena
2003: Visite in der Weltgeschichte · Von Alexander dem Großen bis Erich Honecker · Krankheiten, die Geschichte schrieben; Jena, Neue Literatur
2002: Krankheiten, die Geschichte schrieben · Über den medizinischen Faktor in der Welt­geschichte; Jena, Neue Literatur

 

28. September 2012                     Kategorie(n): Sonstiges

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C14-Kritik in der Archäologie

von Andreas Otte

In archäologischen Veröffentlichungen findet sich gelegentlich eine Kritik der C14-Methode. Überraschend ist jedoch, dass sich dabei in einem Fall auf den C14-Crash von Christian Blöss und Hans-Ulrich Niemitz bezogen wurde, also ein Buch aus dem Umfeld der Chronologie-Kritik. Bei mindestens einem Vertreter des Mainstream ist die Kritik offenbar angekommen. Es handelt sich um den Text “Feuer, Funde und viele Fragen: Rätselhafte Sonderbestattungen aus Gaimersheim, Oberbayern” von Natascha Mehler mit einem Zusatz-Beitrag von Carola Berszin & Joachim Wahl aus dem Band Richtstättenarchäologie [Auler, 190-204].

Auslöser war im vorliegenden Fall offenbar eine Ausgrabung von 1999 im Markt Gaimersheim (Landkreis Eichstätt, Oberbayern). In drei parallel angelegten länglichen Gruben (zwischen 2,4 und 2,8 m lang) fanden sich jeweils vier “Pfostengruben” in einer Linie aufgereiht . Diese Pfostengruben enthielten eine große Menge Leichenbrand. Der Leichenbrand stammt von mindestens neun Individuen, verteilt über alle drei Längsgruben. Vergesellschaftet mit dem Leichenbrand waren Funde des Neolithikums (Horstein-Abschläge, Klingen, usw.) wie auch des Spätmittelalters (Keramik, eine Kachel, usw.). Die C14-Analyse zweier Knochen erbrachte mit Nachmessungen 3660-3490 BC, sowie 3360-3020 BC (beide Messergebnisse kalibriert). Die Funde datieren demnach überwiegend in die Chamer-Kultur, schließen aber nicht direkt aneinander an.
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8. Juli 2012                     Kategorie(n): Sonstiges

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Klaus Weissgerber verstorben

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Klaus Weissgerber

24. August 1936 – 8. Juni 2012

Ein Nachruf von Heribert Illig

Wer die Zeitensprünge der letzten 15 Jahre durchblättert, erkennt bald, dass mein produktivster Mitarbeiter Dr. Klaus Weissgerber aus Ilmenau gewesen ist. Er war eng an diesen Ort gebunden: dort geboren, dort von 1975 bis 2004 freier Rechtsanwalt und dort plötzlich und friedlich gestorben. Er hinterließ seine Frau, seinen Sohn und die Tochter seiner Frau aus erster Ehe.

Sein Lebensradius reichte freilich weit über Ilmenau hinaus. Von seinen Interessensphären können hier nur Jurisprudenz und Geschichtswissenschaft angesprochen werden. Für den Brotberuf studierte er Jus in Jena und arbeitete danach als Notar und als Rechtsanwalt in Schleiz und Hildburghausen, bis er die Praxis seines Vaters in Ilmenau übernehmen konnte. ‘Nebenbei’ wurde er 1981 an der Humboldt-Universität Berlin in Geschichte promoviert – in unserer Gruppierung ein eher seltener Umstand. Für dieses Fach wollte er auch seine umfangreichste Publikation gedruckt sehen: eine Regentenliste aller Zeiten und Länder, bei der es nicht allein um die obersten Potentaten gehen sollte, sondern auch um die Besetzung nachrangiger Ebenen und um zusätzliche Details. Dafür beschäftigte er sich in breitestem Maße mit Geschichtsabläufen. Zu Hilfe kamen ihm seine Sprachkenntnisse, die sich neben Latein, Englisch und Französisch auf Russisch, Ungarisch und selbst Georgisch erstreckten. Doch sein weit gediehenes Projekt geriet in der Wende zur Makulatur. Der Verlag geriet in Insolvenz – und kein anderer Verlag zeigte damals Interesse.

Nachdem ihn alles Geschriebene interessierte, stieß er auch auf die Eichborn-Bücher von Gunnar Heinsohn und mir, worauf er sich für die Zeitensprünge interessierte und stark engagierte. Im dritten Heft von 1996 schrieb er den ersten Artikel für dieses Periodikum, weitere 73 sollten folgen. Bezeichnenderweise lautete der Auftakt Erste Bemerkungen zur altägyptischen Geschichte, mit dem Zusatz Aegyptiaca I. So war ein kraftvoller Anfang gesetzt und Weiteres zu gewärtigen. Dass es so viel werden würde, war damals nicht abzusehen. Andererseits hätte es gerne noch viel mehr werden können, lauteten doch sein Hauptüberschriften Aegyptiaca, Aethiopica, Asiatica, Hellenica, Hethiter, Indica, Islamica, Sinaica, Slavica, ohne dass deswegen die Thüringer oder Georgier, Bulgaren, Russen oder Ungarn abseits geblieben wären. Apropos Ungarn: Auf Wunsch des Budapester Verlages Allprint schrieb er 2003 das Buch Magyarok a kitalált középkorban. Újraírt történelem, das naturgemäß auf Ungarisch mehr Leser fand als die deutsche Ursprungsfassung. Darin behob er den ungarischen ‘Minderwertigkeitskomplex’, erst drei Jahrhunderte nach den Slawen in den Westen vorgestoßen zu sein und dann ein Land genommen zu haben, das kein anderer hätte haben wollen. Er fand heraus, dass Árpád bereits um 600 seine Magyaren in die pannonische Tiefebene geführt hatte und erwies sich hier wie auch sonst als entschiedener Vertreter der 297-jährigen Phantomzeit.

Gerade die Aegyptiaca lagen ihm sehr am Herzen. Als er sich entschloss, von der ersten Dynastie bis zu den Ptolemäern eine komplette, kritisch datierte Pharaonenliste zu erstellen, plagte ihn die Sorge, ihren Druck nicht mehr zu erleben. Er schrieb wie entfesselt, zeitweilig warteten drei lange Beiträge von ihm darauf, ins Heft gerückt zu werden. Dieses Vorhaben war mit dem Heft 3/2010 abgeschlossen. Danach wollte er sich zurückziehen, um seit langem verfolgte Buchprojekte abzuschließen. Aus Gesprächen weiß ich, dass es ihm um den Kennedy-Mord und noch ungeklärte Indizien ging, weiter um eine Biographie des jungen Stalin und um eine Untersuchung über das Schicksal der letzten Bourbonen-Kinder. Derartige Geschehnisse beschäftigten ihn; so hatte er prompte, wohlfundierte Antworten parat, wenn Kaspar Hauser oder die Dunkelgräfin von Hildburghausen – ihrer Exhumierung stimmte der Stadtrat drei Wochen nach Weissgerbers Tod endlich zu – zum Thema wurden, aber auch zu der Frage, ob es sich bei Tito um eine einzige Person oder um eine später ausgetauschte handelte. Ihn hat es gereizt, in rätselhaften Fällen alle Mutmaßungen aus ihrer üblichen Vernebeltheit zu konkreten Indizien zu verdichten, zu kondensieren. So gewann er das Material, das wirkliche Beschäftigung lohnte.

Viele Autoren der Zeitensprünge werden bestätigen können, dass er – wenn er sich ein Thema wählte – keine einzige Stimme aus der Zeitschrift unberücksichtigt ließ, alle Äußerungen bis hin zum kurzen Leserbrief systematisch abarbeitete und prüfte. Hier war ein Ideal erfüllt: Wissenschaft als lebhafte Auseinandersetzung mit allem einschlägigen Material. Am Anfang eines Artikels sichtete Weissgerber zunächst seine eigene riesige Bibliothek und sein Archiv, um als erstes die Literaturliste zu erstellen. Deren Länge konnte sogar dem Herausgeber zu viel werden, der sonst eher zu umfangreicher Quellenarbeit ermuntert. Damit war bei Weissgerber auch schon ein guter Teil der geistigen Arbeit geleistet, wusste er doch dank seines exzellenten Gedächtnisses genau, was er wo bereits gelesen hatte – und vor allem wusste er, welche Gedanken von ihm selbst und welche von anderen stammten. Auch da war er unbestechlich.

Sein wohlfundiertes Urteil wird uns fehlen; seine Beiträge der Zeitschrift und ihren Lesern ohnehin.

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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Zeitensprünge 2012/02 : 1. September : [...] Illig, Heribert: Dr. Klaus Weissgerber. Ein Nachruf [...] Weiter ...

18. März 2012                     Kategorie(n): Fantomzeit, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Neues aus dem Forum für Grenzwissenschaften

Über unauffindbare Vulkane und 300-jährige Männer

Die Diskussion über Illigs Phantomzeitthese im Forum für Grenzwissenschaften umfasst inzwischen mehr als 7000 Beiträge, und ein Ende ist nicht abzusehen. Gelegentlich werden dort schöne Entdeckungen gemacht. Auf einige Funde haben wir in der Vergangenheit hingewiesen, siehe insbesondere die Beiträge “… ganz so, als hätte er nie existiert!” sowie Grenzwissenschaftlich (update) mit der Entdeckung des “perfidulo”, dass Karls weißer Elephant ursprünglich ein Jagdhorn war.

Zwei aktuelle Beispiele finden sich hier: Einmal ein Hinweis von “Herz_aus_Stahl” auf eine rätselhafte weltweite Katastrophe um das Jahr 1260 AD. Diese verhinderte sogar das Wachstum der Bäume, weshalb sich keine Baumringe bilden konnten. Das hat natürlich Folgen für die Überprüfung von Zeitrechnungen mit Hilfe der Dendrochronologie. [zur Kritik der Dendrochronologie siehe etwa zuletzt Otte (2010)] Zu beachten ist allerdings die anschließende Diskussion mit unter anderem dem Einwand von “Groschenjunge”.

Forscher gehen im übrigen von mehreren starken Vulkanausbrüchen als Verursacher aus, finden aber keine Vulkane, die entsprechende Ausbruchsspuren aufweisen. Das lässt an eine kosmische Katastrophe denken, obwohl davon im Spiegel-Artikel, auf den “Herz_aus_Stahl” verweist, keine Rede ist. Im Forum ist es “Exiguus” (= Volker Dübbers), der an diese Möglichkeit erinnert und damit das Tor zu Christoph-Marx’schen Szenarien aufstößt.

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Basileus : 22. März : Dazu ein paar Anmerkungen: "... Ausbruchs im Jahre 1258 ..." Das liegt übrigens genau 1000 Jahre nach der… Weiter ...
Basileus : 24. März : Noch eine Anmerkung zu dieser Geschichte: "1138 soll Johannes Stampo, welcher 391 Jahre alt geworden, gestorben sein.… Weiter ...
Volker Duebbers : 25. März : Die 9 Jahre können auch der Umrechnung von Mond auf Sonnenkalender geschuldet sein, was im Übrigen sehr wahrscheinlich ist:… Weiter ...

10. Dezember 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Sonstiges

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Bücher und Beiträge zum Frühmittelalter und zur Phantomzeitthese


Fiktion Mittelalter Band 1

Das erfundene Mittelalter

von Heribert Illig

Hat Karl der Große je gelebt?
Hat es drei Jahrhunderte unseres Mittelalters gar nicht gegeben? Dieser aufregenden Frage geht Heribert Illig, Privatgelehrter und Publizist auf den Grund. Kritisch und detailliert vergleicht er schriftliche Zeugnisse mit den architektonischen Befunden der Zeit und stößt dabei auf zahllose Widersprüche.

Sein aufregender Schluß klingt unglaublich: Knapp 300 Jahre europäischer Geschichtsschreibung wurden nachträglich eingefügt. Karl der Große hat nie gelebt, seine Biographie ist erfunden! Selbiges gilt für mehrere Dutzend Kaiser und Päpste.

Der ‘Klassiker’ für die Phantomzeit im frühen Mittelalter.

10. Auflage 2009 (insgesamt 21. Auflage)
Ullstein Verlag
453 Seiten, Pb.
ISBN 978-3-548364-29-2

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3. November 2010                     Kategorie(n): Sonstiges

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Hans-Ulrich Niemitz verstorben

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Hans-Ulrich Niemitz

† 2.11.2010

Geboren 1946 in Berlin, ausgebildet als Diplom-Ingenieur im Flugzeugbau, wandte sich Hans-Ulrich Niemitz der Technikgeschichte zu, in der er 1992 zum Dr. phil. promoviert wurde. Bald darauf erhielt er einen Ruf an die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig, um dort das studium generale zu leiten und ein angeschlossenes Technikmuseum zu neuem Leben zu erwecken. Krankheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, hinterlässt er Frau und Tochter.

In unserem Kreis erlebten wir Hans-Ulrich erstmals 1984/85, als er sich für das griechische dark age und für das Werk von Alfred de Grazia interessierte und Zusammenfassungen schrieb. Ab da war er 20 Jahre lang ein aufrechter und mutiger Mitstreiter bei der Rekonstruktion der Menschheits- und Naturgeschichte.

In der zweiten Jahreshälfte 1990 stellte er Heribert Illig die wesentliche Frage über die „antizipierenden“ Fälschungen im Mittelalter. Als Antwort schlug Illig eine chronologiekritische Lösung vor: die Kürzung der nachchristlichen Zeitachse. Beide schrieben Anfang 1991 drei Artikel über diese Thematik in Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart. Als Heribert Illig diesen Gedanken zielstrebig ausbaute, prägte Niemitz für diese fiktive Zeit den Begriff Phantomzeit.

Hans-Ulrich leitete einen Arbeitskreis Technikgeschichte des Bezirksvereins Berlin Brandenburg im VDI, der sich im Berliner Museum für Verkehr und Technik traf. Als Illigs Buch 1994 als „Hat Karl der Große je gelebt?“ erschienen war, unterstützte er seine Verbreitung, indem er Heribert Illig am 16. 3. 1995 zu einem Vortrag über mittelalterliche Technikentwicklung in diesem Kreis einlud. Anwesend war ein Journalist der taz, der das Thema zwar nicht selbst aufgriff, aber weitergab. Am 11.9. desselben Jahres erschien auf der Wissenschaftsseite der taz von Marion Wigand der Artikel: „300 Jahre erstunken und erlogen“. Noch am selben Tag brach über uns ein lange nicht mehr abebbendes Medieninteresse herein und Econ verlegte das Buch höchst erfolgreich.

Andere Wege ging Hans-Ulrich zusammen mit Christian Blöss, als sie 1994 das VFG-Colloquium gründeten, das von 1995 an (damals mit Uwe Topper) bis 2007 als Berliner Geschichtssalon Themenabende veranstaltete und Vorträgen ein Podium gab. Ein Leipziger Geschichtssalon wurde ebenfalls von Hans-Ulrich gegründet, dem aber keine längere Wirkungsdauer vergönnt war.

Durchwegs beunruhigte ihn der grundsätzliche Fehlansatz bei den naturwissenschaftlichen Datierungsmethoden, deren falsche Ergebnisse er zusammen mit Christian Blöss 1997 in einer Fundamentalkritik als „C14-Crash“ anprangerte. Zu diesem Thema folgten bis 2003 immer wieder Aufsätze in den Zeitensprüngen.

Ab etwa 2000 beschäftigte ihn zunehmend die Frage, wie der von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger neu durchdachte Eigentumsbegriff mit Ethik und Gesellschaftsvertrag zu vereinen sei.

Sein unbekümmertes, vorwärtsdrängendes Engagement vermissten wir seit einigen Jahren; jetzt wird es uns für immer fehlen.

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zam : 5. November : Hier der Nachruf auf der Leipziger Hochschulseite (aktualisiert am 22.1.): http://www.htwk-leipzig.de/de/studierende/studium-generale/niemitz/ Weiter ...

18. Juli 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Neuausgabe der englischen Übersetzung von Hardouins Prolegomena

Der Jesuitenpater Jean Hardouin (1646-1729) hat die These aufgestellt, dass ein Großteil der antiken und insbesondere der antiken christlichen Literatur erst im Mittelalter entstanden sei. Durch Rückdatierung wurde der Eindruck erweckt, dass es sich hierbei um antike Schriften handelte. Dass diese Methode (des so genannten Pseudepigraphierens) im Mittelalter tatsächlich häufig praktiziert wurde, ist dem Historiker bekannt. Im Lexikon des Mittelalters heißt es dazu unter dem Stichwort Pseudepigraphie:

falsche Zuschreibung. Die Wechselfälle der Textüberlieferung und eine widersprüchliche Haltung, die einerseits das Werk über den Autor stellte, andererseits gerne die Beglaubigung durch eine Autorität suchte, trugen dazu bei, daß das mittelalterliche Schrifttum sehr reich an falschen Zuschreibungen ist. Manche sind durch Mißverständnisse, manche durch Absicht zustandegekommen. So wurden z. B. dem heiligen Augustinus, Hieronymus, Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus zahlreiche Werke zugeschrieben oder untergeschoben. Auf diese Weise haben im Mittelalter die Pseudepigraphien am Bilde des Autors mitgewirkt. Oft haben aber auch neuzeitliche Herausgeber die Zahl der Pseudepigraphien vermehrt (Beda, Hildebert von Lavardin). Manchmal ist die Täuschung bereits vom Autor beabsichtigt (Pseudo-Dionysius Areopagita, Pseudo-Hieronymus de nativitate Mariae, Pseudo-Ovidius de vetula), um dem Werk größere Wirkung zu verleihen, oder zum eigenen Schutz, etwa vor dem Vorwurf der Häresie, schließlich auch wohl aus Spielerei. […] G. Bernt

Hardouin hat sich bekanntlich nicht durchgesetzt. Günter Lelarge hat einmal in einem Zeitensprünge-Artikel (Stichwort: Hardouin, Jean. Vom Umgang mit Wissen und Wahrheit, ZS 1/98, S. 156 – 162) gezeigt, wie Einträge über Hardouin in Lexika und Enzyklopädien seit dem 19. Jahrhundert im Laufe der Zeit immer kürzer wurden – bis er irgendwann gar keine Erwähnung mehr fand. (Wobei der Verdrängungsprozess im deutschen Sprachraum schneller verlief als im englischsprachigen Bereich, der Hardouin auch heute noch kennt.) Erst im Kreis um Heribert Illig wurde die Erinnerung an den bereits völlig in Vergessenheit geratenen Autor wieder lebendig – so sehr, dass es für Hardouin inzwischen zu einem Wikipedia-Artikel reicht.

Wer Hardouins posthum erschienene Schrift Ad Censuram Scriptorum Veterum Prolegomena, Juxta Autographum (1766) lieber auf Englisch lesen möchte, hat die Möglichkeit, auf die Übersetzung des radikalkritischen Kirchenhistorikers Edwin Johnson zurück zu greifen. Herman Detering hat diesen Text aus dem Jahr 1909 neu herausgegeben, er ist ab jetzt im Buchhandel erhältlich.

Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Frühe Chronologiekritik : 31. Juli : [...] }); }Vor kurzem wurde hier auf die Neuausgabe von The Prolegonema of Jean Hardouin übersetzt durch Edwin Johnson hingewiesen.… Weiter ...

10. April 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Venus immer noch geologisch aktiv

Die ESA-Sonde Venus-Express entdeckt aktive Vulkane auf der Venus

Wer sagt’s denn: http://www.esa.int/SPECIALS/Venus_Express/SEMUKVZNK7G_0.html. Eine späte Bestätigung für Velikovskys Thesen?

Merkwürdige Bemerkung im Text: “They estimate that the flows are possibly as geologically recent as 2 500 000 years – and likely much less, possibly even currently active.” Rezent, aber doch 2.500.000 Jahre alt, und zugleich viel weniger, vielleicht sogar noch heute … Der offizielle Bericht in Science sagt etwas anderes: “We estimate the flows to be younger than 250 ky, and probably much younger, indicating that Venus is actively resurfacing.” Die ESA-Seite macht aus 250.000 Jahren mal eben so 2,5 Millionen, vermutlich damit ja niemand auf die Idee kommt, dass … siehe oben.

Herz_aus_Stahl : 25. April : http://video.google.com/videoplay?docid=6229135744841359869# Weiter ...

29. März 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Fantomfluss (updated)

Der Rhein ist 90 Kilometer kürzer als allgemein gedacht

Ein Biologe entdeckt, dass der Rhein 90 Kilometer kürzer ist als Wissenschaft und sämtliche Nachschlagewerke bisher annahmen. Ein Aprilscherz? Keineswegs: http://www.sueddeutsche.de/wissen/940/507105/text/.

Update am 1. April: Heribert Illig weist auf einen weiteren SZ-Artikel zum Thema mit bemerkenswerten Einzelheiten hin. Der Artikel trägt den aus unserer Sicht vielsagenden Untertitel Jahrhundert-Irrtum. Offenbar hat sich der 90 km-Fehler ab den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts in die Lexika, Atlanten und Schulbücher eingeschlichen. Lehrreich ist es zu sehen, wie kreativ die Behörden mit den Längenangaben umgegangen sind:

“Die offiziellen Stromkilometer ab Konstanz übertreiben die Länge um 1,2 Kilometer. An drei Stellen am Hoch- und Oberrhein stehen die Kilometertafeln zum Beispiel zu eng. In Stein, Roxheim und Bingen gibt es ‘kurze Kilometer’, weil dort einzelne deutsche Länder an ihren Grenzen schon mit der Beschilderung angefangen hatten und nicht mehr alles ändern wollten, als 1939 das einheitliche System kam.”

Aufschlussreicher noch der Westermann-Schulbuchverlag:

“Dessen Autoren haben die Differenz zwischen 1230 und 1320 Kilometern, die doch eindeutig auf Fehlern bei den Angaben zwischen Quelle und Bodensee beruht, über den ganzen Fluss verteilt und machen nun alles falsch. So ist Angabe über die Mündung in den Bodensee zehn Kilometer zu groß, die über Schaffhausen 29. In Straßburg summiere sich die Differenz auf 38 Kilometer, in Mainz auf 51, in Bonn auf 62, an der Mündung auf 87.”

Wir kennen das zur Genüge. Archäologen “karolingisieren” ihre Funde (Illig), Dendrochronologen reißen ihre frühmittelalterlichen Baumreihen auseinander (Otte), “C14-Jahre” entsprechen nicht den wirklichen Jahren (Blöss/Niemitz) und Astronomen hantieren mit einem Delta-T, das der langen Mittelalterchronologie zuliebe einen unerklärten Sprung macht (Beaufort). Aber der Zeitfluss ist nun mal kein wirklicher Fluss, der sich immer wieder nachmessen lässt. Der so gebliebene Interpretationsspielraum öffnet der Beliebigkeit Tür und Tor, und so werden alte und neue Mittelalterchronologie bis auf weiteres neben einander existieren.

Update am 2. April: Franz Siepe macht auf den Ursprung der oben genannten Zeitungsmeldung aufmerksam.  Die Urheberschaft der Idee liegt beim Biologen Bruno P. Kremer, der in der Zeitschrift Rheinische Heimatpflege 1/2010 unter dem Titel Wie lang ist eigentlich der Rhein? den Anstoß zu dieser Diskussion gegeben hat.

Glasreiniger : 30. März : Es würde mich nicht wundern, wenn die Wiederkäuerwissenschaft einen Weg fände, auch diese 90 km stimmend zu machen. Weiter ...

22. März 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Mittelalterdebatte, Sonstiges

eingestellt von: jb

Danjon

Heutige Astronomieprogramme (wie etwa das empfehlenswerte kostenlose Stellarium) erwecken leicht den Eindruck, dass sich Sonnen- und Mondfinsternisse problemlos auch über längere Zeiträume hinweg berechnen lassen. Es ist also gut, immer wieder daran zu erinnern, dass das keineswegs der Fall ist. Herbert Helmecke fand nun bei Ralph Juergens eine beiläufige Bemerkung über den französischen Astronomen André Danjon, die eine der zahlreichen Schwierigkeiten beim Rückrechnen hervorhebt:

1959 wies Professor Andre Danjon, der Direktor des Pariser Observatoriums, nach, daß abrupte Änderungen in der Rotationsgeschwindigkeit der Erde infolge von Schwankungen der Sonnenhelligkeit vorkommen; er führt sie auf elektromagnetische Einflüsse zurück. Eine Folge dieser Entdeckung ist, daß man Sonnenfinsternisse nicht nachträglich datieren kann.

(Die Artikel in Harper’s Magazine. In: Alfred de Grazia, Immanuel Velikovsky. Die Theorie der kosmischen Katastrophen, aus dem Englischen übertragen von Dietrich Geiger, München 1979, S. 44, im Netz hier nachzulesen.)

André-Louis Danjon (1890-1967) ist vor allem durch das Danjon-Astrolab sowie durch die Danjon-Skala zur Feststellung der Helligkeit von Mondfinsternissen bekannt geworden. Bis 1945 leitete er die Sternwarte Straßburg, danach bis 1963 das Observatoire de Paris. Er war wohl der Erste, der eine praktikable Methode zur Zeitbestimmung mit Hilfe des Sonnenjahres (Ephemeridenzeit) vorgeschlagen hat (G. M. Clemence, The Concept of Ephemeris Time). Damit wurde es möglich, die Zeit unabhängig von den Störungen durch die unstete Erdrotation zu messen (siehe auch den Beitrag Eine Sonnenfinsternis des Theon von Alexandria, Punkt 4).

18. März 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

eingestellt von: jb

Gunnar Heinsohn und Hartz IV (update)

Von verschiedener Seite sind wir gebeten worden, den neuerlichen FAZ-Gastbeitrag zu Hartz-IV von Gunnar Heinsohn zu kommentieren. Wir bitten die Leser aber um Verständnis, dass wir das an dieser Stelle nicht tun. Heinsohns sozialpolitische Überlegungen haben aus unserer Sicht keinen direkten Bezug zu seinen zahlreichen, teilweise brillanten chronologiekritischen Arbeiten. Die Vertreter der Phantomzeitthese und Abonnenten der Zeitensprünge gehören den unterschiedlichsten politischen Lagern von ziemlich weit rechts bis sehr weit links an. Das ist der Redaktion nicht zuletzt aus aktuellen Zuschriften noch einmal deutlich geworden: Sie reichen von verhaltener Zustimmung bis großer Empörung über die Heinsohn-Vorschläge. Auf diese Meinungsvielfalt haben wir Rücksicht zu nehmen und werden uns entsprechend mit eigenen Urteilen zurückhalten.

Die Redaktion

[Update am 5. Mai: Heinsohn hat sich nicht nur in der FAZ zum Thema geäußert. Weitere Beiträge erschienen in der Welt und auf der Homepage von Henryk Broder:

http://www.welt.de/die-welt/debatte/article6853511/Leistungstraeger-sterben-aus.html

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/heinsohn_beruhigt_seine_kritiker_mindestens_noch_100_jahre_hartz_iv/

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/goethes_theater_oder_goethes_sprache_fuer_bremens_zukunft/.]

zam : 21. Juni : Für Goethe war ein Leistungsträger noch jemand, der Werke zum Wohle der Menschheit schuf, nicht der dukatenkackende Steuerzahler. Doch… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Erklär’ mir die Welt – mit Gunnar Heinsohn : 27. Januar : [...] Thema haben wir bereits am 18. März letzten Jahres bei ähnlicher Gelegenheit Stellung genommen (http://www.fantomzeit.de/?p=2487). Der Kern der damaligen… Weiter ...

11. März 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte, Sonstiges

eingestellt von: jb

Die Phantomzeitthese (nicht) bei Barbarossa (update)

Die folgende Ankündigung hat sich inzwischen erübrigt. Aus unbekanntem Grund (wir wollen hier nicht spekulieren) hat der mdr sein Programm geändert. Das Geschichtsmagazin Barbarossa befasst sich am Dienstag nicht mit Illigs Mittelalterthese. Es kommt jetzt, wie es aussieht, Kohl statt Karl: http://www.mdr.de/barbarossa/. Falls Karl in einer späteren Folge doch noch dabei sein wird, werden wir das unsere Leser rechtzeitig wissen lassen.

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Das mdr-Geschichtsmagazin Barbarossa befasst sich mit dem erfundenen Mittelalter

Immer noch mit Vergangenheitsform im fragwürdigen Wikipedia-Artikel über Illig:

“Seine Thesen zur Chronologiekritik erhielten vornehmlich in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie der Tagespresse mediale Aufmerksamkeit …”

Dabei können wir uns auch in der Gegenwart über mediale Aufmerksamkeit nicht beklagen, wie etwa hier und hier nachzulesen. Am Dienstag, dem 16. März, sind wir wieder dabei: Im von Günter Schoß moderierten mdr-Geschichtsmagazin Barbarossa geht es ab 21.15 Uhr um die Mittelalterthese. [Quelle: Gong – Heft 10 (13.03. – 19.03.10)]

Ob in der Sendung zur Sprache kommt, dass ausgerechnet die Zeit Barbarossas die in der Heiligsprechung des Frankenkaisers kulminierende Hochzeit der Karlsfälschungen war? Wir werden sehen …

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8. März 2010                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

eingestellt von: HI

Paul Veyne

Was der große französische Historiker Paul Veyne (geb. 1930) offen sagen darf, aber verpönt ist, sobald es ein Velikovsky oder Heinsohn tut:

“Es hat eine Zeit gegeben, in der Dichter oder Geschichtsschreiber ganze
königliche Dynastien von Grund auf zusammenfabuliert haben, mitsamt dem
Namen eines jeden Potentaten und dem dazugehörigen Stammbaum.”

(Glaubten die Griechen an ihre Mythen? Frankfurt am Main: Suhrkamp 1987: S. 9)

zam : 21. April : Interessant für historisch Interessierte wäre, auf wen sich P. Veyne bei seiner Aussage beruft. Weiß das jemand? Sonst ist… Weiter ...

3. März 2010                     Kategorie(n): Frühmittelalter, Sonstiges

eingestellt von: ao

Kritische Dendrochronologie IV

von Andreas Otte

Bereits vor einiger Zeit war von einem Dendrochronologie-Projekt zu berichten, das angetreten war, allen Zeitkürzungsthesen für das Frühmittelalter mit den Mitteln dieser Methode eine Absage zu erteilen. Um so überraschender war das Zwischenergebnis, denn die Hollstein-Chronologie zeigte sich wiederholende Muster im Abstand von 207 Jahren und die Becker-Chronologie zeigte ebenfalls Ungereimtheiten.

Das größte Problem dieser Untersuchung aber waren die fehlenden Basisdaten, denn während in der Anfangszeit noch Kurven, zumindest aber Mittelwertkurven, veröffentlicht wurden, hat sich die Dendrochronologie inzwischen in eine Geheimwissenschaft verwandelt. Es werden fast keine Daten mehr publiziert, die eine unabhängige Untersuchung der Ergebnisse der Labore erlauben. Streng genommen hat sich dadurch die Dendrochronologie als Wissenschaft bis auf weiteres disqualifiziert. Auf die anderen methodischen Probleme soll hier daher gar nicht mehr weiter eingegangen werden.

Nun hat der Autor den damaligen Untersuchungen ein weiteres interessantes Detail hinzugefügt:
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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Fantomfluss (updated) : 1. April : [...] Dendrochronologen haben ihre frühmittelalterlichen Baumreihen auseinander gerissen (Otte) und Astronomen hantieren mit einem Delta-T, das der langen Mittelalterchronologie zuliebe… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Climategate II : 25. Juli : [...] noch darüber hinaus. Geheimhaltung der Basisdaten kennt man auch in anderen Bereichen, z.B. der Dendrochronologie. Es ist wichtig, darauf… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Neues aus dem Forum für Grenzwissenschaften : 18. März : [...] mit Hilfe der Dendrochronologie. [zur Kritik der Dendrochronologie siehe etwa zuletzt Otte (2010)] Zu beachten ist allerdings die anschließende… Weiter ...

24. Februar 2010                     Kategorie(n): Sonstiges

eingestellt von: ao

mantis-verlag.de neugestaltet

Nach vielen Jahren des nahezu unveränderten Einsatzes wurde die Webseite des Mantis-Verlags heute auf eine neue Basis gestellt. Es kommt nun die gleiche Technologie und vergleichbare Optik zum Einsatz, mit der ab Anfang 2007 bereits fantomzeit.de gestaltet wurde. Zusätzlich wurde ein Webshop integriert.

Die neue Startseite von mantis-verlag.de

Die neue Startseite von mantis-verlag.de

12. Februar 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Mittelalterdebatte, Sonstiges

eingestellt von: jb

Grenzwissenschaftlich

Hinweis auf eine weitere, diesmal inhaltliche Diskussion über die Phantomzeitthese

Im vorigen Beitrag ging es um eine Diskussion über die FZT, die (zumindest bis jetzt) am Thema vorbei sozusagen nur metatheoretisch ablief. Für die Beteiligten stand von vorneherein fest, dass wir Verschwörungstheoretiker seien, und die Frage war nur noch, ob wir als (a) “rechtsextrem”, (b) “linksextrem” oder (c) “harmlos” zu gelten hätten. Man einigte sich auf weitgehend harmlos.

“Inhaltlich wurde die Mittelalterthese selbstverständlich nicht diskutiert”, musste ich gestern feststellen. Allerdings hält die Diskussion erstaunlicherweise bis jetzt an, sogar unsere Intervention hier wurde zur Kenntnis genommen. Wer weiss also, ob die Dinge nicht doch noch eine positive Wendung nehmen. Zumal auch andernorts das Interesse an unserem Thema neu erwacht ist:

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Volker Duebbers : 12. Februar : Gut so, dass es Ihnen genaus so geht wie uns - oder eher bedauerlich? Dann aber doch wohl für alle… Weiter ...
ao : 12. Februar : Die besten argumente von allen, weil exzellent mathematisch und statistisch untermauert, hat immer noch Fomenko und damit wir… Weiter ...
Volker Duebbers : 14. Februar : So weit ich weiß, hat Herwig Brätz das Thema "Sinterbelag" in Köln aufgegriffen und einer vernünftigen Chronologie zugeführt.… Weiter ...

10. Februar 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Grundlos, ziellos

Zeitenspringer als Superlativ von Verschwörungstheoretiker

Bis gerade eben lief im Blog Zoon Politikon des Politikwissenschaftlers Ali Arbia eine Diskussion über Verschwörungstheorien. Arbia hatte in einem Beitrag mit dem Titel Was ist der Superlativ von Verschwörungstheoretiker? einige solcher Theorien aufs Korn genommen. Insbesondere hatte er sich den Schweizer Philosophen und Schriftsteller Armin Risi vorgeknüpft. Risi war es, der ihm als der im Titel gemeinte ultimative Verschwörungstheoretiker erschien.

Nun mag man dem Autor in Bezug auf Risi gerne zustimmen. Interessant an dem Ganzen ist aber nicht so sehr der Arbia-Artikel, sondern vielmehr der Umstand, dass es in der anschließenden Diskussion bald nur noch um die Fantomzeitthese ging. Herr Arbia kannte uns nicht, was zwar nicht weiter erstaunt, in der Diskussion aber mit Verwunderung registriert wurde. Hätte er uns gekannt, wären wir womöglich noch vor Herrn Risi gelandet – zumindest lässt die Fokussierung der Diskussion auf unsere These das vermuten.

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ao : 14. Februar : Es ist schon recht amüsant, sich anzuschauen worüber Personen so nachdenken, wenn sie auf die Phantomzeitthese im Kontext einer Diskussion… Weiter ...
zam : 28. Februar : Lieber ao, ich stimme dir zu, was den zweiten Absatz betrifft,die Motivation: Freude am Rätsellösen, und was den… Weiter ...
ao : 1. März : „Stratigraphie“ ist vielleicht zu eng gefasst, hier mal ein anderer kurz, danach verfasster Kommentar meinerseits, welcher meine Intention hoffentlich deutlicher… Weiter ...

5. Januar 2010                     Kategorie(n): Fantomzeit, Frühmittelalter, Fundsachen, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Populärwissenschaftlicher Vortrag

Ronald Starke trägt in Leipzig vor

Am Montag, dem 8. Februar, trägt der Physikstudent Ronald Starke im Astronomiemuseum der Sternwarte Sonnenberg in Leipzig seine Überlegungen zur Fantomzeittheorie vor. Starke hat die FZT durch Niemitz kennengelernt und ist zwischenzeitlich mal mit Hans-Erdmann Korth aneinander geraten (wie hier nachzulesen). Laut Ankündigung handelt es sich nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern lediglich um einen “populärwissenschaftlichen Vortrag”:

Montag, 8. Februar 2010, 19:30 Uhr: Populärwissenschaftlicher Vortrag von Ronald Starke, Physikstudent an der Universität Leipzig: Zur Widerlegung der Phantomzeittheorie. (In Kooperation mit der Volkshochschule Sonneberg)

Dieser Vortrag beschäftigt sich mit der sogenannten Phantomzeittheorie Dr. Heribert Illigs, die in den letzten Jahren für großes Aufsehen und ein gewaltiges Medienecho gesorgt hat. Die Phantomthese geht davon aus, dass vor etwa einem Jahrtausend rund drei Jahrhunderte in die überlieferte Geschichtsschreibung eingefügt wurden. Die Ereignisse und Personen zwischen etwa 614 n. Chr. und 911 n. Chr. wären demnach fiktiv oder fehldatiert. Der Vortrag ist vor allem der astronomischen Widerlegung der Phantomzeittheorie und der Entkräftung der astronomischen Argumentation der Phantomzeittheoretiker gewidmet.

19. Dezember 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Komputistisches

Ulrich Voigt weist auf Texte zur vor- und frühgeschichtlichen Astronomie (unter anderem über die Scheibe von Nebra) hin, die hier nachgelesen werden können. Username und password sind bei der Redaktion erhältlich.

Weiter hat Voigt selbst auf der Seite seines Likanas-Verlages (>”Das Jahr im Kopf” > Zyklen und Perioden) ein neues Buch mit dem Titel Zyklen und Perioden. Grundlagen der Komputistik veröffentlicht. In einem Forum-Beitrag hat Voigt bereits auf das Buch aufmerksam gemacht. Das Studium der Voigt-Texte ist allen, die sich mit nachchristlicher Chronologie befassen, unbedingt zu empfehlen. Voigt behandelt Fragen der Komputistik bekanntlich unter dem Aspekt, dass Mond- und Ostertafeln praktikabel, das heißt fürs Kopfrechnen geeignet sein mussten. Siehe zu Voigt auch die Fundsachen Das Jahr im Kopf und Weltrekord für Ulrich Voigt.

5. Dezember 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Climategate II : 25. Juli : [...] }); }An dieser Stelle ist bereits das Climategate vom November 2009 erwähnt worden. Inzwischen wurden die in den Emails… Weiter ...

19. November 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Nachlassender Treibhauseffekt?

Der SPIEGEL dieser Woche bringt einen Beitrag zum Thema Erderwärmung, der Zeitensprünge-Erkenntnisse bestätigt

Im SPIEGEL-Artikel Das Schwächeln der Sonne geht es um die Erderwärmung, die laut herrschender Lehre Folge des Treibhauseffektes ist. Deshalb müsste sie durch den weltweit immer noch zunehmenden CO2-Ausstoß (mindestens bis zum Jahr 2007) ebenfalls weiter zunehmen (siehe etwa auch diese Seite).

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22. Oktober 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Rechnungen ohne das interstellare Magnetfeld

NASA-Sonde IBEX erkundet die Heliosphäre und entdeckt Erstaunliches

Die letztes Jahr in eine Umlaufbahn um die Erde geschickte NASA-Sonde IBEX (Interstellar Boundary Explorer) liefert Ergebnisse, die aufhorchen lassen. Die Sonde erforscht die Heliosphäre: jene Blase um unser Sonnensystem, die laut Mainstream-Astronomie als Folge der Verdrängung von interstellarer Materie durch den Sonnenwind entsteht. Die Heliosphäre wird in Deutschland von PD Dr. Horst Fichtner und seiner Arbeitsgruppe an der Ruhr-Universität Bochum untersucht.

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8. Oktober 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Neuer Saturnring entdeckt

Vor zwei Tagen bekannt gegeben: http://www.jpl.nasa.gov/news/news.cfm?release=2009-150. Der Ring umkreist Saturn in einer Entfernung von 6 bis 12 Millionen Kilometern. Wäre er mit bloßem Auge am Nachthimmel sichtbar, hätte er die Größe von mehreren Vollmonden (ein Mond an beiden Seiten des Planeten). Er ist um 27 Grad gegen die Ebene der übrigen Saturnringe geneigt und kreist (zusammen mit dem Mond Phoebe) in entgegengesetzter Richtung wie die anderen Ringe und die meisten Monde.

[Ergänzung am 17. 10.09:] Auf der hier schon öfter erwähnten Seite thunderbolts.de ist der neue Saturnring Thema des Picture of the Day vom 12. Oktober. Die plasmaphysikalische Erklärung des Phänomens: “The simplest, most straightforward explanation for the new ring is charged particles spewing from Saturn’s moons. There is no need to conjure numerous impact events over the eons. We predict that investigation over time will show that the active sources of charged particle streams from Enceladus, Tethys, Dione, and Phoebe all move across their surfaces.”

26. August 2009                     Kategorie(n): Fantomzeit, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Eine Sonnenfinsternis des Theon von Alexandria

Vom Umgang mit antiken Finsternisberichten ohne die Prämisse der traditionellen Mittelalterchronologie

von Jan Beaufort

Im Gästebuch der Seite Radikalkritik von Hermann Detering führt der Leser Dr. Wirth gegen die Fantomzeitthese ein Argument von Franz Krojer ins Feld. Weil das Gästebuch einer Webseite, die ganz anderen Themen gewidmet ist, für die hier zu führende Diskussion nicht der geeignete Ort ist, beantworte ich den Einwand an dieser Stelle.

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Laitein1 : 27. August : mich würde interessieren, in welchen bereichen sich illigs these bisher bewährt hat. Weiter ...
jb : 29. August : Im Szientologen-Lexikon Eso-Watch ist zu lesen: "Illigs Thesen zur Chronologie des Mittelalters, die er als Phantomzeittheorie (oder… Weiter ...
Laitein1 : 30. August : Die Antwort ist mir dann doch ein wenig zu pauschal. Die Überlieferungslücken sind in meinen Augen zum einen gar nicht… Weiter ...

15. August 2009                     Kategorie(n): Sonstiges

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Kritische Dendrochronologie III

von Andreas Otte

Das Thema “Naturwissenschaftliche Datierungsmethoden” begleitet die Chronologie-Kritik von Beginn an. Die Beschäftigung mit diesem Thema hat zwei Seiten: Einerseits sind es Gegner der alternativen chronologischen Ansätze, die immer wieder und immer noch der Meinung sind, mit Hilfe dieser Datierungsmethoden chronologiekritische Thesen und Theorien widerlegen zu können, und andererseits sind es Chronologie-Kritiker selbst, die gelegentlich der Versuchung verfallen, mit Hilfe dieser Methoden erzielte Ergebnisse zu verwenden oder gar diese Methoden für einen “Beweis” einer chronologiekritischen These oder Theorie nutzen zu wollen.

Die Neu-Veröffentlichung des C14-Crashkurs dient der Vorbereitung dieser Bemerkungen, damit nicht immer wieder die Grundlagen der Kritik der C14-Methode und der Dendrochronologie wiederholt werden müssen. Wichtige Ergebnisse sind insbesondere:
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admin : 22. August : Hier ein kleiner Erlebnisbericht aus England (Nord-Irland) zum Thema "Veröffentlichung von Dendro-Daten": http://www.informath.org/apprise/a3900.htm Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Kritische Dendrochronologie IV : 3. März : [...] dadurch die Dendrochronologie als Wissenschaft bis auf weiteres disqualifiziert. Auf die anderen methodischen Probleme soll hier daher gar nicht… Weiter ...
admin : 22. April : Inzwischen ist hier ein Erfolg zu verbuchen. Die Universität musste die Dendro-Daten herausgeben. Details gibt es unter dem Link:… Weiter ...

7. August 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

eingestellt von: jb

Weltrekord für Ulrich Voigt

Dr. Ulrich Voigt, dem schon unsere vorige Fundsache gewidmet war, ist ein Zeitensprünge-Autor mit eigenen Ansichten. Als einer der wenigen aus unserem Kreis lehnt er seit Jahren Illigs Phantomzeitthese ab mit dem Argument, dass sie sich komputistisch widerlegen ließe. Voigt ist aber nicht nur ein ausgezeichneter Kenner der Geschichte der Komputistik, er ist auch ein Könner in einem etwas ungewöhnlichen Bereich: der Mnemotechnik. Hier hielt er bereits den Weltrekord in der Disziplin “Pi-Permutation”. Bei der “Pi-Permutation” geht es darum, möglichst schnell die ersten 100 Nachkommazahlen von Pi in zufällig abgefragter Reihenfolge anzugeben. Voigt hatte das schon einmal in unglaublichen 48,43 Sekunden geschafft. Am Rande der Deutschen Gedächtnismeisterschaften gelang es nun dem pensionierten Oberstudienrat (Jahrgang 1941), diesen Rekord um mehr als vier Sekunden zu verbessern: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1121146/Pi-Permutation-Hamburger-holt-Weltrekord.html.

(Ergänzung am 9.8.2009: Ulrich Voigt ist Gründer des Likanas Verlags für Mnemotechnik. In dem Buch Esels Welt. Mnemotechnik zwischen Simonides und Harry Lorrayne vertritt er eine Ansicht über den Fortschritt in der Gedächtniskunst, mit der er sich von den vorliegenden universitären Ansichten stark unterscheidet. Sein besonderes Interesse als Mnemotechniker gilt ungeordneten Mengen von Informationen, wofür er neue mnemotechnische Methoden entwickelt hat. Die Pi-Permutation ist eine Anwendung dieser Methoden.
In dem Buch Das Jahr im Kopf. Kalender und Mnemotechnik führt Voigt eine umfassende Mnemotechnik des Wochentags, des Osterdatums, des jüdischen Jahresanfangs und des astronomischen Frühlingsvollmonds vor, incl. mathematischer Neuerungen und detaillierter mnemotechnischer Phantasiegeschichten. Da er der Ansicht ist, dass mentale Beherrschbarkeit ein Gedanke ist, der bei der Konstruktion von Kalendern im allgemeinen und  von Ostertafeln im besonderen eine Rolle spielte, ist hier eine Verbindung gegeben zwischen seinem Interese an Mnemotechnik und seinem Interesse an Grundlagen der christlichen Chronologie.)

Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Komputistisches : 22. Dezember : [...] fürs Kopfrechnen geeignet sein mussten. Siehe zu Voigt auch die Fundsachen Das Jahr im Kopf und Weltrekord für Ulrich… Weiter ...

2. August 2009                     Kategorie(n): Artikel aus den ZS, Sonstiges, Zeitensprünge

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C14-Crashkurs

Warum wir mit C14-Methode und Dendrochronologie nicht absolutdatieren können

von Christian Blöss und Hans-Ulrich Niemitz (aus Zeitensprünge 2/2003)

1. Einleitung

Mit diesem Artikel möchten wir die Kritik der Radiokarbonmethode wiederbeleben, denn noch immer werden chronologische Aussagen mit Radiokarbondaten begründet. Erneut arbeiten wir die Probleme sowohl der Radiokarbonmethode als auch der Dendrochronologie heraus und zeigen auf, wie gering der Spielraum für Datierungen mit Hilfe dieser beiden Methoden tatsächlich ist – ein Crash-Kursus in Sachen »C14-Crash«. Seitenangaben wie [177/164] verweisen auf die beiden Auflagen unseres Buches [11997/22000].

Zuerst betrachten wir das Wesen und die Aufgabe der Dendrochronologie. Dass sie ihre Baumringfolgen in sicherer Weise nur mit Hilfe anderer Datierungsmethoden verlängern kann, ist eine ganz entscheidende Randbedingung ihrer Arbeit. Diese Hilfe hat sich die Dendrochronologie insbesondere von der Radiokarbonmethode (im folgenden als C14-Methode bezeichnet) geholt (Bild 1). Kommt die C14-Methode ihrerseits ohne weitere Hilfe zu naturwissenschaftlich begründeten Datierungen? Nein, auch die C14-Methode ist auf andere Datierungsmethoden angewiesen, um selbst datieren zu können. Diese Hilfe erhoffte sie sich ausgerechnet von der Dendrochronologie (Bild 2, für eine graphische Veranschaulichung dieser zirkulären Beziehung siehe [162/150]).

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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Zeitensprünge 2003/02 : 2. August : [...] Chr. Blöss / H.-U. Niemitz: C14-Crashkurs. Warum wir mit C14-Methode und Dendrochronologie nicht ab... [...] Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Kritische Dendrochronologie III : 15. August : [...] Neu-Veröffentlichung des C14-Crashkurs dient der Vorbereitung dieser Bemerkungen, damit nicht immer wieder die Grundlagen der Kritik der [...] Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Fantomfluss (updated) : 1. April : [...] kennen das zur Genüge. “C14-Jahre” entsprechen nicht den wirklichen Jahren (Blöss/Niemitz), Dendrochronologen haben ihre frühmittelalterlichen Baumreihen auseinander gerissen (Otte)… Weiter ...

22. Juli 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Das Jahr im Kopf

Ulrich Voigt zeigt, wie Kalendersysteme funktionieren

Ulrich Voigt hat eben auf der Homepage seines Likanas Verlages eine englisch verfasste Anleitung zum Berechnen von jüdischen und christlichen Kalenderdaten veröffentlicht: www.likanas.de > Das Jahr im KopfHow to compute Key Calendar Dates. Der zum kostenlosen Download freigegebene Text bringt die schon in Das Jahr im Kopf vorgestellten Methoden mit einigen Verbesserungen, jedoch ohne die mnemotechnischen Hintergründe.

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Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Weltrekord für Ulrich Voigt : 7. August : [...] Ulrich Voigt eingestellt von jb  Diesen Artikel drucken Dr. Ulrich Voigt, dem schon unsere vorige Fundsache… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Komputistisches : 19. Dezember : [...] praktikabel, das heißt fürs Kopfrechnen geeignet sein mussten. Siehe zu Voigt auch die Fundsachen Das Jahr im Kopf und… Weiter ...
Fantomzeit – Dunkelheit oder Leere im frühen Mittelalter? » Galway Computistics Conference 2010 : 18. Juli : [...] weist weiter darauf hin, dass die Webveröffentlichungen How to compute Key Calendar Dates und Zyklen und Perioden wesentlich ergänzt… Weiter ...

20. Juli 2009                     Kategorie(n): Fundsachen, Sonstiges

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Tamiflu

Der Wille zum Geld und die Unabhängigkeit der Wissenschaft

von Jan Beaufort

Obwohl unser Weblog primär den Problemen rundum der mutmaßlichen mittelalterlichen Fantomzeit gewidmet ist, bringen wir unter der Rubrik Fundsachen regelmäßig Beiträge zu anderen chronologie- bzw. wissenschaftskritischen Themen – wie das bekanntlich auch in den Zeitensprüngen der Fall ist. Schließlich besteht ein Haupthindernis für unsere Forschung darin, dass die akademische Wissenschaft sie nahezu vollständig ausblendet. Dieses Unterdrücken von unliebsamen “Mindermeinungen” ist aber nicht nur ein Problem der Mediävistik oder der Geschichtswissenschaft, sondern des Wissenschaftsbetriebs überhaupt.

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jek : 21. Juli : Ein hochinteressanter Film zum Thema findet sich hier in 7 Teilen: http://www.youtube.com/watch?v=cnrYSKz-4cA Viele Grüße Weiter ...
jb : 6. August : Danke für den Hinweis! Ich hatte jetzt Gelegenheit, mir den Film anzuschauen. Er ist zwar ein bisschen einseitig - man… Weiter ...
jek : 10. August : Ich stimme zu, dass der Film nicht ganz ausgewogen ist, und ich immer das Gefühl hatte, dass die Neue Medizin… Weiter ...

20. Juni 2009                     Kategorie(n): Mittelalterdebatte, Sonstiges

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Ein Bonmot aus der Etappe

Wie König Artus Karl den Großen übertrumpfte, und der Buchdrucker Caxton sich aus einer Affäre zog, und was dies für die aktuelle Chronologiekritik ausmacht

von Jens Kemper

William Caxton, der erste Buchdrucker im englischen Königreich, hat in seinem Vorwort zu einem von ihm gedruckten und verlegten Werk eine interessante Spur zur Rezeption von Geschichte und Geschichten im ausgehenden Mittelalter hinterlassen. Viele edle Männer des Königreiches, so schreibt er, waren auf ihn zugekommen und hatten ihn bedrängt, doch eine Lebensbeschreibung des berühmtesten, ersten und Haupt der drei vorzüglichsten Könige der Christenheit zu veröffentlichen. Dieses vorzügliche Haupt, dieser König der Könige war: Karl der Große? Mitnichten. Es handelt sich, was bei einer englischen Einschätzung nicht zu sehr verwundert, um König Artus.

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"Wer Erinnerungszeugnisse heranzieht, dem obliegt die Beweislast, zu klären, was in positivistischem Sinne jeweils zutrifft, nicht umgekehrt: Nicht der Skeptiker muß nachweisen, was nicht zutrifft. Wenn eine derartige Beweisführung nicht gelingt, bleibt jede Sachaussage, die sich auf das fragliche Erinnerungszeugnis stützt, in hohem Maße hypothetisch und anfechtbar. Diese Forderung bedeutet eine Umverteilung der bisherigen Beweislast im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der historischen Quellen. Alles kann falsch sein; so muß prinzipiell alles als falsch betrachtet werden." [Johannes Fried, Schleier der Erinnerung, S. 368]